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BIOS 2.0: 15 UEFI-Tricks für Insider

31.07.2016 | 09:03 Uhr |

Heimlich, still und leise hat sich der BIOS-Nachfolger UEFI bei neuen Rechnern etabliert. Deshalb hakt es manchmal plötzlich an ganz neue Stellen – kein Problem mit unseren Tipps.

Anfang 2013 traf die Besitzer einiger Samsung-Notebooks der Super-GAU: Wollten sie auf ihren Rechnern mit Windows 8 bestimmte Linux-Distributionen im UEFI-Modus starten, bedeutete das im wahrsten Sinne das Aus. Erst ein neues Mainboard hauchte den defekten Geräten neues Leben ein. Ein ähnliches UEFI-bedingtes Schicksal traf ein Jahr später einzelne Thinkpad-Modelle von Lenovo.

Zugegeben, das sind Worst-case-Szenarien. Trotzdem stellt sich die Frage, was beim BIOS-Nachfolger UEFI sonst noch alles nicht rund läuft. Genau darum geht es hier: Wie also holen Sie das Optimum aus Ihrem aktuellen PC bzw. Mainboard heraus und wie lösen Sie auftretende Schwierigkeiten rund um UEFI?

Viele Vorteile: An UEFI führt kein Weg vorbei

UEFI, die vier Buchstaben stehen für Unified Extensible Firmware Interface, ist die Firmware des Mainboards. Sie stellt die Schnittstelle zwischen Hardware und Betriebssystem dar, damit ist UEFI nichts weniger als der Nachfolger des BIOS, mit dem sich PC-Anwender 30 Jahre herumschlagen mussten.

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Die neue Technik bietet ungeachtet mancher Probleme jedoch viele Vorteile: Der PC bootet deutlich schneller, das Systemmenü hat (häufig) eine grafische Oberfläche, außerdem gibt es bei UEFI anders als früher eine einheitliche Zertifizierung. Zwar können die PC- bzw. Mainboard-Hersteller ihre Systeme weiter individualisieren, die Standards des UEFI-Konsortiums dürfen dabei aber nicht angetastet werden. Aktuell ist seit April die UEFI-Version 2.4 B.

Die Festplatte „Caviar Green SATA III 3TB“ von Western Digital kam Anfang 2011 als einer der ersten Datenträger mit drei Terabyte Speichervolumen auf den Markt, sie kostet jetzt unter 100 Euro.
Vergrößern Die Festplatte „Caviar Green SATA III 3TB“ von Western Digital kam Anfang 2011 als einer der ersten Datenträger mit drei Terabyte Speichervolumen auf den Markt, sie kostet jetzt unter 100 Euro.
© Western Digital

Ein weiterer Pluspunkt ist die Unterstützung großer Festplatten , also solcher mit einer Kapazität von drei oder vier Terabyte. Bisher war bei Datenträgern mit traditioneller MBR-Partitionierung – das Schema „Master Boot Record korrespondiert eng mit dem BIOS –systembedingt bei rund 2,2 Terabyte Schluss. Die Restkapazität größerer Datenträger blieb unter Windows ungenutzt.

Solange solche Festplatten nicht auf dem Markt waren, gab es auch kein Problem. Doch inzwischen haben die Harddisk-Hersteller schon mehrere Hundert Modelle jenseits der 2,2 Terabyte-Marke im Programm, zum Teil kosten sie weniger als 100 Euro .

Diese Kapazitätsprobleme beseitigt das mit UEFI verbundene Partitionsschema GPT ( GUID Partition Table ). Theoretisch passen dank 64-Bit-Adressierung fast unendlich viele Daten darauf, das nach wie vor verwendete Dateisystem NTFS begrenzt den Speicherplatz aufgrund der limitierten Clusterzahl aber derzeit auf 256 Terabyte – davon sind die aktuellen Festplatten noch weit entfernt. Ein weiterer Vorteil von GPT ist die Unterstützung von mehr als vier primären Partitionen, hier war beim MBR-Vorgänger Schluss.

