Security-Checkliste für Firmen

Bei Diebstahl Daten remote löschen

Montag den 04.04.2011 um 09:00 Uhr

von Klaus Rodewig

Wichtiges Merkmal des zentralen Managements ist die regelmäßige Aktualisierung der Smartphones inklusive der installierten Programme. Ohne eine zentrale Kontrollinstanz gibt es keinen Überblick über die Softwarestände, und Mitarbeiter arbeiten unter Umständen jahrelang mit veralteter Software, die entsprechend viele Sicherheitslücken aufweist. Smartphones sollten daher zwingend in den normalen Patch-Management -Zyklus eingebunden werden, so wie alle Systeme eines Unternehmens.

Die Richtlinie zu Anbindung und Management der Smartphones sollte vorsehen, verlorene oder gestohlene Geräte aus der Ferne löschen zu können, um zu verhindern, dass Unternehmensdaten in unbefugte Hände gelangen. Hierzu müssen die technischen Voraussetzungen geschaffen und die mobilen Endgeräte entsprechend konfiguriert werden. Neben dem Löschen bieten moderne Smartphones auch die Möglichkeit der Lokalisierung über die Management-Schnittstelle. Für die Nutzung dieser Funktionalität nach Diebstahl und Verlust sollte die Richtlinie Vorgaben treffen, nicht zuletzt, weil diese Funktion enormes Missbrauchspotenzial bietet (Stichwort Mitarbeiterüberwachung ).

Sinnvoll kann ebenfalls sein, Geräte mit einem Hinweis über den Eigentümer zu versehen, entweder über eine Anzeige auf dem Bildschirm oder über einen Aufkleber. Das erhöht nachweislich die Chance, dass ehrliche Finder das Gerät an das Unternehmen zurückschicken.

Ein wichtiger Aspekt organisatorischer Sicherheit - gerade wenn Endgeräte verwendet werden, die vom Provider gemietet wurden - ist das sichere Löschen im Schadens- oder Rückgabefall. Die Richtlinien sollten diese Fälle vorsehen und entsprechende Maßnahmen definieren. Dasselbe gilt für die Entsorgung von Geräten: Auch dann müssen im Vorfeld alle sensiblen Daten sicher gelöscht werden.

Der Umgang mit dem Gefahrenbewusstsein der Mitarbeiter ist beim Einsatz von Smartphones eine Gratwanderung. Zu restriktiv konfigurierte Smartphones berauben diese häufig zentraler Funktionen, womit die Akzeptanz durch die Mitarbeiter schwindet und der ursprünglich erhoffte Vorteil ausbleibt. Auf der anderen Seite können zu laxe Regeln Angreifern Tür und Tor öffnen. Das unkontrollierte Installieren von Apps durch die Mitarbeiter ist beispielsweise ein klassisches Sicherheitsrisiko . Wollen Unternehmen in diesem Punkt ganz auf Nummer sicher gehen, bleibt ihnen häufig keine andere Wahl, als ein komplettes App-Verbot auszusprechen. Hier müssen Unternehmen sorgfältig abwägen. Viele wählen eine Zwischenlösung und entwickeln einen Corporate App Store, der auf Sicherheit geprüfte Apps für die Mitarbeiter bereitstellt. So können die Mitarbeiter innerhalb gewisser Grenzen selber Apps installieren.

Montag den 04.04.2011 um 09:00 Uhr

von Klaus Rodewig

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