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CMS-Server als virtuelle PCs einrichten - so geht's

28.02.2015 | 09:15 Uhr |

Mit der Virtualisierungs-Software Virtualbox, einer Linux-Distribution wie Cent OS sowie den Bitnami-Paketen setzen Sie etwa einen CMS-Server mit Joomla auf oder betreiben einen File-Server.

Es gibt eine Reihe von Gründen, einen Server in einer virtuellen Maschine zu betreiben. Anstatt etwa mehrere Rechner für verschiedene Aufgaben als Server zu konfigurieren, konsolidiert man seinen Server-Park und richtet auf einem PC mit der kostenlosen Software Virtualbox eine Vielzahl virtueller Rechner ein. Oder man installiert eine virtuelle Testumgebung, um Software ohne Risiko auszuprobieren. Mit wenigen Mausklicks setzt man alle Änderungen zurück und landet wieder beim Ausgangssystem. Virtualbox bietet Ihnen dank der Assistenten und eingängigen Bedienung einen besonders einfachen Einstieg in die Welt der virtuellen PCs.

Dieser Artikel stammt aus der PC-WELT Tech - Linux statt Windows

So nutzen Sie mehrere Systeme auf Ihrem PC - das und mehr lesen Sie in der neuen PC-WELT Tech - Linux und Windows .

Virtuellen Linux-PC einrichten

Mit Virtualbox können Sie leicht einen neuen virtuellen Gast-Rechner für eine Linux-Distribution wie Ubuntu, Cent OS und Open Suse anlegen. Sie wählen Linux als Gastsystem aus, legen fest, wie viel Arbeitsspeicher er haben darf und wie groß die virtuelle Festplatte sein soll. Booten Sie die neue VM dann von einer im virtuellen CD/DVD-Laufwerk eingelegten ISO-Datei und fahren Sie mit der Installation fort.

In unserem Beispiel verwenden wir Cent OS , eine hauptsächlich für Server gedachte Linux-Distribution. Der kostenlose Ableger von Red Hat Enterprise Linux (RHEL) ist leicht zu adminstrieren und stellt eine Reihe von Netzwerk- und Server-Diensten zur Verfügung. Booten Sie das Gastsystem mithilfe der zuvor geladenen ISO-Datei in ein englischsprachiges Auswahlmenü.

Nach der Installation von Cent OS 7 folgt das Setup des Joomla-Stack.
Vergrößern Nach der Installation von Cent OS 7 folgt das Setup des Joomla-Stack.

Drücken Sie „Install CentOS 7“ und fahren Sie mit der Installation fort. Nach wenigen Augenblicken startet ein grafischer Assistent, der Sie nun Schritt für Schritt durch die Installation führt. Wählen Sie die Sprache für das System und danach die virtuelle Festplatte als Ziel aus. Als Vorgabe ist „Minimale Installation“ voreingestellt, ein System ohne grafische Nutzeroberfläche. Klicken Sie auf den Link „Minimale Installation“ und wählen Sie eine andere Basisumgebung mitsamt der benötigten Software-Pakete im rechten Fensterbereich aus. Bestätigen Sie mit einem Klick auf den blauen Button „Fertig“ links oben.

Nach der Vergabe des Root-Passwort werden die Dateien auf Festplatte übertragen – haben Sie etwas Geduld. Nach einem Neustart und der anschließenden Konfiguration bootet Cent OS in den Desktop. Installieren Sie nun noch die Gasterweiterungen. Gehen Sie zu „Geräte > Medium mit Gasterweiterungen einlegen“ – die Installation beginnt selbstständig, Sie müssen nur Ihr Einverständnis geben.

Falls Sie nach einem Neustart die von Cent OS automatisch ermittelte Bildschirmauflösung ändern möchten, klicken Sie in der oberen Menüleiste auf „Anwendungen > Einstellungen > Monitor“. Im Aufklappfeld „Auflösung:“ wählen Sie die gewünschte Einstellung und klicken dann auf „Anwenden“.

