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Clevere Tipps für Dropbox, Google Drive & Co.

03.10.2014 | 09:23 Uhr |

Es herrscht wahrlich kein Mangel an Angeboten von kostenlosem Speicherplatz im Web. Lesen Sie hier, wie Sie am besten mit Dropbox, Ubuntu One oder Google Drive umgehen.

Dropbox, Google Drive, Skydrive oder Ubuntu One bieten ihren Kunden ein Mindestkontingent an kostenlosem Speicherplatz. Meist handelt es sich hier um fünf GB. Beliebt sind bei den Anbietern auch Sonderaktionen, mit denen der Nutzer das Kontingent ebenfalls gratis erweitern kann, etwa indem er weitere Mitglieder wirbt. Der riesige Speicherplatz ist verlockend und wartet geradezu darauf, entsprechend vielfältig genutzt zu werden. Nur ist dies unter Linux nicht immer so einfach wie unter Windows.

Cloud mit dem Client einbinden

Ubuntu One von Canonical ist perfekt in Ubuntu eingebunden: Für die ersten Schritte in der Cloud gibt es für Ubuntu-Nutzer kaum eine einfachere Alternative.
Vergrößern Ubuntu One von Canonical ist perfekt in Ubuntu eingebunden: Für die ersten Schritte in der Cloud gibt es für Ubuntu-Nutzer kaum eine einfachere Alternative.

Ihren vollen Komfort entfalten die Online-Speicher erst dann, wenn sie sich möglichst einfach in das Dateisystem des Rechners einbinden lassen. Zwar bieten alle Dienste auch einen Zugang per Browser an, aber so richtig komfortabel ist das Hochladen per Hand natürlich nicht. Besonders einfach ist die Integration bei Ubuntu One gelungen. Sobald der Nutzer das Icon auf seinem Desktop anklickt, kümmert sich das System um den Rest. Dabei kann auch unmittelbar ein neues Benutzerkonto eingerichtet werden.

Dropbox bietet auf seiner Seite ebenfalls einen Client an. Geben Sie dessen Installation den Vorzug gegenüber eventuell in den Paketquellen der Distribution enthaltenen Versionen, da er aktueller ist.

Strato Hidrive mit SSH mounten: Das Hidrive lässt sich ohne zusätzliche Software mit allen bekannten Protokollen als Ordner in das Dateisystem laden.
Vergrößern Strato Hidrive mit SSH mounten: Das Hidrive lässt sich ohne zusätzliche Software mit allen bekannten Protokollen als Ordner in das Dateisystem laden.

Strato Free Hidrive spielt eine Sonderrolle als einzige echte Online-Festplatte: Es benötigt keine zusätzliche Software, sondern wird mit einem Standardprotokoll Ihrer Wahl direkt in das Dateisystem geladen. Dafür steht WebDAV auch in der kostenlosen Version Free HiDrive zur Verfügung, für die Nutzung von SMB, FTP oder rsync müssen Sie die kostenpflichtige HiDrive-Variante wählen. Hidrive lässt auch dauerhaft mit einem Eintrag in der Datei „fstab“ automatisch einbinden. Zum Laden ad hoc genügt ein einzeiliges Mini-Script
sshfs [nutzer]@sftp.hidrive.strato.com: /mnt/hidrive mit dem Befehl sshfs, um anschließend die Daten im angegebenen Mount-Verzeichnis vorzufinden (im Beispiel „/mnt/hidrive“). Das Verzeichnis muss existieren und leer sein.
Sky Drive und Google Drive: Zugriff per Dritt-Software
Etwas störrischer als die gerade genannten Angebote lassen sich Google Drive oder auch Sky Drive unter Ubuntu nutzen. Ihnen gemeinsam ist, dass es keinen offiziellen Linux-Client gibt. Sie müssen trotzdem nicht aufgeben, da einige Drittanbieter sich dieses Problems annehmen.

Eines dieser Angebote ist Insync , das seinen Linux-Client, der sich noch in der Betaphase befindet, kostenlos zur Verfügung stellt. Sie müssen lediglich das Software-Paket auf Ihren Rechner laden und mit einem Doppelklick installieren. Das Software-Center von Ubuntu wird Sie auf eine „schlechte“ Qualität hinweisen, diese Warnung dürfen Sie aber getrost ignorieren. Über Insync in der Suchmaske von Unity starten Sie nach erfolgter Installation die Software. Diese stellt dann über den Browser eine Verbindung zu Google Drive her, wo Sie den Zugriff der Anwendung auf die Daten bestätigen. Zur besseren Unterscheidung der Systeme, die Zugriff auf Ihre Daten besitzen, vergeben Sie zum Abschluss einen Namen für den Computer. Mehr ist tatsächlich nicht zu tun. Anschließend steht Ihnen im Dateimanager direkt im Home-Verzeichnis der Ordner „Insync“ zur Verfügung, der seine Inhalte mit Google Drive automatisch abgleicht. Angeboten werden auch Clients für Windows und Mac, die sind allerdings kostenpflichtig (10 US-Dollar).

