Günstig gekauft, schnell geliefert

Online-Shopping - Darauf müssen Sie achten

Dienstag, 20.11.2012 | 12:09 von Peter Stelzel-Morawietz
Bildergalerie öffnen Bewertungen und Gütesiegel geben für gewöhnlich objektiven Aufschluss über die Qualität eines Online-Shops.
© iStockphoto.com/pagadesign
Online-Preisvergleiche sind praktisch, doch der billigste Händler ist selten der Beste. Wir verraten Ihnen, worauf man neben Bewertungen noch achten sollte.
Ein Beispiel aus der Praxis zeigt, worum es geht: Eine bestimmte Spiegelreflexkamera kostet laut Preissuchmaschine Billiger.de im günstigsten Online-Shop exakt 597 Euro. Die drei preislich folgenden Händler verlangen 597,90 Euro, 598,00 Euro und 598,95 Euro. Die Preisunterschiede sind also geradezu marginal, sodass es keine Rolle zu spielen scheint, bei welchem Online-Händler man den Fotoapparat bestellt.

Doch genau das stimmt nicht! Gerade weil die Preisdifferenzen so gering ausfallen, spielen bei der Auswahl des Shops andere Faktoren eine wichtige Rolle: Zunächst ist da natürlich die Frage, ob beziehungsweise wann die Ware lieferbar ist. Ist der Lagerstatus geklärt, sind Service, Kundenfreundlichkeit und Vertrauenswürdigkeit des Händlers von zentraler Bedeutung. Nach einer repräsentativen Umfrage, die die Gesellschaft für Konsumforschung bereits vor drei Jahren durchgeführt hat, kaufen deutlich mehr als die Hälfte der Befragten bei Händlern ein, die von anderen Käufern positiv beurteilt worden sind. Umgekehrt führen negative Bewertungen bei über 50 Prozent der Käufer sogar zum Abbruch des Kaufs.

Woher stammen die Urteile für die Online-Shops?

Die meisten Online-Preissuchmaschinen bieten auch eine
Händlerbewertung durch Kunden: eine gute Orientierungshilfe bei der
Shop-Auswahl.
Vergrößern Die meisten Online-Preissuchmaschinen bieten auch eine Händlerbewertung durch Kunden: eine gute Orientierungshilfe bei der Shop-Auswahl.

Alle großen Online-Preisvergleiche bieten neben der Suche nach dem günstigsten Händler gleich eine Shop-Bewertung dazu. Meistens kann man die Anzeige außerdem nach der Händlerbenotung sortieren. Hier gilt es allerdings aufzupassen, denn nicht nur die absolute Benotung ist wichtig, sondern auch die Zahl derjenigen, die den Shop bewertet haben: So ist beispielsweise eine Durchschnittsnote von 1,40 bei mehr als 1000 Bewertungen viel aussagekräftiger, als wenn weniger als zehn Personen einen Online-Händler minimal besser beurteilen.

Doch woher kommen die Bewertungen überhaupt? Die kurze Antwort heißt: Es kommt darauf an. Bei Verkaufsplattformen wie Ebay oder Amazon Marketplace können wirklich nur echte Käufer ihren Händler bewerten, hier sind die Manipulationsmöglichkeiten also vergleichsweise gering.



Anders sieht es bei den Preissuchmaschinen aus: Dort genügt es, sich zu registrieren, um dann ein Produkt oder einen Online-Shop mit einer Rezension versehen zu können. Die Registrierung selbst dauert weniger als eine halbe Minute und erfordert keinerlei Personenverifizierung: Eine Mailadresse und ein Pseudonym genügen.

Benjamin Ganter, Leiter des Produktmanagements bei Billiger.de , verteidigt dieses System: „So lässt sich auch ein Shop bewerten, wenn es gar nicht zum Kaufabschluss gekommen ist, zum Beispiel, weil dem Kunden die AGBs nicht zusagen.“ Das ist im Prinzip auch richtig, doch muss man sich der damit verbundenen Möglichkeit gezielter Falschbewertung bewusst sein – auch wenn das Qualitätsmanagement der Bewertungsportale dies verhindern soll.

Dienstag, 20.11.2012 | 12:09 von Peter Stelzel-Morawietz
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