Backup-Desaster

Die 7 Todsünden der Datensicherung

Dienstag, 26.06.2012 | 09:01 von David Wolski
Fotostrecke Bugs im Backup - so umgehen Sie die sieben Todsünden der Datensicherung
© iStockphoto.com/proxyminder
Wie oft schon hat sich das Drama abgespielt: Zwar sind alle Daten als Backup gesichert, doch im Notfall erweist es sich als unbrauchbar. Mit ein paar Grundregeln vermeiden Sie ein solches Daten-Desaster.
Rund 30 Prozent aller Backups sind unbrauchbar und lassen sich nicht wiederherstellen. Diesen erstaunlich hohen Prozentsatz ergab eine Umfrage des Software-Riesen EMC im Firmenumfeld. Es gibt aber keinen Grund anzunehmen, dass die Quote bei Heimanwendern und Einzelplatz-PCs besser aussieht.

Damit bei Ihrer Datensicherung nichts schiefgeht, präsentieren wir Ihnen die sieben Todsünden beim Erstellen von Backups und zeigen, wie es besser geht.

Sünde 1: Der Datenträger mit der Sicherung ist defekt
Sie erstellen regelmäßig Backups nach allen Regeln der Kunst und wähnen sich in Sicherheit, da im Aktenschrank Datenträger mit den Daten der letzten Jahre liegen.

Die häufigste Panne bei erstellten Backups ist aber das Backup selbst. Nur Diamanten halten ewig, an Datenträgern nagt dagegen der Zahn der Zeit. Beschädigte oder unvollständige Backups sind die Folge. Sicher geglaubte Datensätze stellen sich im Notfall als inkonsistent, als unvollständig, heraus.



So geht es besser: Setzen Sie bei Backups nur auf wirklich zuverlässige Medien, denen lange Lagerung nichts ausmacht. Externe Festplatten sind vergleichsweise teuer, aber für Heimanwender die aktuell beste Lösung. Betreiben Sie externe Festplatten aber innerhalb deren Spezifikation. Die meisten Platten sind für den Betrieb von acht Stunden täglich konzipiert. Bei höheren Laufzeiten steigt die von Hersteller genannte MTFB-Rate (Mean Time Between Failure) rapide an.

Vergängliches Medium: Empirische Tests ergeben eine
Ausfallrate von 10 Prozent über 7 Jahre.
Vergrößern Vergängliches Medium: Empirische Tests ergeben eine Ausfallrate von 10 Prozent über 7 Jahre.

Begreifen Sie ältere optische Medien nur mehr als Altlasten, die Sie schnellstmöglich mit einem zuverlässigen Backup-Medium ersetzen sollten. Denn optische Medien wie CDs oder DVDs verfallen recht schnell, weshalb sie keinesfalls als Backup-Medium in Betracht kommen. Noch vor fünf Jahren waren optische Datenträger wie CDs oder DVDS bei der Datensicherung äußerst beliebt. Schließlich halten Musik-CDs und Video-DVDs offensichtlich über Jahre auch bei rauer Behandlung. Diese industriellen Pressungen sind aber nicht mit der Datenträgerqualität von CD-Rs und DVD-Rs zu vergleichen. Die Ursache liegt im Verarbeitungsprozess. Bei vielen Rohlingen genügt schon ein winziger Kratzer auf der Rückseite und die Schicht platzt großflächig an. Ein weiteres Problem ist die Zusammensetzung der Schicht: Einige verwendete Aluminiumverbindungen können schon nach wenigen Monaten durch Oxidation instabil werden.

Die Ursache liegt bei unzureichender Reinheit des Metalls, aus der die reflektierende Schicht besteht. Der Herstellerverband OSTA (Optical Storage Technology Association) räumt deshalb auch unbeschriebenen Rohlingen nur eine Lebenszeit von fünf bis zehn Jahren ein – wohlgemerkt: unter Idealbedingungen. In der Praxis stellen unabhängige Studien ein weit schlechteres Zeugnis aus und zeigen Verfallserscheinungen nach wenigen Monaten.

Dienstag, 26.06.2012 | 09:01 von David Wolski
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