Bios-Tricks

CPU-Leistung erhöhen

Freitag, 02.05.2008 | 09:23 von Michael Schmelzle, Christian Helmiss
Je höher der Arbeitstakt, desto besser die Rechenleistung eines Prozessors. Der Arbeitstakt ist ein Produkt aus Systemtakt und dem internen Prozessor-Multiplikator. Letzterer ist bei fast allen Prozessoren fest eingestellt und nicht änderbar.

Der Systemtakt hingegen - bei AMD Referenztakt und bei Intel Front Side Bus genannt - lässt sich meist im Bios erhöhen. Der entsprechende Menüpunkt im Bios ist nicht einheitlich benannt, suchen Sie daher im Hauptplatinen-Handbuch nach "CPU Clock", "CPU (FSB) Frequency", "External Clock", "Frequency (Control)", "FSB Frequency" oder ähnlich lautenden Begriffen. Haben Sie das passende Menü gefunden, müssen Sie in der Regel die auf "Auto" stehende Funktion erst über "Enabled", "Manual" oder "User Defined" freischalten, bevor Sie den Takt verändern können. Erhöhen Sie den Systemtakt behutsam in 10-MHz-Schritten, und prüfen Sie nach jeder Änderung die Rechnerstabilität.

Wird der PC instabil, erhöhen Sie nun zusätzlich im Bios die Spannungsversorgung der CPU und des Chipsatzes über Menüpunkte wie "CPU VID", "CPU (Core) Voltage" oder "VCore" respektive "NB Voltage", "Chipset Voltage" oder "MCH Voltage". Heben Sie dabei die Spannung in 0,01-Volt-Schritten an, aber übertreiben Sie nicht - Sie sollten nicht um mehr als 0,1 Volt über den Ausgangswert gehen.

Arbeitsspeichertempo optimieren

Je höher die Frequenz und je niedriger die Zugriffszeiten ("Timings") der Speicherzellen, desto mehr Leistung holen Sie heraus. Da AMD den Speicher-Controller seit der Athlon-64-Baureihe in die CPU integriert, ergeben sich unterschiedliche Vorgehensweisen für AMD- und Intel-Systeme.

AMD-System: Der Speichertakt hängt hier von der Frequenz des Hypertransport-Links ab. In der Standardeinstellung generiert der Speicher-Controller automatisch einen RAM-Teiler aus dem Referenztakt. Um den Speichertakt zu erhöhen, müssen Sie also entweder den Referenztakt anheben (siehe Abschnitt "CPU-Leistung erhöhen") oder den RAM-Teiler um 1 verringern.

Intel-System: Da der Speichertakt hier direkt vom Front Side Bus abhängt, erhöht sich das Tempo des Arbeitsspeichers automatisch, wenn Sie den Systemtakt anheben (siehe Abschnitt "CPU-Leistung erhöhen").

Zugriffszeiten: Meist generiert das Bios die Zugriffszeiten automatisch aus einem speziellen Chip im Speicherriegel namens SPD-EEPROM, kurz "SPD". Bevor Sie die Zugriffszeiten ändern können, müssen Sie daher die Option "DRAM Timings..." von "by SPD" auf "Manual" umstellen.

Der Arbeitsspeicher besitzt fünf unterschiedliche Zugriffszeiten: CAS Latency (tCL), RAS to CAS Delay (tRCD), RAS Precharge Time (tRP), RAS Active Time (tRAS) und Row (Refresh) Cycle Time (tRC). Die Zugriffszeiten sind immer ganzzahlig, etwa 5-5-5-5-15. Die ersten vier Zugriffszeiten können Sie oft um 1 reduzieren, die Row Cycle Time lässt sich hingegen nicht weiter herunterschrauben, wenn Sie bereits den Speichertakt angehoben haben. Wird das System nach der Änderung instabil oder treten Speicherfehler auf, können Sie die Speicherspannung schrittweise erhöhen. Das entsprechende Bios-Menü hat Bezeichnungen wie "DDR(2) Voltage", "DRAM Voltage" oder verbirgt sich in übergeordneten Menüs wie "Voltage Control". Heben Sie die Spannung in 0,05-Volt-Schritten an, aber übertreiben Sie auch hier nicht: Beachten Sie die Richtwerte des Herstellers, die Sie auf der Beschriftung des Riegels finden. Überschreiten Sie den Ausgangswert nicht um mehr als 0,2 Volt.

Weitere Bios-Tricks lesen Sie hier.

Freitag, 02.05.2008 | 09:23 von Michael Schmelzle, Christian Helmiss
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