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Prozessoren der Zukunft

01.07.2008 | 09:04 Uhr |

Prozessoren mit zwei oder vier Rechenkernen sind mittlerweile Standard, doch das ist erst der Anfang: Intel experimentiert bereits mit einem 80-Kerner. Lesen Sie, womit Ihr PC in fünf Jahren rechnen wird.

CPU-Hersteller sind Geheimniskrämer. Es ist schwerer, konkrete Infos zu Produkten zu kriegen, die in einem Jahr auf den Markt kommen sollen, als herauszufinden, was beim Störfall im benachbarten Atomkraftwerk passiert ist. Denn wer genau weiß, was der Wettbewerb vorhat, kann der Konkurrenz mit besseren oder preisgünstigeren Produkten in die Parade fahren. Die Schweigsamkeit hat aber auch damit zu tun, dass die hoch komplizierte Halbleiterfertigung nicht exakt planbar ist: Schon kleinste Fehler in der Prozesstechnik können die Markteinführung einer neuen Baureihe um ein halbes Jahr verzögern. PC Welt hat alle (in)offiziellen Quellen für Sie angezapft und alle verlässlichen Infos zusammengetragen, die über die kommenden CPUs zu finden waren.

Zukunftsaussichten: CPUs werden noch kleiner.
Vergrößern Zukunftsaussichten: CPUs werden noch kleiner.
© 2014

Interessant ist es auch, welche Konzepte es für die kommenden Computer-Plattformen gibt. Nachdem AMD und Intel sich an zahlreichen Gremien beteiligen, die Industriestandards festlegen, können wir schon recht klare Informationen erkunden, in welche Richtung die Firmen hier steuern.

CPUS von Intel & AMD: Was war, was wird.
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Neben diesen kurz- und mittelfristigen Planungen haben die Hersteller auch Visionen für die fernere Zukunft: Wir durchleuchten deshalb auch die langfristigen Strategien, die AMD und Intel mit ihren Projekten „Fusion“ beziehungsweise „Polaris“ verfolgen.

45 Nanometer
Im zweiten Halbjahr 2008 soll AMDs erste 45-nm-CPU „Shanghai“ erscheinen – allerdings noch ohne Hypertransport 3.0. Die schnellere Schnittstellenversion, die eine maximale Speicherbandbreite von fast 120 GB/s bietet, will AMD erst im Jahr 2009 mit dem Achtkerner „Sandtiger“ einführen.

Während Prozessor-David AMD seine CPUs noch bis mindestens Mitte 2008 im 65-Nanometer-Verfahren produziert, liefert Goliath Intel mit der „Penryn“-Familie bereits die ersten 45-Nanometer-Prozessoren aus. Die kleineren Strukturen erlauben es, den L2-Cache um 50 Prozent zu vergrößern (Core 2 Duo: 6 MB, Core 2 Quad: 12 MB) und ein höheres Takt- und Bus-Tempo zu fahren: Die Penryn-CPUs will Intel mit bis zu 3,33 GHz und einem Front-Side-Bus-Takt von bis zu 400 (effektiv 1600) MHz arbeiten lassen – und das, ohne die maximale Verlustleistung der Vorgängermodelle zu überschreiten. Auch die Architektur soll beim Penryn optimiert werden: Die x86-Erweiterung SSE4 47 bringt neue Befehle mit, die vor allem Multimedia-Anwendungen beschleunigen sollen. Der optimierte Stromsparmodus der Notebook-Variante schaltet bei Bedarf den L1-Cache komplett ab und kann den gemeinsam genutzten L2-Cache teilweise deaktivieren (Deep Power Down).

Mitte 2008 will Intel mit dem „Nehalem“ eine neue Mikroarchitektur vorstellen, die fleißig da abkupfert, wo AMD vorn liegt. Sie soll beispielsweise einen integrierten Speicher-Controller für DDR3-RAM besitzen sowie eine serielle Schnittstellenanbindung namens Common System Interface (CSI) – das Äquivalent zu Hypertransport, das die Prozessoren von AMD nutzen.

Vom Pentium 4 erbt Nehalem die Hyperthreading-Technik, die Intel fortentwickelt hat und nun als „Simultaneous Multi-Threading“ (SMT) bezeichnet. Vom Nehalem soll es auch Varianten mit acht Rechenkernen geben, die in Kombination mit SMT als virtuelle 16-Kern-CPU arbeiten. Nehalem bekommt auch einen mindestens 4 MB großen L3-Cache spendiert.

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