Doch UEFI hat auch Nachteile und Schwächen. So lässt sich das Microsoft-Betriebssystem im echten UEFI-Modus – mehr zum Kompatibilitätsmodus CSM in Tipp 3 – nur als 64-Bit-Version installieren und starten, konkret ab Windows Vista mit Service Pack 1. Die 32-Bit-Varianten erlauben zwar den Zugriff auf GPT-Datenträger, bieten darauf aber keine Boot-Möglichkeit. Auch manche Live- oder Rescue-CDs auf Linux-Basis bereiten Startprobleme, das lässt sich allerdings im Einzelfall lösen.

Tipp 1: BIOS oder UEFI: Was läuft auf Ihrem Computer?

Haben Sie einen neuen Rechner mit vorinstalliertem Windows und Windows-8-Logo, ist die Sache klar: Darauf läuft das Microsoft Betriebssystem im echten UEFI-Modus, zudem muss für die Logozertifizierung die Schnellstartoption „Fast Boot“ aktiviert sein. Sie lässt sich in aller Regel abschalten, ohne dass Windows nicht mehr starten würde. Das Abschalten von Fast Boot ist beispielsweise dann sinnvoll, wenn noch vor dem Starten des Betriebssystems auf bestimmte Peripheriegeräte zugegriffen werden soll, z.B. solche an USB-Anschlüssen.

Über die Windows-Systeminformationen sehen Sie auf einen Blick, ob Ihr PC im echten UEFI- oder im BIOS-Modus läuft.
Vergrößern Über die Windows-Systeminformationen sehen Sie auf einen Blick, ob Ihr PC im echten UEFI- oder im BIOS-Modus läuft.

Kontrollieren lässt sich der BIOS-/UEFI-Betriebsmodus aus Windows heraus. Öffnen Sie das Ausführen-Feld, unter Windows Vista und 7 über den Start-Button, bei Windows 8.1 über das Kontextmenü des Start-Buttons. Hier tippen Sie den Befehl „msinfo32“ ein, um die Systeminformation von Windows zu öffnen. In der Zeile „BIOS-Modus“ sehen Sie, ob Ihr PC im „UEFI-Modus“ oder in der „Vorgängerversion“ läuft.

Den Modus einfach wechseln, beispielsweise durch einen Umstellung im BIOS bzw. UEFI, ist übrigens nicht möglich. Vielmehr legen Sie schon beim Installieren von Windows fest, in welcher Betriebsart Board und PC laufen (Tipp 4).

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Tipp 2: Festplatte: Master Boot Record oder GPT-Partitionsschema

Und wie steht es beim Partitionierungsschema der Festplatte? Jedes Partitions-Tool sowie die Datenträgerverwaltung von Windows (Befehl „diskmgmt.msc“) zeigen, ob die Festplatte MBR- oder GPT-formatiert ist.

Vorsicht ist aber bei der Konvertierung geboten: Zwar bietet die Datenträgerverwaltung über das Kontextmenü eines Festplatteneintrags grundsätzlich die Option „Zu GPT-Datenträger konvertieren“ (bzw. umgekehrt zu MBR), dabei löscht Windows aber alle Daten. Eine vorherige Datensicherung ist deshalb absolute Pflicht, z.B. mit Personal Backup .

AOMEI Partition Assistant Standard ist in der Lage, MBR-Festplatten ohne Datenverlust in das modernere GPT-Partitionsschema zu konvertieren.
Vergrößern AOMEI Partition Assistant Standard ist in der Lage, MBR-Festplatten ohne Datenverlust in das modernere GPT-Partitionsschema zu konvertieren.

Dieses Manko hat das Tool AOMEI Partition Assistant Standard nicht. Das Programm wandelt eine MBR-Festplatte in eine mit GPT-Schema um, ohne dass dabei Daten verloren gehen. Dazu klicken Sie in der Software mit der rechten Maustaste auf die betreffende Festplatte und wählen im Kontextmenü die Option „Konvertieren auf GPT Disk“. Unter Windows ist die Konvertierung auf Nicht-Systemdatenträger beschränkt. Möchten Sie eine Systemfestplatte konvertieren, bauen Sie diese entweder aus und schließen sie in einem anderen PC wieder an, bei Notebooks über einen USB-HDD-Adapter.

