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Browsertest: Vivaldi vs Firefox, Chrome, Edge und Opera im Vergleich

19.04.2016 | 10:33 Uhr |

In der Browser-Branche herrscht Gründerstimmung. Nach Microsoft Edge im vergangenen Jahr kommt nun mit Vivaldi ein weiterer neu entwickelter Browser auf den Markt und muss sich gegen die Konkurrenz behaupten.

Vivaldi ist das erste Produkt der gleichnamigen isländischen Firma von Jon von Tetzchner, der auch Opera gegründet hatte und lange Jahre leitete. Aus dieser Vergangenheit leitet sich der Anspruch von Vivaldi ab, einen besonders benutzerfreundlichen Browser zu entwickeln. Als Unterbau verwendet die Firma allerdings das Open-Source-Programm Chromium, auf dem auch Chrome basiert.

Lesetipp: Vivaldi - Neuer Browser für Power-User erschienen

Die unten aufgeführten Benchmark-Werte von Vivaldi sind daher denen des Google-Browsers sehr ähnlich, allerdings präsentiert sich Vivaldi in einem neuen, stärker anpassbaren Design. Die Verwendung der Chromium-Engine hat jedoch den Vorteil, dass die meisten Erweiterungen für den Google-Browser auch in Vivaldi funktionieren.

Klare und einfache Konfiguration

Die Konfigurations-Einstellungen des Programms sind ein Musterbeispiel an Klarheit und Verständlichkeit und bereits in Version 1.0 komplett in Deutsch. Einige Funktionen wie etwa ein Lesemodus oder die Möglichkeit zur Synchronisation von Lesezeichen und besuchten Seiten über einen Server fehlen dem isländischen Browser zwar noch, werden jedoch hoffentlich noch nachgereicht. Zudem ist derzeit lediglich eine 32-Bit-Version verfügbar. Die Entwickler arbeiten zwar bereits an einer 64-Bit-Ausführung, diese befindet sich allerdings derzeit noch in einem frühen Betastadium.

Vivaldi präsentiert bereits in Version 1.0 ein vorbildliches Konfigurationsmenü, das auch zahlreiche Einstellungen für die Farbgebung anbietet.
Vergrößern Vivaldi präsentiert bereits in Version 1.0 ein vorbildliches Konfigurationsmenü, das auch zahlreiche Einstellungen für die Farbgebung anbietet.

Marktanteile

Bei den Marktanteilen haben sich seit dem letzten Test von PC-Welt die bereits länger erkennbaren Trends fortgesetzt. Die Nutzerzahlen von Firefox bröckeln weiter ab, daran haben auch die Vorstellung einer 64-Bit-Version und eine umfassende Überarbeitung nichts ändern können.

Genauso wie der Internet Explorer in seinen verschiedenen Ausführungen kommt der Open-Source-Browser weltweit auf noch etwa 15 Prozent Marktanteil, im November vergangenen Jahres waren es noch etwa 16 Prozent. In Deutschland ist das Programm nach wie vor beliebt bei den Anwendern und mit 34 Prozent Anteil (nach 39 Prozent vor einem halben Jahr) nach wie vor der meistgenutzte Browser überhaupt. Allerdings ist Google Chrome mittlerweile auf Sichtweite herangekommen und erreicht nach den aktuellen Statistiken in Deutschland einen Anteil von 29 Prozent. Der IE liegt hierzulande bei etwa 14 Prozent.

Funktionalität

Das bereits seit längerem zu beobachtende Abrutschen von Firefox ist mit der aktuellen Version nicht mehr gerechtfertigt. Der Browser ist spürbar schneller geworden und hat auch bei der Funktionalität nachgelegt. So kann er nun genauso wie die Konkurrenz auf eine Multi-Prozess-Architektur verweisen, die verhindert, dass beim Absturz einer Website der gesamte Browser in den Abgrund gerissen wird. Hinzu kommen die traditionellen Stärken des Mozilla-Projekts wie die umfangreichen Konfigurationsmöglichkeiten sowie die riesige Auswahl an Plugins beziehungsweise Addons, mit denen man ihn anpassen und um zusätzliche Funktionen erweitern kann. Auch wenn Chrome in diesem Punkt aufgeholt hat, ist Firefox hier immer noch das Maß aller Dinge.

Chrome zeichnet sich dadurch aus, dass es einen eigenen Flash-Player und PDF-Viewer mitbringt. Beide werden von Google automatisch mit Updates versorgt, der Benutzer muss also nicht manuell nachhelfen. Wer die Flash-Animationen allerdings aus Sicherheitsgründen abschalten will, muss bei Chrome lange suchen, bis er die entsprechende Einstellung gefunden hat. Firefox, Opera und Vivaldi greifen hingegen auf das von Adobe bereitgestellte Flash-Plugin zurück, Edge verwendet den in Windows integrierten Player. Ein Tool zum Anzeigen von PDF-Dokumenten gehört dagegen bei allen Browsern zur Bordausstattung.

Edge und Vivaldi können als Besonderheit auf eine Notizfunktion verweisen, über die man Bereiche einer Website markieren oder kommentieren kann. Chrome und Firefox beherrschen das erst nach Installation von Zusatzprogrammen, Opera kann nichts Vergleichbares bieten. Eine weitere Funktion, die sich zunehmend zum Standard entwickelt, ist der Lesemodus, der störende Werbung und andere Elemente aus Webseiten ausblendet. Ihn gibt es lediglich in Edge und Firefox.

Tabelle: Der beste Browser

Browser

Chrome 50 (64 Bit)

Edge 25 (64 Bit)

Firefox 45 (32 Bit)

Opera 36 (64 Bit)

Vivaldi (32-Bit)

Hersteller

Google

Microsoft

Mozilla

Opera

Vivaldi

Funktionalität

Addons bzw. Plugins

+

-

+

+

+

Automatische Updates

+

+

+

+

-  

Notizfunktion

-

+

-

-

+  

Passwort-Management

+

+

+

+

+

Multi-Prozess-Architektur

+

+

-

+

+

Flash-Player

intern

Windows

Plugin

Plugin

Plugin  

PDF-Viewer

intern

intern

intern

intern

intern

Leseansicht

-

+

+

-

-

Synchronisation

+

-

+

-

-

Benchmarks

Peacekeeper

3283

2127

3712

2876

3155

JetStream

138,2

160,18

124,62

122,08

119,73

Browserscope (Security)

16/17

15/17

14/17

16/17

16/17

html5test

521

453

478

520

521

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