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Cloud-Daten zuverlässig absichern

07.06.2014 | 08:45 Uhr |

Die in der Cloud bei Skydrive, Google und Dropbox abgelegten Daten liegen auf Servern in den USA. Um NSA, Hacker und andere Spione auszusperren, hilft nur Verschlüsselung.

Nicht jedes LaNd Nimmt es mit den Datenschutz so genau wie Deutschland und hat so strenge Vorschriften und Gesetze, die den Zugriff auf Nutzerdaten regeln. Das deutsche Bundesdatenschutzgesetz legt zusammen mit den Datenschutzgesetzen der Länder und anderen bereichsspezifischeren Regelungen den Umgang mit personenbezogenen Daten fest, die in Informations- und Kommunikationssystemen oder manuell verarbeitet werden. Darunter fallen auch die Daten, die in der Cloud einer bundesdeutschen Anbieters wie der Telekom gesichert sind.

Andere Länder, andere Sitten: In den Vereinigten Staaten von Amerika regelt der PATRIOT Act unter anderem den Datenschutz. Das als als direkte Reaktion auf die Terroranschläge am 11. September 2001 erlassene „Gesetz zur Stärkung und Einigung Amerikas durch Bereitstellung geeigneter Instrumente, um Terrorismus aufzuhalten und zu blockieren“ (Uniting and Strengthening America by Providing appropriate tools required to intercept and obstruct terrorism) erlaubt US-amerikanischen Behörden wie FBI, CIA oder NSA auch ohne richterliche Anordnung den Zugriff auf Informationen auf Servern von jeglichen US-Unternehmen. Dies gilt übrigens ebenso für im Ausland ansässige Tochterunternehmen von US-Firmen. Diese sind selbst dann verpflichtet, den Behörden Zugriff zu gewähren, wenn es die lokalen Datenschutzrichtlinien in einem anderen Land untersagen. Darunter fallen demnach auch die meisten der großen Cloud-Anbieter wie Amazon, Google, Skydrive, Dropbox und Box.net. Wer also seine Daten auf Servern eines US-Unternehmens ablegt, muss fürchten, dass sie ausgespäht werden.

Die Mechanismen hinter Verschlüsselung

Boxcryptor verschlüsselt Daten in einem Container bei Dropbox, Google Drive oder Skydrive. Die installierten Dienste werden erkannt und eingebunden.
Vergrößern Boxcryptor verschlüsselt Daten in einem Container bei Dropbox, Google Drive oder Skydrive. Die installierten Dienste werden erkannt und eingebunden.

Sicher aufgehoben in der Cloud der Deutschen Telekom

Die deutsche Telekom bewirbt Ihre Cloud mit TÜV-geprüfter Datensicherheit und höchstmöglichem Datenschutz. Die Speicherung soll ausschließlich auf deutschen Servern in Deutschland und unter Anwendung der strengen deutschen Datenschutzrichtlinien erfolgen. Der Upload der Dateien geschieht laut Anbieter stets verschlüsselt. Der Dienst steht jedermann kostenlos nach einer Registrierung zur Verfügung. Über Mediencenter-Software für Windows, Android und iOS können Nutzer bis zu 25 GB eigene Daten im Netz speichern und von zu Hause aus am PC aus oder von unterwegs per Smartphone oder Tablet darauf zugreifen. Über die App für mobile Geräte hat man auf Fotos, Musik und Videos Zugriff und erstellt, löscht oder bearbeitet Ordner. Über die Funktion „Share“ steuert man Dateifreigaben.

Boxcryptor legt ein virtuelles Laufwerk mit einem eigenen Laufwerksbuchstaben an. So kann man Dateien im Windows-Explorer wie gewohnt in den Container kopieren.
Vergrößern Boxcryptor legt ein virtuelles Laufwerk mit einem eigenen Laufwerksbuchstaben an. So kann man Dateien im Windows-Explorer wie gewohnt in den Container kopieren.

Für mehr Sicherheit: Sensible Daten in der Cloud verschlüsseln

Wer seinen lieb gewonnenen Cloud-Anbieter nicht verlassen möchte, der sollte vertrauliche Informationen nur noch verschlüsselt in den Online-Speicher stellen. Das gelingt recht einfach mit dem Tool Boxcryptor . Das Programm chiffriert Ihre Cloud- Dateien vor dem Upload zu Dropbox & Co. nach dem AES-256-Standard, um sie vor Missbrauch zu schützen. Dazu erstellt das englischsprachige Tool einen Ordner, in dem die codierten und mit einem Passwort geschützten Daten landen.