Alternativ nutzen Sie im AOMEI-Tool die Option, ein bootfähiges Rettungssystem (CD oder USB-Stick) auf Basis von Windows PE zu erstellen. Dazu klicken Sie links in der Assistentenliste auf „Bootfähige CD erstellen“, die Auswahl zwischen CD und Stick erfolgt erst danach. Nachteil dieser Option ist, dass Sie das fast zwei Gigabyte große Windows Automated Installation Kit herunterladen müssen – also nichts für langsame Internet-Anschlüsse. Haben Sie das Boot-Medium erstellt, starten Sie den Rechner davon neu und konvertieren die eingebaute Festplatte, sie ist ja nun kein Systemdatenträger mehr.

Wichtig: Es genügt für den echten UEFI-Betrieb nicht, den Systemdatenträger in das GPT-Schema zu konvertieren – die Auswahl legen Sie schon bei der Windows-Installation fest (Tipp 4), Linux ist hier problemloser zu handhaben.

CSM steht im UEFI für „Compatibility Support Module“, also den Kompatibilitätsmodus, der den Betrieb inkompatibler Systeme wie Windows 32-Bit auf UEFI-Mainboards ermöglicht.
Vergrößern CSM steht im UEFI für „Compatibility Support Module“, also den Kompatibilitätsmodus, der den Betrieb inkompatibler Systeme wie Windows 32-Bit auf UEFI-Mainboards ermöglicht.

Tipp 3: UEFI, Legacy und CSM: die verschiedenen Boot- und Betriebsmodi

Windows in den 32-Bit-Versionen startet nicht im neuen UEFI-Modus, genauso wenig wie aktuell manche Live-CDs. Damit auch diese Systeme auf neuer UEFI-Hardware laufen, haben die Mainboard-Hersteller ihre Firmware mit einem Kompatibilitätsmodus ausgestattet. Dieses „Compatibility Support Module“ (CSM) emuliert das bisherige BIOS und ermöglicht dadurch, dass auch „nicht UEFI-kompatible“ Systeme funktionieren. Wo genau im Setupmenü der CSM-Mode zu finden ist, hängt vom Hersteller ab. Jeder kocht hier sein eigenes Süppchen.

Daneben finden Sie beim Boot-Modus und gegebenenfalls bei der Boot-Reihenfolge im UEFI den Eintrag „Legacy“. Dieser ist beim Booten wichtig und stellt die richtige Einstellung für den späteren Betrieb im Kompatibilitätsmodus dar.

Tipp 4: Windows 8 und 8.1 richtig auf dem UEFI-Rechner installieren

Alle 64-Bit-Versionen von Microsofts Betriebssystem ab Windows Vista mit Service Pack 1 eignen sich zum echten UEFI-Betrieb, dazu müssen sie aber im richtigen Modus installiert sein, nämlich im UEFI-Modus.

Unter Umständen wissen Sie aber gar nicht, in welchem Modus die UEFI-Firmware startet. Denn trotz des Konsortiumstandards verhalten sich manche PCs so, andere so. Bei einigen lässt sich explizit festlegen, ob man im UEFI- oder im Legacy-Kompatibilitätsmodus starten möchte. Manche Systeme ignorieren diese Vorgabe allerdings und starten, falls der UEFI-Modus nicht funktioniert, einfach den anderen. Und wieder andere entscheiden automatisch, suchen also den Bootloader „bootx64.efi“ auf dem ausgewählten Startmedium und wechseln in den BIOS-Modus, wenn sie ihn nicht finden. Schauen Sie deshalb im UEFI Ihres Computers nach der richtigen Einstellung und wählen Sie beim Booten vom Installationsmedium unbedingt den ausdrücklich mit „UEFI“ bezeichneten Eintrag.