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Das CMS-System Joomla unter Linux installieren

Fertige Content-Management-Systeme wie Drupal, Ez Publish, Joomla und Typo3 laden Sie zum Beispiel auf den Bitnami-Webseiten – jeweils als vorgefertigten Stack mit Apache, MySQL und PHP. Ein Stack ist gekapselt, so dass das umschließende Betriebssystem des Benutzers unberührt bleibt. Die Installation der verschiedenen Systeme ist gleich, exemplarisch beschreiben wir die Vorgehensweise bei Joomla. Laden Sie zunächst die Installations-Datei herunter. Von Haus aus kann Cent OS mit der Datei nichts anfangen. Öffnen Sie im Dateimanager den Ordner mit der Datei und klicken Sie mit der rechten Maustaste. Wählen Sie „Eigenschaften“. Im Register „Zugriffsrechte“ setzen Sie ein Häkchen vor „Datei als Programm ausführen“ und klicken auf „Schließen“. Klicken Sie die Datei wieder mit der rechten Maustaste an und wählen Sie „Ausführen“ – der grafische Joomla-Einrichtungsassistent wird gestartet. Klicken Sie auf „Vor“ und übernehmen Sie die Komponenten sowie das vorgeschlagene Zielverzeichnis. Legen Sie dann einen User in Kleinbuchstaben sowie ein Passwort fest und ergänzen Sie Klarname und Mailadresse. Drücken Sie „Vor“ und tippen Sie einen Namen für das neue Website-Projekt ein. Ein weiterer Klick auf „Weiter“ startet die Einrichtung von Joomla sowie die der anderen Stack-Komponenten. Zum Abschluss belassen Sie das Häkchen vor „BitNami Joomla Stack ausführen“ und klicken auf den Button „Beenden“. Es öffnet sich eine Übersichtsseite im Webbrowser. Über den Link „Access Joomla Stack“ gelangen Sie zur Joomla-Konfiguration.

Ist Joomla installiert, fahren Sie mit der Konfiguration des CMS fort und füllen anschließend die Seiten mit Inhalten.
Vergrößern Ist Joomla installiert, fahren Sie mit der Konfiguration des CMS fort und füllen anschließend die Seiten mit Inhalten.

Richten Sie hier nun das Projekt vollständig ein und füllen Sie das System mit Ihren Inhalten. Für interne Tests ist die virtuelle Maschine über seine IP-Adresse zu erreichen, die Sie im Browserfenster in der Adresszeile ablesen können. Für interne Tests sollten Sie in den Netzwerk- Einstellungen zunächst auf den „NAT“- Modus umschalten und erst dann wieder auf „Netzwerkbrücke“, wenn der Server öffentlich online gehen soll.

Bitnami-Appliances als virtuelle Maschine laden

Auf der Webseite http://bitnami.org gibt es auch zahlreiche fertige Vmware-Appliances mit Ubuntu als Linux-Basissystem. Das Laden und der Betrieb der vorkonfigurierten Systeme ist denkbar einfach. Sie können beispielsweise den kostenlosen Vmware Player installieren beziehungsweise die Freeware Virtualbox verwenden. Laden und entpacken Sie die Appliances auf die lokale Festplatte. Um die Systeme mit installierten Vmware-Programmen zu starten, genügt ein Doppelklick auf die jeweiligen VMX-Dateien im Ordner der entpacken Archive. Diese sind mit der Vmware-Software verknüpft, die Appliance wird ohne weitere Konfiguration automatisch gestartet.

Etwas mehr Aufwand ist für die Einbindung der Appliances in Virtualbox notwendig. Starten Sie Virtualbox und klicken Sie auf „Neu“. Legen Sie einen neuen Ubuntu-PC an und aktivieren Sie im Assistenten im Dialog „Virtuelle Festplatte“ die Option „Festplatte benutzen“. Klicken Sie dann auf das Explorer-Icon rechts daneben, um den „Manager für virtuelle Medien zu öffnen“.

Ein Klick auf „Hinzufügen“ führt Sie zu einem Dateiauswahldialog. Hier wechseln Sie in das Verzeichnis mit den entpackten Bitnami-Appliances und übernehmen Sie die VMDK-Datei mit einem Klick auf „Öffnen“ und danach auf „Auswählen“. Mit „Weiter“ und „Abschließen“ beenden Sie den Assistenten. Klicken Sie auf den grünen Pfeil „Starte“ und drücken Sie im Grub-Bootmenü von Ubuntu die Eingabetaste. Melden Sie sich mit dem Benutzernamen „user“ und dem dazugehörigen Passwort „bitnami“ am System an.

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