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PC piept - das bedeuten die Bios-Töne

08.10.2016 | 09:31 Uhr |

Piep, piep, piep, der PC hat Sie nicht mehr lieb – und verweigert nach klangvollen Hinweistönen den Dienst. Wir verraten, was das Gepiepse bedeutet und wie Sie die Fehler beheben.

Besonders für unerfahrene PC-Nutzer ist das Bios, also das Basic Input/Output System, ein rotes Tuch. Diese Vorsicht ist auch berechtigt, da schon eine einzige falsch eingestellte Option den Start des Systems verhindern kann: Denn diese grundlegende Firmware stellt sofort nach dem Einschalten sicher, dass der Computer auch funktioniert. Hierfür prüft es alle Komponenten wie CPU, Arbeitsspeicher und Festplatten kurz auf deren Funktionalität hin und leitet dann den Start des Betriebssystems ein. Eine falsche Boot-Reihenfolge im Bios kann so beispielsweise zu Problemen führen.

Das Bios selbst befindet sich in einem gesonderten Speicherchip auf der Hauptplatine. Anders als der Arbeitsspeicher ist dieser Chip aber nicht flüchtig und behält die Einstellungen auch nach dem Herunterfahren des Rechners: Dazu zählen zum Beispiel Datum und Uhrzeit sowie persönliche Optionen. Auch ohne Stromversorgung kann ein Bios seine gespeicherten Einstellungen eine gewisse Zeit behalten – dank einer Knopfbatterie auf dem Mainboard. Übrigens: So erkennen Sie eine leere Bios-Batterie.

Pieptöne AMI (American Megatrends)

Tonfolge

Betroffene Komponente

Problem lösen

1 langer Ton

Keine

Startkontrolle erfolgreich durchlaufen

1, 2 oder 3 kurze Töne oder 3 kurze Töne + 3 lange Töne + 3 kurze Töne

Arbeitsspeicher

Die Taktfrequenz der Speicherbausteine im Bios prüfen und Standardwerte einstellen, den Sitz der Speicherriegel auf der Hauptplatine überprüfen. Bei bleibendem Fehler: Arbeitsspeicher austauschen

4 kurze Töne

Arbeitsspeicher oder Systemuhr

Arbeitsspeicher prüfen (siehe oben), Batterie auf Hauptplatine wechseln

5 kurze Töne

Prozessor oder Grafikkarte

Prozessortaktfrequenz im Bios überprüfen und Standardwerte einstellen. Sitz und Funktion der Prozessorlüfter überprüfen

6 kurze Töne

Tastaturbaustein auf Hauptplatine

Andere Tastatur anschließen. Bei bleibendem Fehler: Haupt-platine auswechseln

7 kurze Töne

Prozessor

Prozessortaktfrequenz im Bios überprüfen und Standardwerte einstellen, Sitz des Prozessors auf der Hauptplatine überprüfen

8 kurze Töne oder 1 langer Ton + 2 kurze Töne oder 2 lange Töne + 2 kurze Töne

Grafikkarte

Taktfrequenz der Grafikkarte im Bios überprüfen und Standardwerte einstellen, Sitz der Grafikkarte auf der Hauptplatine überprüfen. Bei bleibendem Fehler: Grafikkarte austauschen

9 kurze Töne

Bios

Steckkarten ausbauen um sicherzustellen, dass kein Controller-Karten-Bios Ursache des Fehlers ist, Batterie auf Hauptplatine wechseln. Bei bleibendem Fehler: beim PC-oder Notebook-Hersteller nachfragen

10 oder 11 kurze Töne oder 1 langer Ton + 1 kurzer Ton

Hauptplatine

Prozessortaktfrequenz im Bios überprüfen und Standardwerte einstellen. Bei bleibendem Fehler: Hauptplatine austauschen

1 langer Ton + 3 kurze Töne

Grafiksignal

Bildschirmanschluss überprüfen, Monitorkabel wechseln. Bei bleibendem Fehler: Grafikkarte austauschen

Dauerton

Netzteil

Stromversorgung trennen, wieder verbinden und erneut einschalten. Bei bleibendem Fehler: Netzteil austauschen

Fehler meldet das Bios mit Pieptönen

Wenn es bei dieser sogenannten Initialisierung der Komponenten zu Fehlern kommt, vermeldet das Bios dies lautstark – und zwar in Form von Piepsern beziehungsweise Signaltönen. Damit das allerdings wirklich klappt, muss ein kleiner Lautsprecher eingebaut sein, der mit den entsprechenden Pins auf dem Mainboard verdrahtet ist. Häufig befindet sich auch einer dieser kleinen sogenannten Speaker im Lieferumfang eines Mainboards oder Gehäuses.