Wird Dropbox, Google Drive oder Skydrive erkannt, legt die Software darin den eigenen Ordner als Unterverzeichnis an. In der kostenlosen Version arbeitet Boxcryptor mit nur einem Cloud-Dienst zusammen und lässt sich nur auf zwei Geräten nutzen. Die pro Jahr 36 Euro teure Unlimited-Personal-Version kennt diese Einschränkungen nicht und bietet zusätzlich eine Dateinamenverschlüsselung.

Auch mit Viivo lassen sich Cloud-Angebote wie Dropbox mit deutlich weniger Sicherheitsbedenken nutzen. Das Verschlüsselungsverzeichnis wird über ein virtuelles Laufwerk in Windows eingebunden. Das in der Basisversion für bis zu 2 GB Daten kostenlose Verschlüsselungs-Tool verwendet den Kryptografie-Standard AES-256.

Viivo ist zwar nicht auf Dropbox beschränkt, unterstützt diesen Dienst aber direkt. Entdeckt das Programm während seiner Installation einen Dropbox-Ordner, legt es darin ein verstecktes Unterverzeichnis für die verschlüsselten Daten an. Die entschlüsselten Dateien werden als Ordner in das Benutzerverzeichnis eingebunden. Für iOS und Android gibt es Viivo als Gratis-App.

Ein weiterer Dienst zum Verschlüsseln von Dateien bei verschiedenen Cloud-Anbietern ist Cloudfogger . Damit gesicherte Daten lassen sich mittels Freigabe mit anderen Nutzern gemeinsam verwenden, etwa per E-Mail oder Dropbox. Voraussetzung ist, dass alle Beteiligten ein Cloudfogger-Konto besitzen. Darüber hinaus bringt das Tool ein Add-in für Outlook mit, sodass man Mail-Anhänge beim Versenden für den Empfänger verschlüsseln und freigeben kann.

Sicher in die Cloud: Plattformunabhängig verschlüsseln

Mit den Boxcryptor-Apps für Android und iOS haben Sie Ihre wichtigen Dateien trotz Verschlüsselung auch unterwegs stets mit dabei.
Vergrößern Mit den Boxcryptor-Apps für Android und iOS haben Sie Ihre wichtigen Dateien trotz Verschlüsselung auch unterwegs stets mit dabei.

Daten mit Boxcryptor verschlüsseln

Installieren sie das Programm, und starten sie den PC neu. Danach melden sie sich mit einem bestehenden Konto bei Boxcryptor an oder registrieren sich neu. Entscheiden sie sich danach für das gewünschte Leistungspaket, also „free“, und bestätigen sie mit „OK“. Drücken sie im nächsten fenster auf „Weiter“, um eine Einführung zu erhalten. falls sie das nicht möchten, klicken sie auf „Tour überspringen“ und dann auf „OK“. melden sie sich danach mit ihren Zugangsdaten an. Boxcryptor ist nun aktiv und hat sich mit einem Icon im Systray verankert. Klicken sie mit der rechten Maustaste auf das icon, und gehen sie zu „Einstellungen“. Im Register „Speicherorte“ sind alle auf dem PC installierten Cloud-Dienste aufgelistet. Aktivieren sie den Cloud-speicher, der mit Boxcryptor zusammenarbeiten soll. In register „Erweitert“ sehen sie, welchen Laufwerksbuchstaben sich Boxcryptor reserviert hat. sie können einen anderen Buchstaben auswählen und auch die Bezeichnung des Laufwerks ändern. alle anderen Einstellungen belassen sie auf ihren Vorgaben.

Ein Doppelklick auf das Systray-Icon öffnet das Boxcryptor-Laufwerk als neues Windows-Explorer-Fenster. Jede Datei und jeder Ordner, die sie in dieses Laufwerk kopieren, wird mit dem sicheren AES-256-Verfahren verschlüsselt und im „Boxcryptor“-Unterordner ihrer Dropbox abgelegt. Die Bezahlversion von Boxcryptor kann nicht nur die inhalte, sondern auch die Datei und den Ordnernamen verschlüsseln. Dropbox gleicht die verschlüsselten Dateien aus diesem Unterordner dann genauso über den Internet-Speicherplatz ab. Um diese Dateien auf einem anderen PC oder einem Mobilgerät mit Dropbox zu öffnen, installieren sie dort ebenfalls Boxcryptor und nutzen die gleichen Zugangsdaten. in ihrem dortigen Boxcryptor-Laufwerk finden sie dann die entschlüsselten Dateien und können ebenfalls Dateien hineinkopieren, die verschlüsselt synchronisiert werden sollen.

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