Konkurrenz für iPad und Galaxy Tab

Ultrabooks: Das Notebook wird sexy

Donnerstag den 22.09.2011 um 14:00 Uhr

von Thomas Rau

Bildergalerie öffnen Ultrabooks: Schön wie ein Tablet, schnell wie ein Notebook
© Lenovo
Jeder kauft heute Tablets - Notebooks sind scheinbar von gestern. Die neuen Ultrabooks wollen damit aufräumen: Sie sollen die Vorteile von Tablet und Notebook vereinen.
Apple ist an allem Schuld: Weil das iPad so erfolgreich ist, werden immer weniger Notebooks gekauft. Denn statt wie früher ihren Laptop alle zwei bis drei Jahre durch einen neuen zu ersetzen, greifen die Anwender lieber zu einem Tablet. Kein Wunder: Denn Tablets haben, was den meisten Notebooks fehlt – sie sind schlank und elegant, reaktionsschnell und unkompliziert zu bedienen. Dazu kommt noch eine sehr lange Akkulaufzeit.

Doch bald werden Notebooks so sexy sein wie Tablets: Ultrabook heißt die neue Laptop-Klasse, die das verspricht – und noch mehr: Sie sollen so flach und elegant wie Tablets sein und ähnlich kurze Start- und lange Akkulaufzeiten bieten. Zudem liefern Ultrabooks die von aktuellen Notebooks mit Sandy-Bridge-Prozessor gewohnt hohe Rechenleistung, viel mehr Anschlüsse als ein Tablet und natürlich Windows als Betriebssystem.

Dabei sind Ultrabooks eigentlich alter Wein in neuen Schläuchen: Flache und schicke Notebooks in einem hochwertigen Gehäuse und mit langer Akkulaufzeit, gibt es schon heute: Die besten Beispiele derzeit sind das Macbook Air von Apple oder das Samsung NP900X3A . Neu bei den Ultrabooks ist aber, dass die ultra-portablen Luxus-Laptops nur rund 1000 Euro kosten sollen.

Schönes Gehäuse, flache Bauweise: Ultrabooks wie das Asus
UX21 machen schon beim Anschauen Lust auf mehr
Vergrößern Schönes Gehäuse, flache Bauweise: Ultrabooks wie das Asus UX21 machen schon beim Anschauen Lust auf mehr
© Asus

Die ersten Ultrabooks gibt es ab Oktober

Ab Oktober bringen Acer, Asus, Lenovo und Toshiba die ersten Ultrabooks auf den Markt: Besonders Prozessor-Hersteller Intel erwartet sich von den neuen Geräten ein gutes Geschäft: Nächstes Jahr sollen Ultrabooks bereits 40 Prozent aller Notebooks ausmachen, die Privatanwender kaufen. Und Intel hat es besonders nötig, dass die Käufer wieder Notebooks den Tablets vorziehen: Denn in der Tablet-Welt spielen Intel-Prozessoren wie die aktuelle Sandy-Bridge-Generation keine Rolle.

Intel ist deshalb die treibende Kraft hinter den Ultrabooks. Ähnlich wie die Firma vor rund vier Jahren Netbooks als neue Kategorie erfand und zu einem Verkaufsschlager machte, will Intel auch bei den Ultrabooks dafür sorgen, dass die Hersteller an einem Strang ziehen.

Das muss ein Ultrabook können

Intel macht den Herstellern klare Vorgaben für ihre Ultrabooks: Zum bei der Akkulaufzeit - laut Intel sollen die Ultrabooks mindestens fünf, besser acht Stunden im Akkubetrieb durchhalten. Dafür reicht laut Intel ein Lithium-Polymer-Akku mit 36 bis 41 Wattstunden. Diese Akkutechnik nutzen alle Ultrabooks, denn nur damit lässt sich ein Notebook besonders flach bauen. Der Nachteil: Die Akkus sind meist fest im Laptop integriert und lassen sich nicht vom Anwender wechseln.

Nicht nur im Betrieb sollen die Ultrabooks lange durchhalten, sondern auch wochenlang im Schlafmodus verbleiben können, ohne dass die Akkuenergie zur Neige geht. Die Hersteller versprechen, dass bei einem Ultrabook der Akkustrom für 30 bis 50 Tage im Ruhezustand reicht. Damit will man den wichtigsten Vorteil eines Tablets oder Smartphones kopieren: Sie können das Gerät einfach in den Schlafmodus versetzen und ablegen - ohne Angst, dass es am nächsten Morgen nicht mehr startet, weil der Akku leer ist.

Viele Anwender fahren aus Angst vor Akku-Versagen ihr Notebook immer vollständig herunter – und sind beim nächsten Start genervt, weil der Bootvorgang von Windows so lange dauert. Auch der Umweg über den Ruhezustand kostet Zeit. Es dauert meist zwischen 20 und 40 Sekunden, bis das Notebook nach dem Tiefschlaf wieder einsatzbereit ist – eine Ewigkeit verglichen mit dem sekundenschnellen Aufwachen eines Tablets oder Smartphones.