Speaker fürs Mainboard können Sie auch nachrüsten. Der korrekte Anschluss an die richtigen Pins ist natürlich Voraussetzung.
Vergrößern Speaker fürs Mainboard können Sie auch nachrüsten. Der korrekte Anschluss an die richtigen Pins ist natürlich Voraussetzung.

Bei teureren und neueren Mainboards gibt es zusätzlich die Möglichkeit, dass das Bios über ein kleines LE-Display auf der Hauptplatine zweistellige Codes anzeigt – was diese jeweils bedeuten, schlagen Sie einfach im Handbuch Ihres Motherboards nach.

Allgemeine Erklärungen zu bestimmten Tonfolgen lassen sich allerdings kaum treffen, da es unterschiedliche Hersteller von Bios-Firmware gibt. Um in Erfahrung zu bringen, wel-ches Bios Ihr Rechner verwendet, haben Sie zwei Möglichkeiten: Bei der ersten Variante gibt das System direkt nach dem Einschalten kurz an, welcher Hersteller und welche Version die grundlegenden Funktionen steuert. Die zweite Möglichkeit erfolgt über das Auslesen der Hardware mit Programmen wie CPU-Z . Dort steht im Reiter „Mainboard“ unter „BIOS“ die Marke und Version.

Ein Gratis-Programm wie CPU-Z zeigt exakt an, welches Mainboard und Bios Sie verwenden. Allerdings kann es passieren, dass das Tool die Informationen nicht auslesen kann.
Vergrößern Ein Gratis-Programm wie CPU-Z zeigt exakt an, welches Mainboard und Bios Sie verwenden. Allerdings kann es passieren, dass das Tool die Informationen nicht auslesen kann.

Die Piepser meldet das Bios mit bestimmten Tonfolgen: Je nachdem, wie oft sich ein Piepser wiederholt oder wie lange der Ton in welcher Reihenfolge länger anhält, erklärt sich dann auch der Fehler. Im Folgenden haben wir die Pieptöne sowie Ursachen und Fehlerbehebungen der bekanntesten Bios-Hersteller in Tabellen für Sie aufgelistet.

Bios-Updates gefahrlos durchführen

Wie jede andere Firmware sollten Sie auch das Bios durch die jeweils aktuelle Version ersetzen. Das ist mitunter sogar notwendig, um zum Beispiel neuere CPUs oder bestimmte Arbeitsspeichermodule auf der Hauptplatine zum Laufen zu bringen. Um das Update durchzuführen, müssen Sie zunächst einmal wissen, welches Mainboard und welche Bios-Version Sie aktuell besitzen. Wichtig ist, dass Sie dabei die komplette Modellbezeichnung Ihrer Hauptplatine benötigen sowie die exakte Versionsnummer des Bios. Die Produktbezeichnung des Motherboards steht entweder in Ihrem zugehörigen Handbuch oder direkt auf der Platine selbst. Alternativ können Sie den Bootbildschirm lesen – um diesen Screen in Ruhe begutachten zu können, drücken Sie die Pause-Taste auf Ihrer Tastatur. Erscheint nur ein Logo des Herstellers, dann drücken Sie Entf, Esc oder F2, um den Bootbildschirm einblenden zu lassen. Um die Versionsnummer in Erfahrung zu bringen, funktioniert auch die weiter oben erwähnte Variante mit einem Desktop-Programm wie CPU-Z, um die Daten komfortabel auf dem Desktop auszulesen.

Der Bootscreen lässt sich mit der Pause-Taste in Ruhe betrachten – auch dort stehen alle Infos zum Bios und Mainboard.
Vergrößern Der Bootscreen lässt sich mit der Pause-Taste in Ruhe betrachten – auch dort stehen alle Infos zum Bios und Mainboard.

Haben Sie sich die genauen Bezeichnungen und Nummern notiert, sollten Sie im nächsten Schritt direkt die offizielle Hersteller-Webseite Ihres Mainboards aufrufen. Verfügen Sie über einen Komplett-PC wie etwa entsprechende Geräte von Medion, Dell oder Acer, müssen Sie sich bis zu Ihrem System durchhangeln. Bei den Downloads finden Sie dann auch die aktuellste Bios-Version. Prüfen Sie hier wieder, ob die Datei genau mit dem Produktnamen Ihrer Hauptplatine übereinstimmt und auch wirklich aktueller ist als Ihr vorhandenes Bios.

In der Regel besteht das Bios-Update aus zwei Komponenten, nämlich einem Programm für das Flashen (Installieren) sowie der Firmware selbst. Wenn es nur die Datei selbst gibt, ist das auch kein Problem. In diesem Fall ist die Bios-Update-Software bereits in der Hauptplatine integriert oder der Hersteller führt die Flash-Software noch einmal gesondert als Download auf. Ein gewisses Risiko bleibt allerdings: Trotz aller Vorsicht kann es bei einem Bios-Update dazu kommen, dass Ihr PC nicht mehr startet. Zudem sollten Sie darauf achten, dass der Update-Prozess auf keinen Fall unterbrochen wird. Wägen Sie vorher also ab, ob ein Update überhaupt erforderlich ist: Wenn Ihr Rechner einwandfrei läuft und Sie nicht vorhaben, den Rechner aufzurüsten, dann muss ein Update nicht unbedingt sein.

