Die Anbieter werden auf ihren Web-Seiten nicht müde zu betonen, dass einer der wesentlichen Vorteile ihrer Office-Lösungen darin besteht, lediglich einen Browser vorauszusetzen. Sofern das Angebot nur von Ajax Gebrauch macht, genügt in der Tat ein aktueller „Internet Explorer“ oder „
Firefox“ mit eingeschaltetem Javascript.
Allerdings ist ein breitbandiger Internet-Anschluss ebenso notwendig, um eine akzeptable Arbeitsgeschwindigkeit zu erreichen. Setzt die Architektur auf Flash, ist zusätzlich das aktuelle Plug-in von Adobe erforderlich. Nutzer abweichender Browser wie Safari oder Opera haben keine Garantie, dass sie die Office-Anwendungen nutzen können. Die Erfahrung zeigt, dass es funktionieren kann, aber nicht muss. Dies gilt auch für alternative Betriebssysteme. Allerdings dürfte es mit einem aktuellen Firefox unter Linux keine Probleme geben.
Zwei weitere Probleme sind den Angeboten immanent. Benutzer kommen an ihre Daten nur heran, wenn der Service auch verfügbar ist. Da sich alle Dienste mehr oder weniger als Betaversion betrachten, gibt es keinerlei Garantien für die Verfüg-
barkeit. Von Mindesterreichbarkeiten oder Service-Level-Agreements sind alle Anbieter noch weit entfernt.
Genauso problematisch ist es um die Datensicherheit bestellt. Ob und wie sich der Service um eine Sicherung kümmert, bleibt ihm überlassen. Unternehmensdokumente dort zu lagern erfordert also Mut. Von den Fähigkeiten der herkömmlichen Office-Pakete trennt Google, Zoho & Co. noch vieles.
Die Textverarbeitungen zeigen jedoch schon sehr gute Ergebnisse. So wurde dieser Artikel mit Google Docs verfasst. Allen Angeboten gemeinsam ist aber, dass sie sich aufgrund der funktionalen Einschränkungen noch am ehesten für Privatan-
wender eignen. Wer nur gelegentlich einen Brief schreiben muss oder mit kleineren Tabellen zu rechnen hat, wird zufrieden sein und kann sich den Festplattenplatz für eine Installation auf seinem Computer sparen.
Unternehmen wird aber derzeit deutlich zu wenig geboten. Aus ihrer Sicht be-
sonders bedenklich ist das Fehlen von Garantien und Sicherheiten. In den Nutzungsbedingungen behalten sich die Betreiber vor, das Angebot jederzeit wieder zu schließen. Wer möchte dort schon seine Daten dauerhaft speichern? Die zentrale Frage, welche Preis- und Geschäftsmodelle die Anbieter zukünftig verfolgen wollen, haben die meisten von ihnen noch nicht beantwortet.
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