Cloud-Speicher

Was Google Drive, Dropbox & Skydrive mit Ihren Daten tun dürfen

Mittwoch, 25.04.2012 | 15:25 von Benjamin Schischka
AGB-Analyse der großen Cloud-Speicher
Vergrößern AGB-Analyse der großen Cloud-Speicher
© iStockphoto.com/the-thor
Google Drive reiht sich ein in die Cloud-Speicher. Wir machen den AGB-Check: Was geschieht mit meinen Daten in der Google- oder Dropbox-Cloud?
Erst gestern Abend ist der kostenlose Cloud-Speicher von Google gestartet : Google Drive . Mit Drive drängt Google nun in den umkämpften Cloud-Speicher-Markt. Dropbox bietet 2 GB kostenlosen Basis-Speicher, Skydrive derzeit 7 GB. Doch der Speicherplatz ist nicht alles. Viele Nutzer sind sehr sensibel, wenn es um ihre Daten geht. Wir haben darum einen Blick in das Kleingedruckte geworfen. Vorweg: Verglichen mit dem Kleingedruckten im englischsprachigen Raum können wir Entwarnung geben. Google scheint offensichtlich bemüht, in Deutschland keine weitere Datenschutzdebatte anzustoßen. Trotzdem unterscheiden sich die Google-AGBs deutlich von Dropbox und Skydrive.

  • Dropbox
    Im Punkt „Ihr Material und Datenschutz“ steht unter anderem wörtlich:
    „Sie bleiben alleiniger Eigentümer Ihres Materials. Wir stellen keinerlei Inhaber- oder eigentumsrechtliche Ansprüche auf dieses Material. Mit Ausnahme der für das Betreiben der Services notwendigen eingeschränkten Rechte erhalten wir durch die vorliegenden Bedingungen keine Rechte an Ihrem Material oder Urheberrechte.“

    Der User müsse lediglich zustimmen, dass Dropbox etwa für Backups mit Drittunternehmen wie Amazon zusammenarbeitet. Amazon stellt Dropbox Speicherplatz zur Verfügung. Die Kooperation dient „ausschließlich zur Bereitstellung unserer Services“, sagt Dropbox.

  • Microsoft Skydrive Unter „5. Ihre Inhalte“ heißt es bei Microsoft:
    „Ihre Inhalte bleiben Ihre Inhalte. Mit Ausnahme der Materialien, die wir an Sie lizensieren, erheben wir keinen Anspruch auf das Eigentum an den Inhalten, die Sie über einen Service hochladen oder bereitstellen.“ Ähnlich wie bei Dropbox heißt es dort weiter: „Sie nehmen zur Kenntnis und berechtigen Microsoft dazu, dass Microsoft möglicherweise die von Ihnen zur Verfügung gestellten Inhalte in dem für die Bereitstellung des Services erforderlichen Umfang innerhalb des Services verwendet, ändert, kopiert, vertreibt und veröffentlicht, jedoch nur, um den Vertrag mit Ihnen zu erfüllen.“

  • Google Drive Bei Google lesen Sie unter „Ihre Inhalte in unseren Diensten“ zunächst:
    „Sie behalten Ihre Rechte als Urheber und alle bestehenden gewerblichen Schutzrechte an den Inhalten, die Sie in unsere Diensten einstellen. Kurz gesagt: Was Ihnen gehört, bleibt auch Ihres.“
    In den englischen AGBs fehlt übrigens der Passus mit den gewerblichen Schutzrechten. Jetzt wird es länger als bei der Konkurrenz - wir stückeln den Text darum in lesegerechte Happen inklusive einiger erklärender Worte:
    „Indem Sie urheberrechtlich oder sonst rechtlich geschützte Inhalte in unsere Diensten einstellen, räumen Sie Google und den zur Google Gruppe gehörenden Unternehmen sowie den Vertragspartnern von Google unentgeltlich die notwendigen, nicht ausschließlichen, weltweiten und zeitlich unbegrenzten Rechte ein, diese Inhalte ausschließlich zum Zweck der Erbringung des jeweiligen Dienstes und lediglich in dem dafür nötigen Umfang zu nutzen.“
    Bei Dropbox war die Nennung der Partner deutlich konkreter als bei Google. Der Rest erinnert stark an die beiden Konkurrenten.