Mehrere Möglichkeiten für das Bios-Update

Es gibt gleich mehrere Möglichkeiten, sein Bios auf den neuesten Stand zu bringen. Auch ein Update auf dem Windows-Desktop ist häufig problemlos möglich. Diese kleinen Tools gibt es bei Ihrem Mainboard-oder PC-Hersteller, sie hören auf Bezeichnungen wie beispielsweise Bios Update Utility oder Liveupdate. Allerdings kann es dabei zu Fehlern kommen, wenn das Update aus irgendwelchen Gründen fehlschlägt – meist startet der PC dann nicht mehr!

Bios-Update in 10 Schritten

Wie weiter oben erwähnt, beinhalten neuere Mainboards bereits ein Utility, um das Bios zu flashen. Bei Asus nennt sich diese Software EZ Flash, bei Gigabyte heißt sie Qflash und bei MSI M-Flash. Dafür müssen Sie die Bios-Datei bereits vorab herunterladen und anschließend auf der Festplatte oder auf einem USB-Stick speichern und im Flash-Vorgang auswählen. Wichtig beim Kopieren des neueren Bios auf einen USB-Stick ist jedoch Folgendes: Damit das Tool vom Stick lesen kann, müssen Sie ihn vorab ins FAT16-oder FAT32-Format formatieren. Als Nächstes müssen Sie die BIN-Datei mit einem achtstelligen Dateinamen ohne Sonderzeichen versehen, beispielsweise „BIOS1234.BIN“. Erst im Anschluss daran können die integrierten Flash-Tools den Stick und die Datei lesen und verwenden. Die FAT32-Formatierung nehmen Sie ganz einfach vor, indem Sie rechts auf den entsprechenden Wechseldatenträger klicken und danach im Kontextmenü die Option „Formatieren“ anklicken. Unter „Dateisystem“ wählen Sie FAT32.

Mainboard-Hersteller ermöglichen durch Bios-Updates die Kompatibilität zu neueren CPUs oder anderen Komponenten.
Vergrößern Mainboard-Hersteller ermöglichen durch Bios-Updates die Kompatibilität zu neueren CPUs oder anderen Komponenten.

Vor einem Bios-Update sollten Sie allerdings auf Nummer sicher gehen und ein vollständiges Backup Ihres Systems anlegen. Außerdem sollten Sie sich Ihre Einstellungen notieren, die Sie im Bios vorgenommen haben, da ein Update wieder die Standards herstellt. Empfehlenswert ist darüber hinaus, vor dem eigentlichen Update die Standardeinstellungen wiederherzustellen, um Probleme zu vermeiden.

Bios-Update fehl geschlagen? Das können Sie jetzt noch tun

Kommt es trotz aller Sorgfalt und vorbereitenden Maßnahmen zu einem schwarzen Bildschirm oder ständigen Fehlstarts des Systems, sollten Sie folgende Dinge probieren: Führen Sie einen sogenannten CMOS-Reset durch. CMOS ist die Abkürzung für „Complementary Metal-Oxide Semiconductor“ und bezeichnet einen flüchtigen Speicherchip, in den das Bios seine Parameter sichert. Dieser Chip verliert seine Einstellungen, sobald die Knopfbatterie entfernt wird. Je nach Mainboard kann sich diese Prozedur unterscheiden, sehen Sie also unbedingt in Ihrem Handbuch nach. Fehlt das Handbuch und können Sie im Internet keinen digitalen Ersatz finden, dann probieren Sie es folgendermaßen: Zu allererst trennen Sie den PC komplett vom Netz (gilt für alle Möglichkeiten). Suchen Sie danach in der Nähe der Knopfbatterie nach den sogenannten Jumpers (kleine Steckbrücken), die in der Regel auf den Pins, also auf den Kontakten, sitzen. Normalerweise sitzt der Jumper auf den ersten beiden Pins, zum Löschen müssen Sie die kleine Steckbrücke auf Pin 2 und 3 setzen. Auf diese Weise wird das CMOS gelöscht. Neuere Mainboards bieten hier auch schon separate Tasten für das Löschen des CMOS an.

Der Jumper (die schwarze Kappe) sorgt beim Umstecken auf den freien Pin rechts für die sofortige Löschung des CMOS.
Vergrößern Der Jumper (die schwarze Kappe) sorgt beim Umstecken auf den freien Pin rechts für die sofortige Löschung des CMOS.

