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Bitcoin - so funktioniert die digitale Währung

16.09.2013 | 09:51 Uhr |

Wer Euro & Co. nicht mehr vertraut, kann sein Geld auch virtuell anlegen und ausgeben - und zwar in Bitcoins. Dabei handelt es sich um eine rein digitale Währung, die aber auch Risiken birgt...

Bitcoin ist eine anbieterunabhängige virtuelle Währung. Statt einer zentralen Bank überwacht ein dezentrales automatisches P2P-Netzwerk die Geldflüsse. Damit ist Bitcoin prinzipiell unabhängig von globaler und lokaler Finanzmarktpolitik. Zudem lassen sich Zahlungen weitestgehend anonym durchführen.

Da die Geldmenge limitiert ist, spielt auch Inflation keine Rolle. Über Online-„Wechselstuben“ und Online-Börsen kann man echtes Geld in Bitcoins und umgekehrt tauschen. Außerdem akzeptieren manche Online-Händler Bitcoins. Die virtuelle Währung gibt es seit 2009. Der Bitcoin-Erfinder nennt sich Satoshi Nakamoto. Dabei handelt es sich aber vermutlich um ein Pseudonym, hinter dem möglicherweise eine ganze Gruppe von Entwicklern steckt.

Bitcoin-Technik: Raffiniertes Verfahren

Bitcoin.org: Zentrale Anlaufstelle für Bitcoin-Interessierte
Vergrößern Bitcoin.org: Zentrale Anlaufstelle für Bitcoin-Interessierte

Das Bitcoin-System basiert auf komplexen mathematischen beziehungsweise kryptographischen Algorithmen. Jeder Bitcoin-Teilnehmer besitzt mindestens eine elektronische Geldbörse („Wallet“), die aus einem kryptographischen digitalen Schlüsselpaar besteht. Generiert wird es von der jeweils eingesetzten Bitcoin-Software. Der öffentliche Schlüssel, beziehungsweise eine Kurzform davon, stellt Ihre Adresse dar. Es handelt sich dabei um eine berechnete Folge von Zahlen, Groß- und Kleinbuchstaben.

An diese Adresse können Ihnen andere Nutzer Geld senden. Ihr privater Schlüssel hingegen dient dazu, Ihre Zahlungen an andere digital zu signieren und damit zu autorisieren. Von einem „Schlüsselpaar“ spricht man deswegen, weil die beiden Schlüssel kryptographisch zusammenhängen: Mit einem öffentlichen Schlüssel lässt sich durch einen Algorithmus bestätigen, dass eine Transaktion tatsächlich mit dem dazugehörigen privaten Schlüssel signiert wurde. Es ist jedoch nicht möglich, aus dem öffentlichen Schlüssel den privaten zu berechnen.

Bitcoin-Basis: Ein P2P-Netzwerk

Bitcoin basiert - so wie Datei-Tauschbörsen auch - auf einem Peer-to-Peer-(P2P)-Protokoll. Es gibt also keine zentralen Server. Das hat den Vorteil, dass niemand die alleinige Kontrolle über das System hat. Außerdem kann es so nicht ohne weiteres von einer staatlichen Stelle ausgeschaltet werden.

Die vom Anwender genutzte Bitcoin-Software verbindet sich jeweils mit einer Handvoll anderer PCs, auf der die Software gerade läuft. Das ist nötig, um Transaktionsdaten auszutauschen. Damit keine Zahlung doppelt ausgeführt wird, muss jede Transaktions-Info im gesamten Bitcoin-Netz verbreitet werden. Die Daten einer neuen Transaktion leitet die Software an die Teilnehmer weiter, mit denen sie verbunden ist. Diese tun das gleiche - ein Schneeball-Effekt tritt ein.

Da die Software Zugriff auf das gesamte Transaktionsverzeichnis seit Anbeginn der Bitcoin-Geschichte hat, würde sie bemerken, wenn jemand versuchen sollte, eine Transaktion doppelt auszuführen, also quasi denselben Geldschein zweimal auszugeben. In dem Fall würde das Programm die Transaktions-Info verwerfen, also nicht an andere Teilnehmer weiterleiten.

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