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Bios-Update für den Eigenbau- oder Komplett-PC

20.07.2014 | 09:04 Uhr |

Ein Bios-Update kann dem PC mehr Tempo und Stabilität bringen. Mit dem richtigen Vorbereitungen kann dabei nichts schiefgehen. Wir zeigen, wie's geht.

Bestimmte Fehler beim PC weisen darauf hin, dass ein Bios-Update notwendig ist: Beispielsweise, wenn der Geräte-Manager integrierte Controller oder angeschlossene Peripherie-Geräte nicht korrekt oder gar nicht einbindet. Besonders sinnvoll ist ein Update natürlich, wenn Sie neue Kernkomponenten wie Prozessor oder zusätzlichen Arbeitsspeicher eingebaut haben: So stellen Sie sicher, dass sie erkannt werden. Ein Bios-Update sorgt aber auch dafür, dass sie optimal arbeiten - es kann beispielsweise beim Prozessor zusätzliche Sparfunktionen ergänzen oder das RAM mit den korrekten Timings ansprechen.

Vorbereitung fürs Bios-Update

Auch wenn das Fehlerrisiko beim Bios-Update inzwischen sehr gering ist: Sichern Sie trotzdem wertvolle Daten auf einem externen Datenträger. Wenn Sie das Bios über ein Windows-Tool flashen, sollten Sie auch keine Peripheriegeräte angeschlossen haben. Und ganz zum Schluss: Stellen Sie unbedingt sicher, dass Sie die für Ihren Rechner passende Bios-Version und das dazu korrespondierende Update-Tool verwenden beziehungsweise herunterladen.

Nur mit der korrekten Modell- und Revisionsnummer der Hauptplatine finden Sie das passende Bios für Ihren Eigenbau-PC
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So finden Sie Bios-Updates für PC

Bei einem Eigenbau-PC bekommen Sie frische Bios-Versionen in der Regel beim Hauptplatinen-Hersteller. Das passende Update finden Sie im Supportbereich der Hersteller-Website aber nur, wenn Sie neben der Modellbezeichnung auch die Revisionsnummer - und in seltenen Fällen auch die PCB-Baureihe (PCB = Printed Circuit Board, zu Deutsch: Leiterplatine) - kennen. Alle Informationen sind so gut wie immer direkt auf der Hauptplatine zwischen den PCI-Express-Steckplätzen aufgedruckt (siehe auch Bild auf dieser Seite).

Stammt Ihr Komplett-PC von einem großen Anbieter wie Acer, Dell, HP Compaq, Lenovo oder Medion, bekommen Sie Bios-Updates in der Regel nur beim PC-Hersteller selbst. Grund sind die speziell für Großserien angefertigten Hauptplatinen, für die der PC-Hersteller dann auch speziell angepasste Bios-Versionen programmieren muss. Die Updates finden Sie auf der Support-Seite, wenn Sie mit Hilfe der Seriennummer (steht meist auf der Hinterseite des PCs) oder der Modellbezeichnung (steht meist auf der PC-Front) danach suchen. 

Update-Tools unter Windows sind eine bequeme und sichere Update-Möglichkeit
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So verwenden Sie das passende Update-Tool

Bei Eigenbau-PCs sind Sie auf die Tools oder Utilities der Hauptplatinen-Hersteller angewiesen. Hat Ihr PC bereits ein UEFI-Bios sind Sie fein raus. Hier finden Sie immer eine automatische Update-Funktion. Ansonsten wählen Sie die Update-Methode unter Windows. In beiden Fällen können Sie zwischen einem automatisches Update über eine Internet-Verbindung und einem halbautomatischen Update über eine lokal gespeicherte Datei wählen. Wir empfehlen letzteres, weil Sie so selbst kontrollieren können, welche Bios-Version das Update-Tool verwendet.

Bei Komplett-PCs erledigen Sie das Bios-Update über eine vorinstallierte Software. Mit diesem Tool können Sie sicher sein, dass es nur Updates entdeckt, die zu Ihrem Rechner passen. Sie lassen das Programm nach Updates suchen und weisen es an, die Updates zu installieren. Das funktioniert nach einem Mausklick meist direkt oder Windows. Oder das Tool startet den Rechner selbstständig neu und erledigt das in der Pre-Boot-Umgebung.

Checkliste Bios-Update

1. Wann Sie unbedingt aktualisieren sollten

Immer wenn Systemfehler, Abstürze und Hardware-Probleme Ihren PC quälen, ist ein Bios-Update angesagt. Besonders bei neuen Windows-8-Geräten bügeln die Hersteller durch ein Firmware-Update noch Probleme aus – zum Beispiel, wenn sich bestimmte Treiber nicht installieren lassen. Auch bei einem Hardware-Update, zum Beispiel von CPU oder Arbeitsspeicher sollten Sie ein Update durchführen: Die neuen Komponenten werden andernfalls gar nicht oder nicht mit den optimalen Einstellungen erkannt.

2. Wann ein Update sinnvoll ist

Wenn Ihr Rechner funktioniert, aber Sie Kleinigkeiten stören, kann ein Firmware-Update die Lösung sein. Bei Notebooks beispielsweise passen die Hersteller beispielsweise damit oft Drehgeschwindigkeit und Temperaturschwelle des Lüfters an – er arbeitet dann weniger häufig und nicht so laut. Auch die Helligkeit des Bildschirms kann der Hersteller regulieren. Wollen Sie bei einem Eigenbau-PC eine neue Festplatte einsetzen, um ein RAID aufzubauen, ist ein Update empfehlenswert: Denn damit aktualisieren die Platinen-Hersteller auch oft die Funktionen der Platinen-Komponenten, wie beispielsweise des RAID-Controllers.

3. Wann Sie auf ein Bios-Update verzichten sollten

Ein Bios-Update ist kein Selbstzweck. Läuft Ihr Rechner ohne Probleme, sollten Sie daher davon Abstand nehmen. Denn obwohl ein Update mit den Windows-Tools sehr einfach geworden ist - ohne Risiko ist es immer noch nicht.

Erste Hilfe: Was tun, wenn das Update fehlschlägt?

Schreck lass nach: Nach dem Bios-Update bleibt der Bildschirm schwarz oder der Rechner gibt nur noch Piepstöne von sich – das Bios-Update ist offenbar fehlgeschlagen. In den meisten Fällen liegt das daran, dass Sie nicht das passende Bios eingespielt haben. Doch keine Panik: Bei aktuellen Rechnern ist das Wiederherstellen des Bios fast so leicht wie das Einspielen eines neuen. Denn bei aktuellen PCs und Notebooks wird das alte Bios vor dem Überschreiben automatisch gesichert und kann bei einem Update-Fehler problemlos wieder hergestellt werden.

Das funktioniert entweder über das Update-Tool selbst, das nach einem Fehler die Bios-Recovery anbietet. Oder Sie müssen den Rechner über eine bestimmte Tastenkombination neustarten – schauen Sie dazu ins Handbuch. Mainboard-Hersteller wie Asus und MSI legen meist Recovery-Tools bei, die eine Bios-Reparatur per Boot-CD oder USB-Stick erlauben. Nur bei älteren Rechnern müssen Sie selbst Hand anlegen, und sich ein Gerät zum Beschreiben des Flash-Chips kaufen oder einen Dienstleister wie www.biosflash.de in Anspruch nehmen, der den Bios-Chip neu programmiert oder einen neu programmierten zum Einbau verkauft.
 

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