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Firefox - Konkurrierende Plug-ins konfigurieren

05.08.2008 | 11:00 Uhr |

Viele Web-Inhalte kann Firefox nicht selbst anzeigen, sondern verwendet dafür Plug-ins. Beispiele sind etwa Flash, Videos, PDF-Dokumente oder seltenere Grafikformate wie Tiff. Firefox lässt Sie aber nicht zwischen Plug-ins für einen Medientyp wählen, wenn deren mehrere vorhanden sind. Wir zeigen, wie Sie in die knifflige Plug-in-Konfiguration eingreifen.

Plug-ins zur Anzeige bestimmter Medientypen bringt nicht Firefox mit, sondern die jeweilige Anwendung, die sich bei ihrer Installation per Plug-in-DLL im Browser registriert. Eine Übersicht aller Plug-ins erhalten Sie unter der speziellen URL about:plugins. Hier sehen Sie eventuell bereits Doppelzuständigkeiten - ein Beispiel: Wenn Sie den Media-Player VLC installiert haben, spielt dessen Plug-in-Bibliothek Npvlc.dll unter anderem "Windows Media Video" mit den Datei-Endungen ASF und ASX ab. Scrollen Sie weiter nach unten, behauptet das Windows-Media-Player-Plug-in Npdsplay.dll das Gleiche. Konfigurationsmöglichkeiten, welchen Player Sie pro Medientyp bevorzugen, sind nicht vorhanden. Wenn Sie ihn wechseln wollen, können Sie hier trotzdem eingreifen, indem Sie verhindern, dass Firefox ein unerwünschtes Plug-in erkennt und einbindet.

Firefox tut dies in drei Fällen:

1. Eine entsprechende DLL liegt im Plug-in-Ordner von Firefox (in der Regel %ProgramFiles%\Mozilla Firefox\plugins).
2. Ein Plug-in hat sich in der Windows-Registry unter dem Schlüssel "Hkey_Local_Machine\Software\MozillaPlugins" registriert.
3. Es handelt sich um ein Standard-Plug-in für Java, den Adobe Acrobat Reader, Quicktime oder den Windows Media Player. Diese vier sucht Firefox selbständig zusammen, egal wo auf der Festplatte sie sich befinden.

Um herauszufinden, wie Sie ein bestimmtes davon loswerden, ermitteln Sie zunächst, nach welcher Methode sie eingebunden wurden. Rufen Sie dazu die spezielle URL about:config auf, und ändern Sie die Einstellung "plugin.expose_full_path" per Doppelklick auf "true". Sie bewirkt, dass auf about:plugins die Plug-in-DLLs mit komplettem Pfad angezeigt werden.

Plug-in-Verzeichnis:
In das Verzeichnis %ProgramFiles%\Mozilla Firefox\plugins kopierte DLLs können Sie nur auf die harte Tour deaktivieren, indem Sie sie löschen oder - vorsichtiger - zunächst in ein anderes Verzeichnis verschieben. Eleganter ist es, wenn Ihnen die entsprechende Anwendung bereits im Setup-Programm die Möglichkeit bietet, das Plug-in nicht zu installieren: So müssen Sie den Schritt nicht nach jedem eventuellen Upgrade dieses Programms wiederholen. In der Registry verzeichnete Plug-ins deaktivieren Sie, indem Sie in Firefox die URL about:config aufrufen und die Einstellung "plugin.scan.plid.all" per Doppelklick auf "false" setzen. Nach dem nächsten Browser-Start sind sie nicht mehr verfügbar. Das betrifft etwa die Plug-ins für Flash, Real Player oder VLC.

Alles oder nichts:
Selektiv anwenden können Sie die Option nicht. Entweder alle derartigen Plug-ins sind aktiviert oder deaktiviert. Sie können aber Plug-ins, die Sie trotz dieser Einstellung verwenden wollen, manuell nach %ProgramFiles%\Mozilla Firefox\plugins kopieren. Dadurch reaktivieren Sie sie quasi durch die Hintertür. Dabei helfen Ihnen die Registry-Einträge unter "Hkey_Local_Machine\Software\MozillaPlugins" weiter: Unter "Path" sehen Sie bei jedem Schlüssel den genauen Pfad zu der jeweiligen DLL, die Sie gegebenenfalls kopieren müssen. Denken Sie auch daran, die DLL jeweils erneut zu kopieren, wenn Sie die dazugehörige Anwendung aktualisieren. Versionsunterschiede zwischen einer Anwendung und ihren Plug-ins könnten den Browser zum Absturz bringen.

Standard-Plug-ins haben ihre eigenen undokumentierten Einstellungen und sind am leichtesten abzuschalten. Dabei können sie sogar selektiv vorgehen. Das geht ebenfalls unter der URL about:config . In den Einträgen plugin.scan.Acrobat, plugin.scan.Quicktime, plugin.scan.SunJRE und plugin.scan.WindowsMediaPlayer sehen Sie jeweils Zahlen. Sie geben die Versionsnummern an, welche Acrobat Reader, Quicktime, Sun Java und Windows Media Player mindestens haben müssen, damit Firefox deren Plug-ins erkennt. Um ein Plug-in effektiv abzuschalten, tragen Sie hier jeweils eine Version ein, die garantiert zu hoch ist, etwa "99". Nach einem Browser-Neustart wird die Einstellung wirksam.

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