23.07.2012, 12:10

Christian Merkel

Batman

The Dark Knight Rises - Kino-Kritik

The Dark Knight Rises ©Warner Bros.

Christopher Nolans letzter Batman landet in den Kinos. The Dark Knight Rises zeigt einen gealterten Protagonisten. Vielleicht schon zu alt, um zu begeistern?
Starttermin: 26. Juli 2012 - Laufzeit: 164 Minuten - Format: 2D - FSK: Ab 12
Was haben wir gewartet: Zwischen den Kinostarts von The Dark Knight und The Dark Knight Rises liegen geschlagene vier Jahre. Der Regisseur Christopher Nolan hat unterdessen mit Inception seinem treuen Auftraggeber Warner Bros. gezeigt, dass er auch mit neuen und gewagten Stoffen Millionen Menschen vor die Leinwände locken kann. Doch sein Lieblingsprojekt Inception bekam Nolan nur gegen das Versprechen, einen dritten Batman-Film zu drehen. Die lange Wartezeit war für den Regisseur vermutlich ein Segen: Direkt nach Heath Ledgers One-Man-Show in The Dark Knight hätte vermutlich jeder andere Film blass ausgesehen.
Ein wenig kreative Energie zu tanken, konnte vermutlich nicht schaden. Wie fast immer ließ es sich Christopher Nolan nicht nehmen, das Drehbuch zusammen mit seinem jüngeren Bruder Jonathan selbst zu schreiben. Produktion, Regie und Drehbuch lagen also mehr oder minder in einer Hand. Wo so viel Nolan draufsteht, ist allerdings auch sehr viel Nolan drin – und das hat zahlreiche positive Auswirkungen, jedoch auch ein paar Schattenseiten.

Handlung

Die Handlung von The Dark Knight Rises setzt acht Jahre nach den Geschehnissen von The Dark Knight ein. Ein Kunstgriff, der vor allem Gelegenheitskinogängern entgegenkommt: Denn durch den Abstand gelingt es den Autoren, dem Zuschauer trotz einiger Anspielungen wenig Vorkenntnisse abzuverlangen. Zudem wird alles, was man wissen muss, lang und breit erklärt. Nachteil: Die Fans hoffen während des Films vergeblich auf die Erwähnung des Namens Joker. Ein anderer bekannter Bösewicht aus dem Batman-Universum übernimmt dafür das Zepter: Bane, gespielt von Tom Hardy (bekannt aus dem sehenswerten Warrior und auch zuletzt in Nolans Inception ). Der muskulöse Mann mit der Maske plant, eine Atombombe in Gotham City in die Luft gehen zu lassen.
Batman-Alter-Ego Bruce Wayne unterdessen traut sich nach den Ereignissen des Films The Dark Knight, als er den Tod des Staatsanwalts Harvey Dent auf sich genommen hat, nicht aus seiner Nobelvilla. Körperlich und geistig gehandicapt gelingt ihm erst der Ausbruch aus seiner Lethargie, als sich die katzenhafte Einbrecherin Selina Kyle, gespielt von Anne Hathaway (Plötzlich Prinzessin, Der Teufel trägt Prada und Alice im Wunderland) an seinem Safe bedient. Die Neugierde darüber, wie Catwoman ihm so kühn die Stirn bieten kann, und die anfangs noch mysteriös erscheinende Gefahr der Terroristengruppe um Bane, der aus der Gesellschaft der Schatten stammt und die Gotham-Börse überfällt, treibt ihn an. So gelingt mit ein wenig technischer Unterstützung das Comeback des Dunklen Ritters.

Große Besetzung

Eine kurze Inhaltsbeschreibung kann nicht ansatzweise den komplizierten Plot darlegen, den sich die Nolan-Brüder ausgedacht haben. Dazu gehört auch, dass die Personalstärke beeindruckend ist. Neben den genannten Hauptfiguren tauchen wieder Michael Caine als Alfred, Gary Oldman als Comissioner Gordon und Morgan Freeman als Lucius Fox auf. Tragende Rollen spielen darüberhinaus Marion Cotillard (La vie en rose) als Miranda Tate, die sich als wohlhabende Gönnerin im Vorstand von Wayne Enterprises der guten Sache verschrieben hat, und Joseph Gordon-Levitt (Inception) als Polizist John Blake. Blake ist mutig und beeindruckt damit Comissioner Gordon. Er schafft es auch, ohne Hilfe Zugang zum verschlossenen Batman zu erhalten.
Alle Personen sind Teile eines komplexen Handlungsgeflechts. Wie man sich denken kann, gehört das Spiel um Schein und Sein erneut zu The Dark Knight Rises. Jede Person trägt ein kleines oder großes Geheimnis mit sich. Über den ganzen Film hinweg werden Hinweise gestreut, so dass sich für den aufmerksamen Zuschauer am Ende viele Aha-Momente ergeben.
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