Für Skydrive von Microsoft existiert ebenfalls ein grafischer Client der Firma Storagemadeeasy . Nachdem Sie sich bei Skydrive registriert haben, müssen Sie dies auch bei diesem Software-Anbieter tun. Klicken Sie auf der Homepage auf den Schalter „Register“, und geben Sie Ihre persönlichen Informationen ein. Sind die Formalien abgeschlossen, loggen Sie sich ein und fügen mit „Add a Cloud Provider“ Ihren Skydrive-Account hinzu. Unter der Adresse storagemadeeasy finden Sie Installations-Pakete für Linux-Clients. Das Programm ist während der Betaphase kostenlos. Das Interessante an diesem Service ist zweifellos, dass er auch andere Cloud-Dienste unter einer Oberfläche bündeln kann. Ist die Installation abgeschlossen, rufen Sie den „SME Client“ über Unity auf. In dem einfachen Dialog wählen Sie einen lokalen Ordner aus und geben Ihre Zugangsdaten ein. Danach wird die Verbindung hergestellt, und Sie können auch auf das integrierte Skydrive zugreifen.

Owncloud Version 5

Das Arbeiten und Synchronisieren von Dateien in der Cloud ist eine Frage des Vertrauens. Ambitionierte und versierte Cloud-Nutzer, die vollständige Kontrolle über ihre Dateien behalten wollen, richten sich auf dem NAS oder Webspace mit Owncloud einen eigenen Service ein. Dabei brauchen Sie auf zusätzliche externe Anbieter nicht zu verzichten, da die aktuellen Versionen 4.5.x und 5.0.x von Owncloud auch die Einbindung externen Speicherplatzes erlauben. Die neueste Version 5 erweitert die bekannten Funktionen unter anderem um das Wiederherstellen versehentlich gelöschter Dateien, eine neue Fotogalerie und eine Volltextsuche. Einen Workshop zur Owncloud finden Sie auf dieser Seite .

Direkt im Sync-Ordner arbeiten

Software-Clients integrieren Ubuntu One oder Dropbox in den Linux-Dateimanager.
Vergrößern Software-Clients integrieren Ubuntu One oder Dropbox in den Linux-Dateimanager.

Sollen auf allen synchronisierten Geräten stets die gleichen Dateien zur Verfügung stehen, ist es empfehlenswert, die Dokumente direkt im überwachten Sync-Ordner zu bearbeiten oder das Verzeichnis eines aktuellen Projekts in die Synchronisation aufzunehmen. Ubuntu One und Insync tragen sich in die Kontextmenüs des Dateimanagers Nautilus ein. Mit einem Rechtsklick auf einen Ordner nehmen Sie diesen so in den Abgleich mit auf.

Symlinks sorgen dafür, dass Daten am ursprünglichen Ort verbleiben können und dennoch in der Cloud synchronisiert werden.
Vergrößern Symlinks sorgen dafür, dass Daten am ursprünglichen Ort verbleiben können und dennoch in der Cloud synchronisiert werden.

Einige Anwender fürchten eventuell um die ausgefeilte Dateistruktur ihres Systems durch das selektive Verschieben von wichtigen Dateien in die Dropbox. Eine Lösung bieten hier symbolische Links. In den zu überwachenden Ordner wird ein Verweis auf den Ordner oder die Datei gesetzt, die synchronisiert werden soll. Damit bleibt das Original zwar an seinem Speicherplatz, wird aber trotzdem an den Server gesendet. Insync und Dropbox etwa unterstützen solche Symlinks ohne Probleme. Im Zweifel hilft hier das Ausprobieren beim eigenen Cloud-Anbieter. Einen symbolischen Link legen Sie so an:
ln -s <Pfad zur Datei> <Pfad zum Verweisziel>

Möchten Sie das Verzeichnis „Wichtig“, das sich im Ordner „Dokumente“ befindet, als symbolischen Link in die Dropbox setzen, lautet der Befehl hierfür:
ln -s /home/<Benutzername>/Dokumente/Wichtig /home/<Benutzer>/Dropbox

Wenn Sie sich im Dateimanager Nautilus den Ordner der Dropbox ansehen, finden Sie dort ebenfalls einen Ordner mit dem Titel, der aber mit einem Pfeil gekennzeichnet ist.

