22.12.2004, 08:35

Thomas Rau, Margit Kuther, Richard Coppola

CDs analog kopieren: Legale Kopien

Problem: Sie wollen von Ihrer aktuellen Lieblings-CD eine Kopie erstellen, damit Sie sie auch im Auto und auf Ihrem tragbaren CD-Player genießen können. Doch der Tonträger lässt sich nicht im PC-Laufwerk abspielen.

Lösung: Die CD enthält einen Kopierschutz, der das Abspielen in einem PC-Laufwerk verhindert. Das ist zum Bespiel bei CDs der Fall, die mit dem Kopierschutz Key2audio von Sony geschützt sind – erkennbar an der Aufschrift „will not play on pc/mac“ auf der Hülle. Einen Kopierschutz dürfen Sie laut Urheberrechtsgesetz §95a nicht umgehen. Nach Meinung vieler Juristen ist aber eine analoge Kopie der CD für den privaten Gebrauch zulässig. Dazu müssen Sie ein Abspielgerät, auf dem sich die kopiergeschützte CD abspielen lässt, zum Beispiel Ihren Hi-Fi-CD-Player, an den PC anschließen. Über den Audio-Eingang der Soundkarte nehmen Sie die CD auf.
Schritt 1: CD-Player anschließen. Verbinden Sie den Audio-Ausgang des CD-Players oder des daran angeschlossenen Verstärkers – meist mit Line-out oder Tape-out bezeichnet – mit dem Audio-Eingang Ihrer Soundkarte. Diese Buchse ist bei den meisten Karten blau. In vielen Fällen besitzt der CD-Player Ausgänge für einen Cinch-Stecker und die Soundkarte einen Eingang im Mini-Klinken- Format. Das Kabel mit den passenden Steckern auf beiden Seiten liegt Ihrer Soundkarte bei, oder Sie bekommen es für rund 5 Euro im Fachhandel.
Bessere Qualität bietet der Anschluss über digitale Aus- und Eingänge. Viele aktuelle CD-Player und Soundkarten können damit aufwarten – entweder in optischer oder in koaxialer Ausführung, manchmal sogar mit beiden. Beim Verkabeln sollten übrigens CD-Player und PC ausgeschaltet sein.
Schritt 2: Aufnahme vorbereiten. Sie benötigen eine Aufnahme-Software, die das Signal am Audio-Eingang der Soundkarte abgreift und als WAV-Datei auf der Festplatte speichert. Wir zeigen das Vorgehen am Beispiel der Shareware Feurio. Es gibt aber vielfältige Alternativen, etwa das in Nero 6 enthaltene Nero Soundtrax oder die Shareware Total Recorder (alle unter www.pcwelt.de/Heft-CD).
Wenn Sie einen tragbaren MP3-Player mit Audio-Eingang besitzen, können Sie auch direkt auf dieses Gerät aufnehmen. Für viele MP3-Player mit Festplatte trifft das zu, allerdings wandeln diese Geräte die Aufnahme meist sofort ins MP3-Format um. Im WAV-Format nimmt beispielsweise der I-River IHP-120 für rund 350 Euro auf (www.iriver.de ).
Starten Sie den Feurio CD-Manager, und geben Sie in „Projekt, Neues Projekt anlegen“ Interpret und Titel der CD ein. Gehen Sie über „Projekt-Inhalt, Audio-Daten aufnehmen“ zum Aufnahmemenü.

Als Aufnahmequelle wählen Sie die Soundkarte aus, an deren Eingang der CDPlayer angeschlossen ist. Im Menü darunter können Sie entscheiden, ob Sie die Aufnahme über den Standard-Mixer von Windows, den Sie über das Lautsprecher-Symbol im Systray erreichen, oder über Feurio steuern wollen. Bei Feurio müssen Sie als Eingang „Line-In“ aktivieren. Beim Windows- Mixer gehen Sie auf „Optionen“ und wählen „Lautstärke regeln für Aufnahme“. Im Fenster darunter muss „Line-In“ markiert sein. Mit dem Lautstärkeregler passen Sie den Pegel der Aufnahme an – er sollte im grünen Bereich bleiben, sonst wird die Aufnahme verzerrt.
Schritt 3: CD aufnehmen. Starten Sie nun den CD-Player sowie die Aufnahme bei Feurio über „Aufnahme starten“. Sie können die CD – sofern ausreichend Platz auf der Festplatte vorhanden ist – in einem Rutsch aufnehmen. Um für jedes Lied eine eigene WAV-Datei zu erhalten, klicken Sie vor jedem neuen Song auf „Track splitten“. Dabei können Sie wählen, ob Feurio eine Pause zwischen den Tracks einfügen soll – „Tracks splitten (nicht gelinkt)“ oder nicht („gelinkt“). Letzteres ist vor allem für Live- Aufnahmen zu empfehlen, bei denen die einzelnen Songs ohne Pause ineinander übergehen.
Nachdem Sie alle Songs aufgenommen haben, klicken Sie auf „Aufnahme beenden“ und speichern die Datei. Nun öffnet sich das Fenster des Track-Editors. Hier können Sie die Aufnahme noch bearbeiten– zum Beispiel lässt sie sich über „Aktion“ auch nachträglich in einzelne Songs aufteilen.
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