5032

China: 11 Jahre Gefängnis für Internet-Surfer

07.08.2002 | 11:47 Uhr |

Wegen unerlaubter Internet-Nutzung wurde Li Dawei aus Tianshui im Nordwesten Chinas von den dortigen Behörden zu elf Jahren Gefängnis verurteilt. Der ehemalige Polizist wird angeklagt, rund 500 "konterrevolutionäre" Texte aus dem Web heruntergeladen und einige davon auf seiner Festplatte gespeichert zu haben. Zudem habe Li mittels Mail, Briefen und Telefonaten mit Kontaktleuten aus Übersee kommuniziert.

Wegen unerlaubter Internet-Nutzung wurde Li Dawei aus Tianshui im Nordwesten Chinas von den dortigen Behörden zu elf Jahren Gefängnis verurteilt. Der ehemalige Polizist wird angeklagt, rund 500 "konterrevolutionäre" Texte aus dem Web heruntergeladen und einige davon auf seiner Festplatte gespeichert zu haben. Zudem habe Li mittels Mail, Briefen und Telefonaten mit Kontaktleuten aus Übersee kommuniziert, berichtet die Organisation, wie unsere Schwesterpublikation Computerwoche unter Berufung auf eine nicht näher genannte Menschenrechtsorganisation berichtet.

Lis Rechtsanwalt legte am Obersten Gerichtshof der Provinz Gansu Berufung gegen das Urteil ein. Es steht aber noch kein Termin für eine Anhörung fest.

China entwickelte sich still und leise zum Land mit der drittgrößten Zahl an Internet-Nutzern weltweit. Allein im letzten halben Jahr stieg die Zahl der Anwender um 35,5 Prozent auf aktuell 45,8 Millionen Nutzer (PC-WELT berichtete). Trotz dieses Internet-Booms gehen die chinesischen Behörden restriktiv gegen Online-Nutzer vor, wie dieMassenschließungen von Internet-Cafeszeigen.

Trotz Linux und Raubkopien: Microsoft investiert in China (PC-WELT Online, 28.06.2002)

Schanghai schließt 244 Internet-Cafés (PC-WELT Online, 27.06.2002)

0 Kommentare zu diesem Artikel
5032