    Google erläutert den obigen Monstersatz näher:
    „Damit Google den jeweiligen Dienst anbieten kann, müssen die Inhalte zum Beispiel gespeichert und auf Servern gehostet werden. Das Nutzungsrecht umfasst daher insbesondere das Recht, die Inhalte technisch zu vervielfältigen. Weiterhin räumen Sie Google das Recht der öffentlichen Zugänglichmachung Ihrer Inhalte ausschließlich für den Fall ein, dass Sie wegen der Natur des jeweiligen Dienstes eine öffentliche Zugänglichmachung beabsichtigen oder Sie ausdrücklich eine öffentliche Zugänglichmachung bestimmt haben.“

    Wieder kommen deutsche User besser weg:
    „Das Recht der öffentlichen Zugänglichmachung endet mit dem Zeitpunkt, in dem Sie einen eingestellten Inhalt aus einem bestimmten Dienst entfernen oder die Bestimmung der öffentlichen Zugänglichmachung aufheben.“
    Denn in den britischen Bestimmungen steht an Stelle dieses Satzes „This licence continues even if you stop using our Services“ (Diese Lizenz dauert an, auch wenn Sie den Dienst nicht mehr nutzen“).
Mittwoch, 25.04.2012 | 15:25 von Benjamin Schischka
Kommentieren Kommentare zu diesem Artikel (4)
  • Altbiker 13:25 | 05.12.2012

    Einbruch

    Ober mir wurde eingebrochen. Notebook weg und alles drumm herum. Keine Sicherung und somit die die ganze Matura (Abitur) Vorbereitung im Ar..gen. :heul: Mit einer Cloude Sicherung wäre das ganze etwas leichter zu verschmerzen gewesen.

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  • deoroller 23:27 | 26.04.2012

    Wenn jemand den USB-Stick klaut
    Hoffentlich sind da nicht die Zugangsdaten zur Cloud drauf. :bse:

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  • Pater Lingen 22:11 | 26.04.2012

    Wenn jemand den USB-Stick klaut,

    sind die Daten noch immer in der Cloud. Insofern eine eigentlich wenigstens nützliche, ggf. sogar notwendige Ergänzung zum USB-Stick. Aber zugegeben, viele Nutzer ignorieren hartnäckig selbst die größten Selbstverständlichkeiten: 1. Datensicherung: Alles Wichtige muss auf verschiedenen Medien gespeichert werden. 2. Verschlüsselung: Alles Private gehört in einen Container à la TrueCrypt. 3. Und nur dieser Container wird gespeichert - ob nun via USB-Stick / Festplatte / DVD / Cloud. Eines noch am Rande: So ein TrueCrypt-Container kann für manche Cloud-Anbieter zu groß sein. Ggf. muss man also etwas suchen. Übrigens bieten auch manche Freemailer eine kostenlose Online-Festplatte an. Jedenfalls gehört es m.E. zur Standardinformation, wie groß einzelne Dateien beim jeweiligen Cloud-Anbieter sein dürfen. Als ich mich damals bei SkyDrive angemeldet habe wegen der damals angebotenen 25GB, kam bei der maximalen Dateigröße (50MB?) die Ernüchterung.

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  • brzl 10:08 | 26.04.2012

    Ob sich das lohnt?

    Hallo, Leute, wir sprechen hier von zwei bis +- 10 GB Speicherplatz. Um wenige Euronen kauft man einen entsprecheneden USB-Stick oder lässt ihn sich als Werbe-Präsent schenken. Und dafür soll man seine Daten rausrücken? Welche AGBs werden angewendet? Was ist, wenn das FBI den Server wg Millenium Act oder angeblichem Terrorismus dicht macht? Ich glaube, dass diese wolkigen Angebote nur etwas sind für die allerblauäugigsten uter uns.

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