Gemeinsam mit anderen an Dokumenten arbeiten

Die Dropbox enthält einen speziellen Ordner für Fotos: Geben Sie diesen frei, wer- den alle darin gespeicher- ten Fotos übersichtlich auf einer kleinen Webseite präsentiert.
Vergrößern Die Dropbox enthält einen speziellen Ordner für Fotos: Geben Sie diesen frei, wer- den alle darin gespeicher- ten Fotos übersichtlich auf einer kleinen Webseite präsentiert.

Dropbox, Ubuntu One und auch Skydrive machen es dem Nutzer sehr einfach, Dokumente oder Fotos mit Kollegen und Freunden zu teilen. Besonders geeignet für die schnelle Freigabe sind auch hier Ubuntu One und Dropbox. Ubuntu One unterscheidet zwischen einer Veröffentlichung und Freigabe. Wollen Sie Dateien für andere zugänglich machen, klicken Sie diese im Dateimanager mit der rechten Maustaste an und wählen „Veröffentlichen“ aus dem Menü „Ubuntu One“. Danach zeigt Ihnen das Kontextmenü einen weiteren Eintrag. Mit „Internet-Verweis kopieren“ übernehmen Sie einen Link auf die Datei in die Zwischenablage. Diesen verteilen Sie per Mail oder Chat-Programm an die gewünschten Personen. Die Freigabe dagegen, die Sie ebenfalls über das Kontextmenü erreichen, versendet eine Einladung per Mail an die berechtigten Personen. Diese müssen sich für den Zugriff allerdings auch bei Ubuntu One mit dieser Mailadresse anmelden.

Die Freigabe von Fotos beherrscht insbesondere Dropbox meisterlich. Geben Sie den speziellen Ordner „Photos“ für andere frei, erhalten die Personen einen Link auf eine Website, auf der das Bildmaterial ansprechend präsentiert wird – eine gute Alternative zum eigenen Fotoalbum bei einem anderen Dienst.

Dokumente per Script im Cloud-Ordner sichern
Die bei kostenlosen Angeboten üblichen fünf GB dürften für das vollständige Backup eines Systems zu knapp bemessen sein. Für regelmäßige selektive Sicherungen bietet sich die Cloud als zusätzliches Speichermedium aber durchaus an. Das bewährte Programm rsync synchronisiert Ordner untereinander. Optional kann rsync zu fest definierten Zeitpunkten automatisiert gestartet werden.

Rsync kennt eine Reihe von Schaltern und Optionen, die wirklich alle Aspekte einer Datensicherung berücksichtigen. Der einfachste Funktionsaufruf sieht so aus:
rsync -a <Quelle> <Ziel>

Um einen Ordner „Musik“ im Home-Verzeichnis zum Dropbox-Server zu kopieren, lautet der Befehl:
rsync -a /home/<Benutzer>/Musik/ /home/<Benutzer>/Dropbox/Musik/
Im Zusammenspiel mit einem Kommandozeilenprogramm wie Cron, für dessen Einrichtung auch grafische Oberflächen angeboten werden, kopieren Sie zuverlässig alle Dateien aus kritischen Ordnern in den Online-Speicher.

Gehen Sie auf Nummer sicher und verschlüsseln Sie Dateien

Ein kleines Zusatzprogramm macht die Einrichtung eines verschlüsselten Dateisystems besonders einfach.
Vergrößern Ein kleines Zusatzprogramm macht die Einrichtung eines verschlüsselten Dateisystems besonders einfach.

Auch wenn die Möglichkeiten des einfachen Datenaustauschs über das Internet beeindruckend sind, sollte man sich immer vor Augen halten, dass es dabei keine absolute Sicherheit geben kann. Für vertrauliche Dokumente sollten Sie immer für Verschlüsselung sorgen. Welche Methode hier in Frage kommt, ist abhängig von den Datenmengen und davon, mit welchen Endgeräten und Betriebssystemen die Daten synchronisiert werden sollen.

Eine komfortable Möglichkeit ist das Einrichten eines verschlüsselten Dateisystems wie das Encrypted File System (Enc FS). In der Praxis basiert das System auf zwei Verzeichnissen: Einem verschlüsselten Ordner einerseits, der im Cloud-Speicher liegt (also der Dropbox, Ubuntu One), andererseits einem Mount-Punkt, also einem anderen Verzeichnis, über das Sie auf die Dateien und deren unverschlüsselte Namen zugreifen. Dokumente, die Sie dorthin verschieben, bleiben für Sie sichtbar, lagern physikalisch aber verschlüsselt im sicheren Ordner.

Das Enc FS kann mit Zusatzprogrammen auch unter Windows, Mac und Linux genutzt werden. Inzwischen gibt es auch erste Clients für Android (Cryptonite). Mit dem Gnome Enc FS Manager gibt es für Ubuntu ein sehr komfortables Werkzeug für die Verwaltung solcher Dateisysteme. Die Installation ist auf den Seiten des Projekts sehr gut erklärt und sollte auch Einsteiger kaum vor Probleme stellen.

