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Bin Laden-Vertrauter warnt vor Cyberattacken

19.11.2002 | 12:50 Uhr |

Ein in London lebender, islamistischer Geistlicher mit bekannten Verbindungen zu Osama bin Laden teilte unserer Schwesterpublikation "Comuterworld" in einem Exklusiv-Interview mit, dass sowohl die El-Kaida als auch andere fundamentalistische Moslem-Gruppierungen das Internet als Waffe im Kampf gegen den Westen einsetzen wollen.

In einem exklusiven Interview mit unserer Schwesterpublikation "Computerworld" sagte Sheikh Omar Bakri Muhammad, Gründer der in London ansässigen Gruppe "Jama'at Al-Muhajirun" und Sprecher von Osama bin Laden's "International Islamic Front for Jihad Against Jews and Crusaders", dass alle Arten von Technologie, inklusive des Internets, derzeit untersucht werden, um sie im "weltweiten heiligen Krieg" gegen den Westen einzusetzen.

"Es ist nur eine Frage der Zeit, dass wir Angriffe auf den Aktienmarkt sehen werden", erklärte Bakri und verwies im speziellen auf die Börsenplätze in New York, London und Tokio. Seine öffentlichen Ausführungen in Bezug auf den Einsatz von Cyberattacken zu offensiven Zwecken sind die ersten ihrer Art seitens eines hochrangigen radikal-muslimischen Geistlichen mit Kontakten zu bin Laden.

Laut Bakri, der vom FBI und britischen Geheimdiensten auch in Zusammenhang mit einigen Flugzeugentführern des 11. September gebracht wird, rechtfertigt der Islam den Einsatz "aller Arten von Technologien" zur Verteidigung muslimischer Länder. Diese Technologien beinhalten psychologische und konventionelle Waffen oder "Massenvernichtungswaffen".

Jihad-Gruppierungen in der ganzen Welt beschäftigen sich laut Bakri derzeit verstärkt mit dem Internet. "Das ist etwas, womit die El-Kaida Erfahrung hat", so der Geistliche. "Ich wäre nicht überrascht, wenn ich morgen von einem großen wirtschaftlichen Zusammenbruch erfahren würde, weil irgendjemand die technischen Systeme großer Unternehmen angegriffen hat."

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