Secure Boot: Die Uefi-exklusive Funktion Secure Boot soll für einen sicheren Start des PCs sorgen. Das Feature verhindert, dass sich Schadsoftware bereits beim Einschaltvorgang einnistet und schon vor dem Laden des Betriebssystems sein Unwesen treiben kann – beispielsweise, indem es Sicherheitsmechanismen deaktiviert. In der Praxis erfolgt die Umsetzung mit einem digitalen Schlüssel. Secure Boot prüft beim Ladevorgang, ob wichtige Softwarebestandteile wie der Bootloader über einen entsprechenden Schlüssel verfügen, und leitet dann erst den Start ein.

Das Laden von Software ohne einen derartigen Schlüssel wird rigoros unterbunden. Das sorgt oft dafür, dass sich beispielsweise einige Linux-Distributionen oder andere Betriebssysteme nicht vom USB-Stick starten lassen, da der Schlüssel fehlt. Secure Boot lässt sich aber im Uefi abschalten, um auch unsignierte Betriebssysteme laden zu können: Die entsprechende Option finden Sie in den meisten Fällen in der Kategorie „Boot“.

Bei diesem Board können Sie formal festlegen, in welchem Modus es booten soll. Achten Sie beim Booten des Windows-Installationsmediums darauf, den UEFI-Eintrag zu wählen.
Vergrößern Bei diesem Board können Sie formal festlegen, in welchem Modus es booten soll. Achten Sie beim Booten des Windows-Installationsmediums darauf, den UEFI-Eintrag zu wählen.

Von BIOS zu UEFI: Diese Technik steckt dahinter

Tipp 5: Falsches Partitionierungsschema unterbindet UEFI-Installation

Ein Problem bei der Windows-Installation tritt auch auf, wenn der Datenträger mit der „falschen“ Partitionstabelle arbeitet. Microsoft verweigert dann das Setup mit dem Hinweis: „Windows kann auf dem Datenträger nicht installiert werden. Der ausgewählte Datenträger enthält eine MBR-Partitionstabelle. Auf EFI-Systemen kann Windows nur auf GPT-Datenträgern installiert werden“. Statt nun auf die Schnelle die „Legacy Boot“-Quelle zu wählen und damit dauerhaft die UEFI-Vorteile zu verschenken, wandeln Sie den Datenträger von MBR auf GPT um. Das erledigen Sie mit dem Tool AOMEI Partition Assistant Standard , gegebenenfalls über eine spezielle Boot-CD (siehe Tipp 2).

Tipp 6: Windows im UEFI-Modus vom USB-Stick aufspielen

Beim Ausführen des Upgrade-Assistenten für Windows 7 auf die Version 8 bzw. 8.1 haben Sie gleich die Wahl, ob Sie für die spätere Installation eine Installations-DVD oder einen USB-Stick konfigurieren möchten – beide Varianten funktionieren. Haben Sie das aktuelle Betriebssystem dagegen nur als DVD bzw. als ISO-Datei vorliegen und müssen daraus einen USB-Stick für einen Mini-PC oder ein Notebook ohne optisches Laufwerk erstellt, hakt es leider.

Denn das im Prinzip auch für Windows 8 und 8.1 geeignete Microsoft-Programm „ Windows 7 USB DVD Download Tool “ formatiert den USB-Stick immer als NTFS-Laufwerk. Ein Stick zum Booten im UEFI-Modus erfordert aber FAT32 als Dateisystem. Lösen lässt sich dies, indem Sie mit der Microsoft-Software einen bootfähigen, mindestens vier Gigabyte großen Installationsstick (in NTFS) erstellen und dann dessen Inhalt auf einen zweiten, manuell FAT32-formatierten USB-Stick kopieren.

Rufus erstellt aus ISO-Dateien bootfähige USB-Sticks, so auch zum Installieren der Microsoft-Betriebssysteme mit allen passenden Parametern.
Vergrößern Rufus erstellt aus ISO-Dateien bootfähige USB-Sticks, so auch zum Installieren der Microsoft-Betriebssysteme mit allen passenden Parametern.