Danach rufen Sie die Software über Unity mit Gnome Encfs Manager auf. Klicken Sie auf das Dokumentensymbol. Es öffnet sich der zweigeteilte Dialog. Im oberen Dialog legen Sie mit einem Klick in das Optionsfeld und auf das Ordnersymbol innerhalb des lokalen Verzeichnisses Ihres Cloud-Dienstes einen neuen Ordner an. Unter „Mount Verzeichnis“ definieren Sie jetzt an anderer Stelle einen Ordner, den Sie für die Verwaltung der Dateien nutzen wollen. Im Dateimanager Nautilus kopieren Sie Dokumente, die verschlüsselt synchronisiert werden sollen, in diesen Ordner. Schließlich müssen Sie noch zweimal ein Passwort eintragen, das für die Verschlüsselung genutzt werden soll. Um Ihre Dateien auch lokal vor fremden Blicken zu schützen, werfen Sie das Verzeichnis am Ende einer Sitzung einfach aus.

Enc FS ist kompatibel mit der beliebten Verschlüsselungs-Software Boxcryptor . Sie können also unter Windows oder Android Boxcryptor verwenden und die Daten unter Linux mit Enc FS entschlüsseln und umgekehrt.

Für Linux, Windows und Mac eignet sich das kostenlose Truecrypt . Das verschlüsselte Volume in Form einer Datei legen Sie einfach in diesem lokalen Sync-Ordner an. Da bei der Synchronisierung immer das gesamte Volume in die Cloud übertragen wird, auch wenn nur minimale Änderungen stattfanden, sollten Sie das Volume so klein wie möglich halten: Mit „Create Volume“ legen Sie zunächst den Container an. Der Vorgang ist dank eines Assistenten leicht verständlich. Am besten lassen Sie alles bei den Voreinstellungen.

Ist der Container angelegt, können Sie ihn mit „Select File“ auswählen und mit „Mount“ laden. Jetzt sorgt Truecrypt automatisch dafür, dass der Container in das Dateisystem eingebunden wird. Er kann jetzt wie eine externe Festplatte genutzt werden. Am Ende des Arbeitstages entfernen Sie den Container in Truecrypt mit „Dismount“ wieder aus dem Dateisystem.

Welche Cloud taugt für wen?

Ubuntu One auf Android: Ubuntu-Nutzer mit Android-Smartphones haben wenig Grund, nach Alternativen zu suchen.
Vergrößern Ubuntu One auf Android: Ubuntu-Nutzer mit Android-Smartphones haben wenig Grund, nach Alternativen zu suchen.

Linux-Anwender, die sich wenig Mühe mit der Einrichtung des Cloud-Speichers machen wollen, greifen am besten zu Dropbox, Ubuntu One oder auch zum Newcomer Copy . Sie stellen Clients für die Synchronisation der Daten zur Verfügung und funktionieren unmittelbar nach der Installation. Dropbox kann zusätzlich mit seinen komfortablen Sharing-Optionen für Fotos punkten. Wenn die geteilten Dateien auch noch auf mobilen Geräten mit Android oder iOS genutzt werden sollen, stehen die beiden erneut an vorderer Stelle. Insbesondere für das iPad gibt es zahllose Apps zum Erweitern der Dropbox-Funktionen.

Google Drive ist besonders für Nutzer interessant, die auch Android-Geräte sowie Windows- und Mac-Rechner verwenden. Das direkte Einbinden unter Ubuntu mit einer recht veralteten App (Google FS) funktioniert nicht immer. Hier schließt Insync eine Lücke, auch wenn der endgültige Preis für diesen Client noch nicht feststeht.

Microsofts Skydrive dürfte eher nicht auf der Wunschliste für Linux-Nutzer stehen. Direktes Einbinden etwa über Webdav ist nicht möglich. Hier bietet sich dann der Einsatz externer Services an (neben dem bereits erwähnten Storage Made Easy auch Otixo.com). In diesem Fall ist es aber mehr als ratsam, seine Dateien nur verschlüsselt in der Cloud zu speichern, da eine weitere Stelle zwischengeschaltet ist. Ohne Hilfsmittel ist Skydrive unter Linux nur im Browser erreichbar.

Eine Sonderrolle nimmt Hidrive von Strato ein. Dank präziser und gut verständlicher Support-Dokumente bei Strato kann der externe Speicher schnell und reibungslos unter Ubuntu genutzt werden. Für eine Reihe von Funktionen müssen Sie aber zur kostenpflichtigen Variante HiDrive 100 oder HiDrive 500 greifen.

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