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Breitband-Zukunftsausblick - Das bringen 2015 und 2016

30.12.2014 | 11:50 Uhr |

Ein Blick in die Glaskugel ist normalerweise nicht so einfach. Im Fall des Breitbandausbaus stehen aber einige Pläne schon fest oder lassen sich aus der Vergangenheit ableiten.

VDSL & Vectoring: Bis Ende 2016 will die Telekom die Anzahl der VDSL-fähigen Anschlüsse, die dann auch gleich Vectoring unterstützen, von 12 Millionen (Stand Mitte 2014) auf 24 Millionen erhöhen.

Glasfaser: Beim Glasfaser-Ausbau bis ins Gebäude (FTTB) oder bis in die Wohnung (FTTH) wird sich in den nächsten zwei Jahren vermutlich nicht viel tun. Die Telekom als größter Netzanbieter konzentriert sich momentan voll auf das profitablere VDSL mit Vectoring (siehe oben) und damit „nur“ auf Glasfaser bis zum Kabelverzweiger (FTTC). Von Vodafone und Telefonica / O2 hört man auch nur wenig in dieser Richtung. Es sind vor allem lokale Anbieter wie Stadtwerke, die den FTTH/B-Ausbau zumindest in einigen Städten vorantreiben.

Glasfaser-Verteiler: Wenn eine der dünnen, hier farbig ummantelten Leitungen bis hinein in Ihre Wohnung führt, können Sie sich glücklich schätzen. Dann sind Sie für die Zukunft bestens gerüstet.
Vergrößern Glasfaser-Verteiler: Wenn eine der dünnen, hier farbig ummantelten Leitungen bis hinein in Ihre Wohnung führt, können Sie sich glücklich schätzen. Dann sind Sie für die Zukunft bestens gerüstet.
© Deutsche Telekom

Kabelanschluss: Während die ersten Kunden schon mit Geschwindigkeiten von 200 MBit/s und mehr surfen, arbeiten die Kabelnetzanbieter daran, dieses Tempo an möglichst allen Anschlüssen anbieten zu können. Die nächste Ausbaustufe wird dann vermutlich bei 400 MBit/s liegen.

Mobilfunk: Die Mobilfunk-Ausrüster arbeiten an Lösungen mit den Bezeichnungen „4.5G“ und „5G“, die zukünftig Geschwindigkeiten von 1 GB/s und mehr bieten sollen. Und das ist auch absolut notwendig. Und zwar nicht unbedingt, damit einzelne Benutzer das Internet mit Gigabit-Geschwindigkeit nutzen können, sondern damit für jeden Benutzer zumindest eine Geschwindigkeit von 50 bis 100 MBit/s zuverlässig zur Verfügung steht. Und wenn das der Fall ist, muss vielleicht auch eines Tages nicht mehr gedrosselt werden.

Routerzwang adé: Wenn die Bundesregierung hält, was sie versprochen hat, dürfen Provider Ihren Kunden künftig nicht mehr vorschreiben, welchen Router sie zu nutzen haben.
Vergrößern Routerzwang adé: Wenn die Bundesregierung hält, was sie versprochen hat, dürfen Provider Ihren Kunden künftig nicht mehr vorschreiben, welchen Router sie zu nutzen haben.
© O2

Routerzwang: Viele Provider verhindern die Benutzung kundeneigener Router an der Anschlussleitung dadurch, dass sie keine Benutzerdaten für den Internet-Zugang und die VoIP-Telefonie zur Verfügung stellen. Stattdessen erhalten die Kunden nur ein vom Provider ausgewähltes, vorkonfiguriertes Gerät. Mit dieser Unsitte soll bald Schluss sein. Das Bundeswirtschaftsministerium hat angekündigt, Anfang 2015 einen Gesetzesentwurf vorzulegen, der den „Routerzwang“ unterbindet.

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