Eleganter, aber nicht unbedingt schneller kommen Sie mit dem Rufus zum Ziel. Stecken Sie einen leeren USB-Stick an den Rechner, starten Rufus und wählen auf der Programmoberfläche das Stick-Laufwerk. Als Partitionsschema legen Sie „GPT Partitionierungsschema für UEFI-Computer“ und als Dateisystem „FAT32“ fest. Die übrigen Einstellungen übernehmen Sie und binden über das Ordnersymbol hinter „ISO-Abbild“ die ISO-Datei Ihrer 64-Bit-Windows-Version ein. Klicken Sie auf „Start -> OK“, um den Setup-Stick zu erstellen. Achten Sie dann beim Booten wieder darauf, dass Sie in der Boot-Auswahl den mit „UEFI“ bezeichneten Stickeintrag wählen.

Tipp 7: UEFI-Version aktualisieren

Genau wie jede andere Software lässt sich das Bios oder Uefi mit einer neueren Version aktualisieren, um beispielsweise aktuelle Hardware zu unterstützen, neue Funktionen zu erhalten oder stabiler zu arbeiten.

Doch Vorsicht: Wenn das Update schiefgeht, kann das üble Folgen für Ihren PC haben. Das geht über einen instabilen Betrieb bis hin zum Defekt des Computers. Darum sollten Sie sich vor einem Update Gedanken machen, ob Sie die Aktualisierung wirklich brauchen – wenn Ihr PC einwandfrei und stabil arbeitet, dann ist im Prinzip keine neue Version notwendig.

Wenn Sie allerdings Hardware wie eine neuere CPU oder aktuellen Arbeitsspeicher einsetzen möchten, die erst durch ein Update zu Ihrem Mainboard kompatibel werden, dann ist ein Update sinnvoll.

Das Wichtigste beim Update ist immer: Stellen Sie absolut sicher, dass Sie die richtige Version für Ihr Mainboard haben – hierfür benötigen Sie die exakte Modellbezeichnung Ihrer Hauptplatine. Für Besitzer von Selbstbau-PCs ist das einfacher, da sie die Hardware selbst zusammengestellt haben. Eigentümer von Komplett-PCs wie von Medion oder Dell müssen ein kostenloses Tool von einem Drittanbieter zu Rate ziehen, wie beispielsweise CPU-Z .

Nach der Installation zeigt Ihnen das Programm in der Registerkarte „Mainboard“ den Namen Ihres Motherboards und auch die Versionsnummer von Ihrem Bios respektive Uefi an. Grundsätzlich erhalten Sie das zugehörige Update nur beim Hersteller des Komplettsystems, beispielsweise Medion oder Dell. Denn gar nicht so selten handelt es sich bei den eingebauten Mainboards um Sonderanfertigungen der Hauptplatinenproduzenten, die oft um einige Funktionen und Schnittstellen reduziert sind – deshalb ist auch eine spezielle Bios-Version notwendig.

Weiterhin ist es sehr wichtig, dass Sie den Updatevorgang nicht unterbrechen! Ein vorzeitiger Abbruch der Aktualisierung kann zur Folge haben, dass der PC nicht mehr startet.

Bios-und Uefi-Update mit Hilfe von Herstellertools: In der Regel bieten die Hauptplatinenhersteller ein kostenloses Windows-Programm an, das sich die korrekte Version automatisch von den Servern holt und anschließend auch die Aktualisierung vornimmt. Neuere Mainboards bieten bereits ein integriertes Firmware-Updatetool an, das sich im Bios respektive Uefi finden lässt. Bei Asus nennt es sich „EZ-Flash“, bei Gigabyte „Q-Flash“ und bei MSI „M-Flash“. Neben der Installation aus dem Internet haben Sie auch die Möglichkeit, das Update mit einem Speichermedium wie einem USB-Stick durchzuführen, auf dem sich die vorab heruntergeladene Firmwareversion befindet. Für die Erkennung des Sticks ist es nötig, dass dessen Dateisystem FAT32 und der Name der neuen Bios-Datei maximal acht Zeichen (ohne Dateiendung) lang ist.

Den USB-Stick können Sie in das korrekte Dateisystem formatieren, indem Sie mit einem Rechtsklick auf das Laufwerk im Windows-Explorer das Kontextmenü aufrufen und „Formatieren“ wählen. Achtung: Das System löscht dabei alle Daten auf dem Stick!

