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Bildüberlagung und 3D-Projektion bei Profi-Beamern

19.01.2015 | 08:19 Uhr |

In einigen Business-Szenarien für Beamer spielen auch die Möglichkeit der Bildüberlagerung, neudeutsch Stacking genannt, und der 3D-Projektion eine Rolle. Das gibt es dabei zu beachten.

Durch Stacking, das passgenaue Überlagern von zwei Beamer-Bildern, lassen sich Helligkeitswerte erreichen, die sonst nur mit sehr teuren 20K- oder gar 40K-Projektoren drin sind, wobei K hier für 1.000 ANSI-Lumen steht, an anderer Stelle für die Auflösung. NEC zufolge lassen sich durch eben dieses Stacking mit vier Projektoren "flexibel bis zu 44.000 ANSI-Lumen erzielen", was auch den Vorteil hat, dass beim Ausfall eines Gerätes die anderen noch weiterhin funktionieren.

NECs DLP-Beamer PH1000U mit WUXGA-Auflösung und 11.000 ANSI-Lumen ist zum Amazon-Preis von rund 36.680 Euro zwar kein Schnäppchen, aber Barcos HDQ-2K40 mit 40.000 Lumen und 2K-Auflösung ruft gebraucht schon Preise eines Mercedes der S-Klasse auf. Davon abgesehen gehen extrem lichtstarke Large-Venue- und Outdoor-Beamer von Barco und Christie fast nur über den Mietmarkt, da sich selbst für große Unternehmen die Anschaffung kaum lohnt.

Panasonic-Manager Kulessa spricht bei Stacking-Lösungen auch von Redundanz für eine höhere Ausfallsicherheit. Diese ist unter anderem auch durch zwei Lampen in einem Gerät gegeben, die im gehobenen Installationsumfeld quasi zum Ausstattungsstandard gehört. Die Lebensdauer der Lampen hat sich übrigens insgesamt deutlich verbessert. War bis vor wenigen Jahren im Bereich UHP-Lampen noch bei 4.000 bis 5.000 Stunden Schluss, geht die Haltbarkeit heute gen 6.000 bis 9.000 Stunden.

Mit LED als Lichtquelle sind auf dem Papier zwar zigtausende von Stunden drin, allerdings zeigt sich, dass die Lichtintensität der Dioden im Laufe der Zeit deutlich nachlassen kann. NEC hat eine Stacking-Software entwickelt, welche durch die im Projektor eingebaute Kamera und Geometriekorrektur unterstützt wird.

2010 hat TI neue DMD-Chips vorgestellt, die 3D-Projektion für jedermann erschwinglich machen sollte. Selbst Pico-Beamer beherrschten bald die Stereoskopie. Im Installationssegment sind viele Geräte aber gar nicht für 3D ausgelegt, obwohl es mittlerweile auch LCD und LCoS-Beamer gibt, welche die dreidimensionale Darstellung erlauben.

Vioso macht es per Software-Steuerung möglich, dass sogar auf rauen Felswänden projiziert werden kann.
Vergrößern Vioso macht es per Software-Steuerung möglich, dass sogar auf rauen Felswänden projiziert werden kann.
© Vioso

Wie Sehproben bei dem von Lutz Möhr betriebenen 3D-Competence-Center (3D-CC) in der Nähe vom Ammersee zeigten, ist die 3D-Darstellung mit zwei Projektoren je nach Technologie mitunter besser als mit einem Gerät. Dies trifft besonders auf die von DaimlerChrysler entwickelte Interferenztechnik mit Passivbrillen zu, die von der Ausgründung Infitec weiterentwickelt wurde und unter dem Namen Dolby 3D in vielen Planetarien eingesetzt wird.

Anwendungen für 3D-Projektion finden sich nicht nur im Heim- oder richtigen Kino, sondern auch in vielen Business-Szenarien wie CAD/CAM für Architektur und die Produktentwicklung, im Gesundheitswesen, im Automobilbereich und vielem mehr. Tatsächlich haben B2B-Anwendungen wie so oft den Takt vorgegeben bei 3D.

Fazit: Probieren geht über Studieren

Es finden sich viele Business-Anwendungen für Beamer und jeweils passend auch die richtigen Geräte. LED-Zwerge (Pico-Projektoren) sind zwar noch nicht lichtstark genug. Dieses Manko machen sie aber dadurch wett, dass sie mitunter nur an ein Smartphone angedockt zu werden brauchen.

Bei großen Veranstaltungen wie Aktionärsversammlungen werden zwar teils schon LCD- oder LED-Bildwände eingesetzt, aber ein nahtloses und möglichst pixelfreies Großbild ist nur über entsprechende Installations- oder Large-Venue-Projektoren zu erzielen. Edge-Blending oder Stacking ist eine interessante Alternative, wenn es um 3D- und 4K- oder gar 8K-Anwendungen geht.

Während man mittlerweile alles im Internet kaufen kann, sollte man sich bei der Wahl eines Business-Projektors wohl doch besser auf die Spezialisten aus dem AV- oder IT-Fachhandel und die "Puddingprobe" verlassen, zu deutsch "Probieren geht über Studieren". (mb)

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