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Chromecast-Tricks zum Streamen vom Notebook und PC

29.08.2014 | 09:43 Uhr |

Beim Chromecast-Stick legt Google den Fokus klar auf Smartphone und Tablet, doch auch das Streamen der Browser-Inhalte vom PC und Notebook ist kein Problem. Dazu gibt’s Tipps von PC-WELT.

Voraussetzung zum Übertragen des PC- oder Notebookinhalts ist der Chrome-Browser . Zusammen mit der Chromecast-Erweiterung lassen sich damit Inhalte sowohl von Windows- und Linux-PCs als auch vom Mac auf den Fernseher im Wohnzimmer streamen.
Anders als beim Smartphone und Tablet, wo die App (für Android, iOS und Windows Phone) nur einen Steuerbefehl in Form einer Abspiel-URL an den Stick gibt und dieser die Inhalte direkt aus dem Netz streamt, wird der Browser-Inhalt über den PC selbst abgespielt. Das zeigt sich deutlich bei leistungsschwachen Notebooks, bei denen Videos am TV-Gerät erheblich ruckeln können oder Bild und Ton nicht synchron laufen. Da hilft nur ein ausreichend leistungsfähiger Rechner.

Als weitere Einschränkung ist die Maximalauflösung von 720p beim Übertragen der Browser-Tabs zu nennen, bei den Codecs werden zudem nur H.264 sowie VP8 unterstützt. Trotz dieses Mankos kann Google Chromecast im Test durchaus überzeugen, nicht zuletzt wegen der einfachen Einrichtung und Bedienung.

Die besten Tipps und Tricks zu Chromecast

Chromecast: Browser-Inhalte vom PC per Smartphone fernsteuern

Die Übertragung von Webinhalten auf den Chromecast-Stick und damit den Fernseher gestaltet sich einfach: Sie installieren, falls noch nicht geschehen, den Chrome Browser auf Ihrem Notebook/PC und das Chromecast-Plugin aus dem Webstore . Dann genügt ein Klick auf das Cast-Symbol rechts oben im Browser und die Auswahl des Sticks, schon wird der PC-Monitor auf das TV-Gerät gespiegelt.

Die Beschränkung auf die Browser-Inhalte lässt sich über die Fernbedienungs-App Chrome Remote Desktop für Android umgehen. Die gleichnamige Anwendung spielen Sie ebenfalls über den Chrome Webstore auf Ihrem PC auf. Anschließend starten Sie die App, klicken auf „Autorisieren -> Akzeptieren -> Jetzt starten (Meine Computer) -> Remote-Verbindungen aktivieren“. Legen Sie einen mindestens sechsstelligen Zahlen-PIN fest und bestätigen Sie mit „OK“. Es dauert einen Augenblick, bis die Remote-Verbindung aktiviert ist.

Nun starten Sie die Android-Remote-App und tippen darin auf den freigegebenen Rechner, geben Ihre PIN ein und folgen „Verbinden“. Daraufhin lässt sich der gesamte Rechner über das Mobilgerät von der Couch steuern. Das ist zu Beginn etwas ungewohnt, weil man sich erst an den Maus-Doppelklick von Windows auf dem kleinen Touch-Bildschirm gewöhnen muss.

Die Einrichtung der Fernbedienungs-App Chrome Remote Desktop ist schnell erledigt, die Bedienung per Doppelklick auf den Windows-Desktop am Smartphone ist etwas ungewohnt.
Vergrößern Die Einrichtung der Fernbedienungs-App Chrome Remote Desktop ist schnell erledigt, die Bedienung per Doppelklick auf den Windows-Desktop am Smartphone ist etwas ungewohnt.

Teamviewer als Software auf einem Rechner installiert leistet zusammen mit der Mobil-App ähnliches. Dazu müssen Sie allerdings im Chromecast-Tab des Browsers die Option „Gesamten Bildschirm übertragen (experimentell)“ wählen, sonst erscheint nur das Browser-Fenster. In unseren Tests funktionierte dies allerdings nicht immer.

Beschränkungen bei der Auflösung aufheben

Die Limitierung auf die 720p-Auflösung beim Übertragen der Browser-Inhalte wurde bereits genannt, schön ist das Bild auf dem Fernseher damit nicht. So ist es insbesondere kein Genuss, einen Film auf einem Gerät zu schauen, das in aller Regel 1080p auflöst – immerhin, es funktioniert.

Auch dies lässt sich umgehen, nämlich mit der gelungenen Chrome-Erweiterung Videostream : Videostream kodiert die Filme in Echtzeit um, hebt also zum einen die Chromecast-Beschränkung auf die unterstützten Codecs H.264 und VP8 auf. Das gleiche gilt für die 720p-Beschränkung beim Streamen, lokale Videos in Full HD sind also ebenso wenig ein Problem wie Online-Videos mit 1080p über YouTube. Zu guter Letzt existiert dazu eine komfortable Fernbedienung für Android .

Gelungen: Videostream ist eine Chrome-Erweiterung, die etliche Beschränkungen beim Übertragen vom PC auf den Chromecast-Stick aufhebt.
Vergrößern Gelungen: Videostream ist eine Chrome-Erweiterung, die etliche Beschränkungen beim Übertragen vom PC auf den Chromecast-Stick aufhebt.

Für das genaue Gegenteil hoher Auflösung steht übrigens Gaming Cast : Die App bringt über Chromecast Spieleklassiker wie Tetris auf den Fernseher zurück, also ganz so wie früher!

Chromecast am Hotel-TV: So geht’s

Obwohl es naheliegend ist, lässt sich Chromecast in den meisten Fällen nicht einfach über das WLAN im Hotel am Fernseher im Zimmer verwenden. Der Grund liegt in der AP- oder Client-Isolierung der Netze. Hier stößt der Google-Stick an seine Grenzen. Auch die im Smartphone integrierte Tethering-Funktion genügt zum Übertragen nicht, vielmehr benötigen Sie ein Gerät mit separatem WLAN. Das kann ein Access Point sein, der die kabellose Online-Anbindung über – falls vorhanden – einen Netzwerkanschluss im Hotelzimmer – herstellt. Alternativ lässt sich ein mobiler Router mit SIM-Karte einsetzen. Hier allerdings stellt sich bei Filmen schnell das Problem, dass das Datenvolumen über Mobilfunk begrenzt ist.

Kleine, preisgünstige Access Points helfen, lokale oder aus der Cloud gestreamte Inhalte auf den Chromecast-Stick auf das TV-Gerät im Hotelzimmer zu übertragen.
Vergrößern Kleine, preisgünstige Access Points helfen, lokale oder aus der Cloud gestreamte Inhalte auf den Chromecast-Stick auf das TV-Gerät im Hotelzimmer zu übertragen.
© TP Link

Möchten Sie nur zuvor auf dem Smartphone oder Tablet-PC gespeicherte Filme auf dem Hotel-TV abspielen, genügt das WLAN-Netz eines Access Points – einen Zugang zum Internet benötigen Sie nicht. Solche Access Points ab ca. 20 Euro sind zum Teil sehr kompakt, eignen sich also auch für Reisen.

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