Teurere Mainboards hingegen haben ein zweites Bios oder Uefi in einem separaten Chip gespeichert, um das System bei Bedarf wiederherzustellen. Diese „Dual-Bios“ oder „Dual-Uefi“ genannte Zweitversion lässt sich oft nicht überschreiben oder aktualisieren und enthält die Version, die der Hersteller bei der Fertigung des Mainboards aufgespielt hat und die somit garantiert funktioniert.

Tipp 8: Vorsicht bei Änderungen an der GPT-Festplatte

Ganz so unkompliziert wie bei Datenträgern mit dem Master Boot Record (MBR) sind GPT-formatierte Festplatten nicht zu handhaben. Denn diese erfordern eine bestimmte Anordnung, Sie sollten deshalb nicht einfach eine der bestehenden Partitionen verschieben oder gar löschen. In der Standardkonfiguration steht überwiegend am Beginn der Partitionstabelle die 100 MByte große „EFI System Partition“ (ESP), formatiert als FAT32. Diese ist im Windows Explorer nicht sichtbar und enthält unter anderem den Boot-Loader, z.B. für weitere Betriebssysteme.

Direkt dahinter folgt die meist 128 MByte große „Microsoft Reserved Partition“ (MSR), die Informationen für Windows bereithält, dahinter wiederum die Systempartition mit dem installierten Betriebssystem. Diese Reihenfolge ist zwingend und darf auch durch ein Partitionierungsprogramm nicht verändert werden.

Darüber hinaus finden Sie bei PCs mit vorinstalliertem Windows eine versteckte Recovery-Partition zum Wiederherstellen des Originalzustandes, unter Umständen weitere Daten- und noch einen Systemwiederherstellungsbereich. Mehr Infos dazu bietet Microsoft Technet im Internet.

Trotz UEFI-Modus fehlen die „UEFI-Firmwareeinstellungen“ bei manchen Rechnern mit Windows 8 bzw. 8.1 – dann helfen spezielle Tools oder Tipp 10.
Vergrößern Trotz UEFI-Modus fehlen die „UEFI-Firmwareeinstellungen“ bei manchen Rechnern mit Windows 8 bzw. 8.1 – dann helfen spezielle Tools oder Tipp 10.

Tipp 9: Restart to UEFI: Einstellungen wieder aufrufen

Wie gelangt man wieder zum UEFI-Konfigurationsmenü, wenn Fast Boot als Startmodus eingeschaltet ist? Schließlich lässt sich das UEFI-Menü beim Schnellstart oft nicht mehr aufrufen.

Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten: Entweder Sie verwenden ein PC- bzw. Mainboard-Hersteller-spezifisches Tool , hier helfen neben dem Herstellernamen die Begriffe disabling, fast und boot (oder „quick“ statt „fast“) bei der Suche im Internet weiter. Wer Windows 8 bzw. 8.1. verwendet, kann seinen Rechner auch aus dem laufenden Betrieb ins UEFI zwingen. Dazu halten Sie die Umschalttaste gedrückt, während Sie mit der Maus auf „Ein/Aus -> Neu starten“ (Tastenkombination Windows + I) klicken. Alternativ tippen Sie „shutdown.exe /r /o“ in die Ausführen-Zeile. Windows blendet nun verschiedene Optionen ein, Sie wählen bitte „Problembehandlung -> Erweiterte Optionen -> UEFI-Firmwareeinstellungen -> Neu starten“. Der PC bootet neu und öffnet automatisch das UEFI-Konfigurationsmenü. Allerdingt funktioniert die Prozedur bei weitem nicht auf allen PCs, in diesem Fall hilft der letzte Tipp weiter.

„Post Hotkey Delay“ heißt die Funktion, über die Sie im UEFI eine Verzögerung einstellen, um mehr Zeit zum Drücken der Funktionstasten für den Setup-Start oder die Boot-Auswahl zu haben.
Vergrößern „Post Hotkey Delay“ heißt die Funktion, über die Sie im UEFI eine Verzögerung einstellen, um mehr Zeit zum Drücken der Funktionstasten für den Setup-Start oder die Boot-Auswahl zu haben.

