Google Earth & Co

Online-Kartendienste und -Routenplaner vorgestellt

Donnerstag den 31.07.2008 um 11:39 Uhr

von Hans-Christian Dirscherl

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Google Earth, Google Maps, Windows Live Local, Nasa World Wind, Openstreetmap, Yahoo! Local Maps und Konsorten - Online-Kartendienste und -Routenplaner gibt es wie Sand am Meer. Die PC-WELT gibt einen Überblick.
Einst kaufte man sich eine faltbare Karte aus Papier, wenn man herausbekommen wollte, wo ein Ort liegt oder wenn man eine Route planen wollte. Dann kamen die Routenplaner für den PC. Programme wie Microsoft Autoroute halfen dabei, den richtigen Weg zu finden. Doch all das ist in Zeiten von DSL und UMTS überholt: Online-Kartendienste und -Routenplaner sorgen heute für schnelle Orientierung. Am bekanntesten dürften Google Maps und Earth sein, doch diese beiden Dienste des Suchmaschinen-Giganten sind keineswegs allein auf weiter Flur. Die PC-WELT gibt Ihnen einen Überblick über diese und alternative Routen- und Standortfinder im Internet. Eine sinnvolle Voraussetzung für alle diese Angebote ist eine Breitband-Internet-Verbindung.

Der Platzhirsch: Google Maps

Das ausschließlich über den Webbrowser verfügbare Google Maps ist einer der beiden frei verfügbaren Kartendienste des Suchmaschinen-Giganten Google. Er wurde Anfang 2005 online gestellt. Google Maps ist kostenlos und bietet neben der eigentlichen Kartendarstellung noch einige interessante Zusatzfeatures. Google Maps und Google Earth greifen grundsätzlich auf das gleiche Kartenmaterial zurück, das überwiegend von Tele Atlas kommt.

Mit Google Maps lässt sich nach drei Kriterien recherchieren: Nach Ortsnamen, Sehenswürdigkeiten und beispielsweise Baudenkmälern wie dem Brandenburger Tor. Aber auch nach Branchendiensten wie beispielsweise Pizzerien und Apotheken (allerdings ohne Anspruch auf Vollständigkeit). Und zu guter Letzt kann man Google Maps auch als Online-Routenplaner nutzen: Dazu geben Sie Start- und Zielpunkt ein. Google Maps liefert Ihnen dann eine Listenansicht mit den Etappenzielen und daneben eine Kartenansicht. Alle Punkte aus der Listenansicht lassen sich auf der Karte anzeigen.

Beim Kartenmaterial haben Sie die Wahl zwischen vier verschiedenen Optionen:

* Einfache Kartenansicht zur schnellen Orientierung.

* Satellitenbilder mit optional anzeigbaren Straßen- und Ortsnamen (diese Funktion hört auf den Namen "Labels anzeigen". Diese Option ersetzte vor einiger Zeit die so genannte Hybridansicht. Eine 3D-Ansicht wie bei Google Earth ist mit Google Maps nicht möglich.

* Geländeansicht mit Höhenprofilen

* "Mehr": Hinter diesem wenig aussagekräftigen Titel verbirgt sich die Möglichkeit, Verlinkungen zu für die aktuelle Kartenansicht relevanten Wikipedia-Artikel und Fotos einzufügen. Sofern vorhanden sich auch Ansichten von Webcams möglich.

Eine Sprechblase liefert Detailinformationen zu der gesuchten Position und stellt weitere Suchmöglichkeiten mit einem Mausklick bereit. Wenn Sie bei Ihrer Suche immer vom gleichen Standort aus starten wollen, können Sie einen Standardstandort festlegen.

Bei der Routenplanung haben Benutzer für US-Städte zwei zusätzliche Optionen. So kann man auswählen, ob man die Strecke mit dem Auto (by car), als Fußgänger (walking) oder mit dem öffentlichen Nahverkehr (public transit) zurück legen will. Nur für einige US-Großstädte ist derzeit der zusätzliche Button "Verkehr" verfügbar, der die aktuelle Straßenlage mit Staus, Sperrungen und der durchschnittlichen Fahrgeschwindigkeit farblich unterschieden darstellt.

Bei der Routenplanung in Deutschland geht Google grundsätzlich davon aus, dass Sie mit dem Auto unterwegs sind. Für bestimmte Städte wie beispielsweise München gibt es aber auch schon die oben erwähnte Fußgänger-Option, öffentliche Verkehrsmittel können Sie für deutsche Städte aber noch nicht anzeigen.