Notebook-Highlights auf der IFA 2011
Notebook-Highlights auf der IFA 2011


Ultrabooks: Immer schnell dank SSD

Mit Ultrabooks wird das alles anders: Sie sollen blitzschnell starten – sowohl aus dem ausgeschalteten Zustand wie aus dem Ruhemodus. Intel nennt das Rapid Start Technology und schreibt vor, dass es höchstens sieben Sekunden dauern darf, bis Sie den Laptop nach dem Aufwachen aus dem Ruhezustand wieder nutzen können. Und auch beim Windows-Start versprechen die Ultrabook-Hersteller unglaubliche Schnelligkeit. Lenovo spricht von zehn, Toshiba von 13 Sekunden, die der Bootvorgang auf einem Ultrabook dauert.

Mit einer Standard-Festplatte ist das nicht zu schaffen. Deshalb setzen alle Ultrabooks auf eine SSD . Doch die Flash-Festplatten sind teuer und bieten wenig Speicherplatz, deshalb hat Intel den Herstellern ein Schlupfloch gelassen. Statt einer einzigen SSD dürfen Ultrabooks auch mit einer Mini-SSD mit 20 GB und einer normal großen Standard-Festplatte arbeiten. Die SSD dient dabei nur als zusätzlicher Zwischenspeicher (Flash Cache), um das Ultrabook schneller starten zu lassen, der Anwender kann nur den Speicherplatz der normalen Festplatte nutzen.

Vorbild und Konkurrent für die Ultrabooks: Das Apple
Macbook Air
Vergrößern Vorbild und Konkurrent für die Ultrabooks: Das Apple Macbook Air
© Apple

Um das Ultrabook schnell aufwachen zu lassen, besitzt die SSD eine versteckte Partition mit mindestens 8 GB. Dorthin kopiert das Betriebssystem den Inhalt des Arbeitsspeichers, wenn das Notebook in den Ruhezustand wechselt. Dadurch wacht das Ultrabook nicht nur schneller auf, sondern verbraucht im Ruhezustand auch weniger Strom.

Eine SSD steigert natürlich auch die Arbeitsgeschwindigkeit deutlich. Intel macht daher für die Systemleistung eines Ultrabooks klare Vorgaben: Im Festplatten-Test des PC Mark Vantage soll ein Ultrabook viermal schneller sein als ein Notebook mit Standard-Festplatte, im Gesamtergebnis immerhin 25 Prozent. Das hört sich eindrucksvoll an, ist aber wieder ein Schlupfloch um Kosten zu sparen. Denn in den PC-WELT-Tests sind SSD-Notebooks im HDD-Teil des PC Mark Vantage sechs bis siebenmal so schnell wie Standard-Notebooks. Der Grund für Intels Zurückhaltung: Auch Ultrabooks, die nur auf die Flash-Cache-Lösung mit kleiner SSD setzen, sollen die Vorgaben erfüllen können.
Neben einer SSD und einem Intel-Core-Prozessor muss das Ultrabook für den Schnellstart ein angepasstes UEFI-Bios besitzen. Es verkürzt zum Beispiel die Zeit, die das System beim Start benötigt, um die Festplatte zu erkennen.

Auf der nächsten Seite erfahren Sie, warum Ultrabooks nicht nur schnell, sonder auch schön sind - und wann Sie sie kaufen können.


 

Donnerstag den 22.09.2011 um 14:00 Uhr

von Thomas Rau

Kommentieren Kommentare zu diesem Artikel (1)
  • qu1gon 15:50 | 23.09.2011

    Für mich noch nicht das Gelbe vom Ei.

    Ich für meinen Teil weiß nicht so recht.

    Bis 1300 Euro ist natürlich eine Hausnummer. Man bekommt auch was dafür.
    Aber für mich muss bei einem Preis von beispielsweise 1300 Euro, das Gerät
    auch Spieletauglich sein.
    Spieletauglich in einem Maß, das alle aktuellen Spiele spielbar sind.
    Zumindest in der zum Display empfohlenen Auflösung und mittleren Details. So grob sollte die Leistung dann schon ausfallen.

    Ergo würde ich ein solches Gerät nicht anschaffen. Dabei geht es mir ums Prinzip. Also ob ich spiele oder nicht, bei dem Preis erwarte ich das einfach.

    Somit kann es auch aus verständlichen Gründen sein, das ein solches Gerät noch nicht realisierbar ist. Also bezogen auf die schmale Bauweise zum Beispiel.
    Aber wie die Tendenz zeigt, was nicht ist kann noch werden.

    Schließlich wäre es doch klasse sich bei zwei Leistungsähnlichen Geräten
    dann für das schöne schmale entscheiden zu können.

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