DSL-Fallen

Bestandskunden-, Call-by-Call- & Umzugs-Falle

Mittwoch, 01.08.2012 | 13:20 von Daniel Behrens
Die Bestandskunden-Falle

Preissenkungen geben viele DSL-Anbieter nur auf Nachfrage an Bestandskunden weiter. Sie sollten daher selbst aktiv werden. Ihr Anbieter zeigt sich zickig? In diesem Fall hilft oft der Hinweis darauf, dass Sie den Vertrag ansonsten zum nächstmöglichen Termin  kündigen werden. Ein Wechsel in einen günstigeren Tarif ist in der Regel erst nach Ablauf der Mindestlaufzeit möglich - und mit einer neuen Mindestlaufzeit verbunden.

Call-by-Call-Falle: Eingeschränkte (Vor-)Wahlfreiheit

Über Tarifvergleiche finden Sie die aktuell günstigste
Call-by-Call-Vorwahl
Vergrößern Über Tarifvergleiche finden Sie die aktuell günstigste Call-by-Call-Vorwahl

Bei fast allen DSL-Anbietern fällt der Telefonanschluss der Telekom weg und wird durch einen des neuen Anbieters ersetzt. Das bringt vordergründig eine Ersparnis, hat aber auch einen Nachteil: Nahezu alle alternativen Netzbetreiber unterbinden Call-by-Call-Vorwahlen (die in der Regel mit 010 beginnen). Die Einschränkung klingt vertretbar, kann aber je nach Telefonierverhalten durchaus ins Gewicht fallen:

Wer beispielsweise den Telefon- und DSL-Tarif "Vodafone DSL Classic Paket" nutzt, zahlt für ein Gespräch in die Türkei 10 Cent pro Minute. Beim "InternetFlat Paket" sind es sogar 25 Cent. Mit dem günstigsten Call-by-Call-Anbieter würden Sie hingegen nur 1,3 Cent zahlen. Drastisch ist auch der Unterschied bei Anrufen ins Handynetz. Für einen Anruf zu Vodafone (D2) und T-Mobile (D1) würden Sie bei dem genannten Vodafone-Tarifen 19 Cent pro Minute zahlen. Wenn Ihr Gesprächspartner das O2- oder E-Plus-Netz nutzt, sind es sogar 22 Cent. Mit der günstigsten Call-by-Call-Vorwahl wären Sie schon mit 3,3 Cent dabei. Für ein zehnminütigen Gespräch ins E-Plus- oder O2-Netz zahlen Sie bei Vodafone also ganze 1,87 Euro mehr als mit einem Telekom-Anschluss und dem günstigsten Call-by-Call-Anbieter!

Immerhin bieten fast alle DSL-Anbieter Telefon-Flatrates in ausgewählte Länder für wenige Euro im Monat an. Sparfüchse können als Alternative Calling-Cards nutzen, die es an vielen Kiosken zu kaufen gibt - einige Tarifbeispiele finden Sie hier . Die Handhabung ist etwas umständlich, zudem sind die Tarife nicht ganz so günstig wie Call-by-Call. Bequemer ist das Callthrough-Verfahren - auch hier einige Preisbeispiele . Mit einigen Calltrough-Diensten können Sie auch kostenlos telefonieren .

Oder aber Sie telefonieren gratis übers Internet (VoIP) - zum Beispiel per Skype oder Sipgate . Telefonate ins Ausland und zu Handys können Sie darüber auch tätigen - zu weitaus günstigeren Tarifen als bei so manchem klassischem Telefonanschluss-Anbieter.

Noch eine Falle: DSL-Umzug kann teuer werden

Als hätte man bei einem Umzug nicht schon genug Stress und Kosten, muss man sich auch noch darum kümmern, dass der Telefon- und DSL-Anschluss mitzieht. Hier gibt es zweierlei zu beachten: Zum Einen sollte der Provider so früh wie möglich über die Umzugspläne informiert werden - wenn möglich, sechs bis acht Wochen vorher. Zum anderen müssen Sie sich auf eine Gebühr für den DSL-Umzug bezahlen. Diese beträgt je nach Provider zwischen 50 und 150 Euro.

Sollten Sie häufig Ihren Wohnort wechseln, kommt für Sie eventuell Internet übers UMTS/HSPA mit einem Surfstick oder UMTS-Router in Frage. Dann haben Sie keinerlei Stress mit dem DSL-Umzug und können auch unterwegs schnell surfen. Werfen Sie dazu einen Blick in unseren UMTS-Flatrate Tarifvergleich .

Mittwoch, 01.08.2012 | 13:20 von Daniel Behrens
Kommentieren Kommentare zu diesem Artikel (12)
  • gkj43 23:45 | 02.08.2012

    Da lobe ich mir doch Kielnet. Ich habe 'ne 2000er Leitung(mehr brauche ich eigentlich auch nicht). Wenn ich nun auf eine 5000er Leitung aufrüste, zahle ich einmalig für die Fritzbox € 25,--. Die monatlichen Kosten sind sogar ein paar Cent billiger als die jetzigen. Ärger hatte ich mit Kielnet noch nie.(Mit der Telekom davor aber auch nicht)

    Antwort schreiben
  • magiceye04 21:54 | 02.08.2012

    Zitat: dnalor1968
    Es wird nirgendwo was verschenkt. Bei kostelosen, oder reduzierten Beigaben sind diese im Gesamtpreis schon hineingerechnet.
    So gesehen hast Du natürlich Recht. Aber ohne die "Geschenke" wirds ja auch nicht billiger.

    Antwort schreiben
  • dnalor1968 21:45 | 02.08.2012

    Es wird nirgendwo was verschenkt. Bei kostelosen, oder reduzierten Beigaben sind diese im Gesamtpreis schon hineingerechnet.

    Antwort schreiben
  • kalweit 21:45 | 02.08.2012

    Zitat: rainerq
    und musste meine Daten auf der angeschlossenen Festplatte ( USB) zweimal teuer wieder herstellen!
    [U]Die[/U] goldene Regel der EDV lautet: nicht gesicherte Daten sind verlorene Daten. Spätestens nach dem ersten Datengau sollte man diese Lektion eigentlich gelernt haben. :heilig:

    Antwort schreiben
  • magiceye04 21:42 | 02.08.2012

    Zitat: deoroller
    Die Geräte werden nirgends verschenkt.
    Kann ich so nicht bestätigen. Bei Congstar (Telekom-Tochter...) gibts bei einem 2J-Vertrag neben der erlassenden Freischaltungsgebühr entweder nen Standard-Router geschenkt oder sogar ne 7270er Fitzbox für 50€ (im freien Handel ab 170€. Ich persönlich habe trotzdem lieber 100€ mehr bezahlt und die monatlich kündbare Variante gewählt. Der Service ist bisher nett, kostenlos und vorbildlich gewesen. Vielleicht, WEIL ich eben sofort kündigen kann. Dass man so ein ominöses, kostenpflichtiges Sicherheitspaket erst manuell abwählen muß, trübt allerdings den guten Eindruck.

    Antwort schreiben
230407