Gibt es keinen Jumper, entfernen Sie einfach die Knopfbatterie und ersetzen diese mit einem 10-Cent-Stück, das Sie mindestens für 15 Sekunden darin liegen lassen. Daraufhin legen Sie die Batterie erneut ein und schalten den Rechner regulär wieder ein.

Bringt das Zurücksetzen des CMOS jedoch keine Besserung, überprüfen Sie, ob Ihr Mainboard vielleicht über einen zweiten Bios-Chip verfügt – das ist besonders bei neueren Hauptplatinen der Fall. Darauf speichert der Hersteller ein schreibgeschütztes Standard-Bios für das Mainboard. Damit der Rechner davon startet, müssen Sie je nach Motherboard einen Jumper umstecken, einen Kippschalter umlegen oder eine bestimmte Tastenkombination beim Booten drücken.

Modernere Mainboards besitzen oft zwei Bios-Bausteine: Davon ist einer mit einem schreibgeschützten Standard-Bios ausgestattet, um im Notfall davon zu starten.
Vergrößern Modernere Mainboards besitzen oft zwei Bios-Bausteine: Davon ist einer mit einem schreibgeschützten Standard-Bios ausgestattet, um im Notfall davon zu starten.

Mitunter legt auch der Mainboard-Hersteller eine Treiber-CD bei, auf der sich ein Bios befindet: Hierfür legen Sie die CD einfach in das Laufwerk ein und warten ab, bis das System die Version automatisch überspielt. Helfen die angesprochenen Lösungen nicht weiter, besteht noch die Möglichkeit, sich bei Anbietern im Internet einen neuen Bios-Chip zu bestellen: Eine sehr gute Auswahl an Chips bietet www.biosflash.de , wo ein neuer Chip etwa neun Euro kostet – je nach Hersteller und Modell. Dort bekommen Sie auch Werkzeug zum Entfernen des alten Chips und neue Sockel oder CMOS-Batterien.

Die CMOS-Batterie sorgt dafür, dass das Bios seine Einstellungen auch im ausgeschalteten Zustand behält.
Vergrößern Die CMOS-Batterie sorgt dafür, dass das Bios seine Einstellungen auch im ausgeschalteten Zustand behält.

Diese Ersatzchips enthalten die Bios-Version, mit der der Mainboard-Hersteller die Hauptplatine ausgeliefert hat. Haben Sie also Änderungen vorgenommen, müssen Sie diese wiederherstellen.

Pieptöne des Phoenix Award-Bios

Tonfolge

Betroffene Komponente

Problem lösen

1 kurzer Ton

Keine

Startkontrolle erfolgreich durchlaufen

2 kurze Töne

Unkritischer Fehler, Anzeige auf dem Bildschirm (zum Beispiel „Keyboard Error“)

Mit Druck auf F1 lässt sich der Startvorgang meistens fortsetzen

Kurze, wiederholende Töne

Stromversorgung Mainboard

Stromanschlüsse vom Netzteil an der Hauptplatine prüfen

Kurze und lange Töne im Wechsel, wiederholend

Fehlerhafte Prozessorspannung

Stromversorgung der CPU auf der Hauptplatine prüfen

1 langer Ton

Arbeitsspeicher

Taktfrequenzen der Speichermodule im Bios sowie den Sitz im Steckplatz prüfen

3 lange Töne

Tastaturbaustein auf Mainboard

Tastatur wechseln, ansonsten Mainboard austauschen

4 lange Töne

CPU-Kühler

Sitz und Stromversorgung des Kühlers prüfen

1 langer + 1 kurzer Ton

Mainboard

Prozessortakt im Bios prüfen und Standard wiederherstellen, ansonsten Mainboard austauschen

1 langer Ton + 2 kurze Töne

Grafikkarte

Taktfrequenzen im Bios prüfen und Standard wiederherstellen, sicheren Sitz im Steckplatz sicherstellen, ansonsten Grafikkarte austauschen

1 langer Ton + 3 kurze Töne

Tastatur oder Grafikkarte

Tastatur austauschen, Frequenzen der Grafikkarte prüfen und Standard wiederherstellen, Sitz im Steckplatz überprüfen

1 langer Ton + 9 kurze Töne

Bios

Alle Steckkarten entfernen und nochmals prüfen, Mainboard-Batterie wechseln

Dauerton (10 Sekunden) mit anschließender Selbstabschaltung

CPU-Kühler

Überhitzungsgefahr der CPU, Kühler prüfen

Dauerton

Arbeitsspeicher oder Grafikkarte

Stromversorgung kappen, Sitz der beiden Komponenten prüfen. Bei bleibendem Fehler neues Netzteil, neue Grafikkarte oder neuen Arbeitsspeicher einbauen

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