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Blaue Funker

11.06.2008 | 10:09 Uhr |

Ob PC, Notebook, PDA oder Handy - Bluetooth als Bindeglied steht überall hoch im Kurs. Der Datentausch per Kurzstreckenfunk ist bequem, doch die Technik hat ihre Tücken.

Bessere Mobiltelefone und Notebooks sind mit Bluetooth ausgestattet, Desktop-PCs lassen sich mit günstigen USB-Sticks um entsprechende Bluetooth-Fähigkeiten erweitern. Dass Ihr PC über Bluetooth verfügt, erkennen Sie am blauen Bluetooth-Icon im Systray. Statt mit Kabelsalat verbinden Sie eine Vielzahl von Geräten damit drahtlos. Dabei stehen Handy und PDA im Mittelpunkt: Im Angebot sind Freisprechanlagen, Kopfhörer und GPSNavigationsempfänger, aber auch die Verbindung zum PC ist vorteilhaft: Mit aktivierter Bluetooth-Funktion synchronisieren Sie das Telefonbuch bequem mit Ihren Outlook-Kontakten, übertragen Bilder, versenden Kurzmitteilungen und können unterwegs sogar drahtlos über das Handy im Internet surfen.

Ältere Geräte für den mobilen Einsatz unterstützen Bluetooth 1.x, neuere Hardware unterstützt Bluetooth 2.0. Beide Versionen sind zueinander kompatibel, Bluetooth 2.0 erlaubt aber mittels Enhanced Data Rate (EDR) bis zu drei Mal schnellere Übertragungen. Noch Zukunftsmusik ist das schnelle Bluetooth 3.0 mit bis zu 480 MBit/s.
Praktisch: Werden keine Daten übertragen, wechseln Bluetooth-Geräte in einen Stromsparmodus.

So läuft die Bluetooth-Übertragung

Bei Bluetooth benötigen die Geräte keine Sichtverbindung. Zwei Bluetooth-Geräte miteinander zu verbinden, ist nicht immer trivial – trotz der Herstellerversprechen und trotz standardisierter Profile. Auffindbar schalten: Um die Verbindung herzustellen, müssen Sie zuerst Bluetooth aktivieren, etwa im Handy oder PDA. Aus Sicherheitsgründen verbergen die meisten Bluetooth-Geräte auch bei eingeschaltetem Funk ihre Anwesenheit. Suchen Sie nach einer Option wie „Sichtbar machen“ oder „Handy erkennbar“, damit Sie das Mobiltelefon oder den Pocket-PC im nächsten Schritt vom Bluetooth-PC aus aufspüren können. Am PC oder Notebook klicken Sie dann mit der rechten Maustaste auf das Bluetooth-Icon im Systray und wählen den Befehl „Bluetooth-Gerät hinzufügen“ aus. Im folgenden Fenster aktivieren Sie – falls angezeigt – die Option „Gerät ist eingerichtet und kann erkannt werden“ und bestätigen mit „Weiter“.

Suche starten : Nach kurzer Wartezeit präsentiert Windows alle empfangsbereiten Bluetooth-Geräte, die es in der Umgebung gefunden hat. Markieren Sie den Eintrag für das Handy oder den PDS, und klicken Sie auf „Weiter“. Wurde nichts gefunden, bringen Sie die beiden Geräte näher zusammen und wiederholen den Suchvorgang. Die Reichweite beträgt je nachSignalstärke 10, 30 oder 100 Meter.

Gerät auswählen: Klicken Sie doppelt auf das gefundene Mobiltelefon oder den PDA. Im nächsten Fenster geben Sie bei „Bluetooth-Schlüssel“ den einen selbst gewählten Verbindungs-Code (Sicherheitsschlüssel) ein und bestätigen mit „Verbindung jetzt erstellen“. Nach einer kurzen Wartezeit zeigt Windows eine Übersicht alle verfügbaren Verbindungsprofile an. Auf Nummer Sicher gehen Sie, indem Sie das Häkchen vor allen Einträgen setzen und mit „Fertig stellen“ abschließen.

Daten übertragen: Im Windows-Explorer wechseln Sie in den Ordner, in dem Sie die zu übertragenden Datei gespeichert haben, und klicken die Datei mit der rechten Maustaste an. Wählen Sie im Kontextmenü „Senden an“ und „Bluetooth-Gerät“, und bestätigen Sie mit „Weiter“. Aus Sicherheitsgründen müssen Sie den Empfang der Daten durch Drücken einer Taste genehmigen. Wenn Sie die Übertragung vom Handy beziehungsweise PDA aus anwerfen, müssen Sie am Rechner eventuell noch das korrespondierende Bluetooth-Passwort des Handys oder PDAs eingeben. Auch mit einem Rechtsklick auf das Bluetooth-Icon im Systray können Sie unter „Schneller Verbindungsaufbau“ einen Dienst auswähen, den Sie nutzen wollen, zum Beispiel „Datenübertragung“. Wenn das Gegenüber ein entsprechendes Profil besitzt, wird die entsprechende Verbindung hergestellt.

Bluetooth-Profile verstehen

Zwischen zwei Bluetooth-Geräten können Sie nur dann erfolgreich eine Verbindung aufbauen, wenn beide die gleichen Profile verwenden. Damit sich die Geräte für bestimmte Aufgaben einsetzen lassen, beispielsweise zum kabellosen Drucken oder zum schnurlosen Freisprechen, besitzen sie spezielle Profile. Wenn Sie zwei Geräte miteinander verbinden, informieren sie sich gegenseitig über ihre Profile – dann weiß jedes Gerät, welche Funktionen sein Gegenüber hat. Die Kommunikation klappt nur mit den gleichen Profilen. Für das Senden und Empfangen von Dateien wählt Windows XP automatisch das richtige Profil aus – Sie brauchen also nichts einzustellen. Es existieren Profile für sehr unterschiedliche Einsatzzwecke. Alle Bluetooth-Geräte müssen GAP (Generic Access Profile) und SDAP (Service Discovery Application Profile) beherrschen, um überhaupt miteinander in Kontakt treten zu können. Weitere Profile kommen für Internet-Einwahl, Audio-Übertragung, Synchronisation, Kopfhöreranbindung und so weiter zum Einsatz.

Tipp: Bei den unterstützten Profilen gibt es große Unterschied. Klären Sie daher möglichst schon vor der Anschaffung zusätzlicher Hardware, ob die beteiligten Geräte das gewünschte Profil anbieten.

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