Die Position auf der Karte lässt sich mit per Mausklick weitermailen, die Karte kann genauso einfach ausgedruckt werden (aus urheberrechtlichen Gründen können allerdings nicht die Satellitenfotos zu Papier gebracht werden). Wenn Sie auf "URL zu dieser Seite" klicken, liefert Ihnen Google Maps einen fertigen Link zum Versenden und zum Einbauen in eine eigene Website. Sie können die Größe der Kartendarstellung noch an Ihre Bedürfnisse anpassen und dann den von Google Maps erstellten Code einfach per Copy & Paste in ein zu Ihrer Website passendes HTML-Gerüst einfügen. Bei dieser Vorgehensweise benötigen Sie also keinerlei Javascript- oder AJAX-Kenntnisse, einfaches HTML reicht völlig aus. Somit ist das eine einfache Alternative zur etwas aufwändigeren Einbindung von Google Maps mit Hilfe der Google Maps-API dar (speziell zur Darstellung von Karten auf Mobilfunkgeräten gibt es noch Google Static Maps API. Ebenfalls für Handys existiert zudem eine Sprachsteuerung .

Wichtig: Bevor Sie die Google Maps API in Ihrer Website einbinden, sollten Sie sich unbedingt über die Nutzungsbedingungen informieren, damit Sie nicht Opfer einer Abmahnung werden .

Alle diese Möglichkeiten stehen kostenlos und ohne Anmeldung zur Verfügung. Wenn Sie aber bereit sind, sich unter einem Google Account anzumelden, dann können Sie auch eigene Karten erstellen und Kommentare sowie Bilder und Flash-Videos zu Google Maps hinzufügen. Ihre eigenen Karten können Sie für andere Nutzer frei geben.

Die Karten lassen sich intuitiv mit dem Mauszeiger verschieben, in die Karten kann bequem eingezoomt werden. Das geht nicht nur bei der Kartenansicht, sondern auch bei den Satellitenbildern bis zu einer gewissen Auflösung. Die Auflösung der Satellitenbilder, die Qualität der Aufnahmen sowie deren Aktualität unterscheidet sich von Ort zu Ort. Teilweise kann man auf den Bildern beeindruckende Details erkennen. Einige Aufnahmen hat Google aber bewusst zensiert .

Ein ebenso spektakuläres wie umstrittenes Highlight von Google Maps steht derzeit nur für einige wenige US-Städte zur Verfügung. Die Rede ist von der "Street View" . Dabei handelt es sich um 360-Grad-Panorama-Ansichten, die auf Augenhöhe eines Fußgängers ausgenommen wurden. Sofern diese "Straßenansichten", wie die deutsche Übersetzung heißt, für eine Großstadt zur Verfügung stehen, erscheint ein zusätzlicher Button für "Straßenansicht". Klickt man darauf und anschließend in eine blau umrandete Straße, so öffnet sich ein neues Popup, das die besagte Einblicke gewährt. Mit dem Mauszeiger kann man sich dann bequem um die eigene Achse drehen oder die Straße virtuell entlang wandern.

Google schickt für diese Aufnahmen Autos im Schritttempo durch die Straßen. Auf den Fahrzeugen sind Kameras montiert, die fortlaufend die Straßenzüge fotografieren. Deshalb ist es in der Streetview möglich, virtuell die Straßen entlang zu gehen. Auch in einigen deutschen Großstädten sind Googles Kamerawagen bereits unterwegs, das Bildmaterial ist allerdings noch nicht über Google Maps erhältlich. Die mit elf Linsen ausgerüsteten Hochleistungskameras schießen bis zu 30 Bilder pro Sekunde. Darauf sind nicht nur Straßen zu sehen, sondern auch Personen und Gebäude. Oftmals werden die Aufnahmen nur aus einer sehr geringen Entfernung gemacht.

Die Street View ist heftig umstritten, Datenschützer befürchten einen schwerwiegenden Eingriff in die Privatsphäre der fotografierten Personen. In der Tat gibt es im Internet schon Websites und Blogs, auf denen frivole oder anzügliche Momentaufnahmen ausgetauscht werden:

US-Kleinstadt verbannt Google-Kamerateams

Müssen Bürger um ihre Privatsphäre bangen?

Bundesdatenschützer Schaar hat Bedenken gegen Googles Street View

Google will deutsche Großstädte in Street View-Service aufnehmen

Zwei sehr spezielle Ableger von Google Maps für astronomisch Interessierte sind Google Moon und Google Mars .

Donnerstag den 31.07.2008 um 11:39 Uhr

von Hans-Christian Dirscherl

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