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Neue Mitspieler kurbeln den Mobility-Markt an

07.01.2009 | 10:01 Uhr |

Der Smartphone- und PDA-Markt wurde bis vor kurzem von Nokia, RIMs Blackberry und Microsoft-Plattformen dominiert. Apple und Google sorgen mit neuen Geräten und innovativen Konzepten für mehr Auswahl im Business-Umfeld. Die Computerwoche gibt einen Überblick.

Nokia, RIM und Microsoft haben mit Apple iPhone und Googles Android-Plattform harte Konkurrenz bekommen.
Vergrößern Nokia, RIM und Microsoft haben mit Apple iPhone und Googles Android-Plattform harte Konkurrenz bekommen.
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Innerhalb von zehn Jahren haben sich mobile Geräte und ihre Anwendungsmöglichkeiten gewaltig verändert. Früher diente ein Handy fast ausschließlich als mobiles Telefon, während ein paar persönliche Daten wie Kontaktdaten oder Termine auf einem Personal Digital Assistant ( PDA ) zum Beispiel von Palm spazieren getragen wurden. An Smartphones, die alle möglichen Anwendungen und Geräte vereinen, war noch nicht zu denken. Höchstens mit dem Nokia 9000 Communicator hantierten schon einige Technikfans. Dieses Handy, das sich mit aufklappbarer Tastatur und breitem Screen in eine Art Mini-Computer verwandeln ließ, kann heute als Vorläufer der Smartphones angesehen werden. Das Gerät setzte auf das DOS-basierende Betriebssystem PEN/GEOS.

So richtig los ging es mit den Smartphones im Jahr 1999, als eine kanadische Firma ein nie dagewesenes Gerät mit kleiner Tastatur und echtem E-Mail-Versand und -Empfang auf den Markt brachte. Die Rede ist natürlich von Research in Motion ( RIM ), die mit dem Blackberry eine Lawine lostrat. Insbesondere Business-Anwender wussten die komfortable Bedienung und den Zugang zu ihren Daten auch unterwegs zu schätzen und kauften das Gerät massenweise. Den mobilen E-Mail-Empfang erlaubte ein neuartiger Push-Dienst . Bisher konnte man auf einem Handy höchstens eine knappe SMS zu einem anderen Handy tippen - die E-Mail war hier eine Revolution! Und auch die Sicherheit war gewährleistet, was das Gerät wiederum in der Geschäftswelt so beliebt machte. Die Verbindungen waren verschlüsselt und konnten mit den vorhandenen Mailservern im Unternehmen zusammenarbeiten.

Aber nicht nur der Blackberry selbst war eine Innovation, die die Grundfesten des Mobility-Marktes erschütterte. Auch das Geschäftsmodell ließ die alteingesessene Mobilfunkbranche aufhorchen. Der Hersteller begnügte sich nämlich nicht mit dem Bau von Hardware, sondern bot neben den Endgeräten auch gleich die für die E-Mail-Funktion notwendige Push-Mail-Infrastruktur an. Die Provider hatten damit leichtes Spiel, ihren Kunden den Blackberry mit vollwertiger E-Mail-Anwendung nahezulegen, ohne Geld in eigene Infrastruktur zu stecken. Auch für RIM lohnte sich dieses Modell, denn der Hersteller bekam einen Anteil an den monatlichen Gebühren für die Blackberry-Nutzung. Mit dem Prinzip des "walled gardens", bei dem die Sicherheit der Geräte durch die völlige Abschottung nach außen erreicht wird, war der Blackberry ein voller Erfolg in der Geschäftswelt, in der Sicherheit nicht hoch genug gehalten werden kann.

Die Abschottung hatte aber auch ihren Preis. Als die nächste Generation von Handys, die damals noch als "feature rich" bezeichnet wurde, herauskam, glänzten diese mir Erweiterungsmöglichkeiten wie Speicherkartensteckplätzen, Bluetooth und vielem mehr. Die Blackberry -Anwender konnten davon nur träumen. Und so war es lange Zeit auch kaum möglich, eigene Unternehmensapplikationen für den Blackberry umzusetzen. Hier hat RIM seine Politik der dichten Schotten inzwischen gelockert. Heute stehen drei Programmiermodelle zur Wahl.

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