Tipp 10: UEFI und BIOS aufrufen: die richtige Funktionstaste

Bedauerlicherweise sind auch bei UEFI die Funktionstasten zum Aufrufen der UEFI-Einstellungen oder der Boot-Auswahl nicht normiert. Gerade weil der Rechner so schnell bootet, sieht man keinerlei Einblendung mehr, welche Taste nun welcher Funktion dient. So bleibt oft nur, die gängigen Kandidaten (Entf, Esc und die Funktionstasten F1 bis F12) auszuprobieren, falls vorhanden im Board- bzw. Rechner-Handbuch nachzusehen oder im Internet über die genaue PC- oder Board-Bezeichnung zu googeln. Sind Sie einmal im BIOS, können Sie unter „Advanced/Erweitert“ meist eine Verzögerung von einigen Sekunden für den Systemstart einstellen, dann bleibt mehr Zeit für den Tastendruck.

Tipp 11: Einschränkungen bei Bios/Uefi in Komplett-und Selbstbau-PCs

Hersteller von Komplett-PCs verwenden oft Mainboard-Sonderanfertigungen, die nicht regulär im Handel verfügbar sind. Diese Modelle unterscheiden sich von den frei käuflichen Versionen in der Ausstattung: Die Anzahl der Schnittstellen fällt geringer aus, oder Zusatzfeatures wie Bluetooth oder WLAN fehlen. Und auch das Bios selbst ist in seinem Funktionsumfang beschnitten und meist nur auf das Nötigste wie die Updatemöglichkeit beschränkt. Der Grund für den Einbau dieser abgespeckten Mainboards liegt auf der Hand: Nur so lässt sich ein günstiger Preis realisieren.

Besitzer von Selbstbausystemen sind von diesen Einschränkungen nicht betroffen und können Bios oder Uefi nach ihren Wünschen einstellen.

Je nach Preisklasse und Ausführung bieten Mainboards mehr oder weniger Analyse-und Einstellmöglichkeiten für Temperaturen, Lüfterdrehzahlen und Spezifikationen Ihrer Hardware. Mit von der Partie sind auch Programmassistenten, die Ihr System automatisch übertakten, leiser betreiben oder sogar Strom sparen.

Uefi-Tricks: Volle Power für Ihre Firmware

Tipp 12: Mehr Tempo: Den PC per Uefi-Tuning übertakten

Die Übertaktungsassistenten haben je nach Hersteller unterschiedliche Namen. MSI nennt seinen beispielsweise „OC Genie“, bei Asus heißt er „EZ Tuning Wizard“. Im Prinzip funktionieren diese Tools alle gleich: Sie enthalten Einstellungen, die der Hersteller in seinen Tests mit verschiedenen Komponenten geprüft und abgespeichert hat. Je nach Konfiguration wendet der Overclocking-Assistent diese Einstellungen dann nach ein paar Mausklicks an.

Im linken Bild wählen Sie den Übertaktungsgrad, hier für wassergekühlte PCs, rechts sehen Sie die Auflistung aller entsprechenden Änderungen, die die Firmware dann selbst durchführt.
Vergrößern Im linken Bild wählen Sie den Übertaktungsgrad, hier für wassergekühlte PCs, rechts sehen Sie die Auflistung aller entsprechenden Änderungen, die die Firmware dann selbst durchführt.

Zu den Änderungen gehören Details wie das Anheben des CPU-Multiplikators, Verändern von Spannungswerten des Prozessors und Einstellen der Timings des Arbeitsspeichers sowie die Umdrehungsgeschwindigkeiten der Lüfter, um im richtigen Moment für eine ausreichende Wärmeabfuhr zu sorgen. Insbesondere für Einsteiger sind diese Assistenten zu empfehlen, da das System sich bei Instabilität oder Abstürzen wieder zurücksetzen lässt oder es sogar automatisch tut. Oft lassen sich sogar verschiedene Leistungsstufen wählen, um den PC nur behutsam oder auch deutlich zu übertakten.

Unser Tipp: Probieren Sie erst einmal die niedrigste Übertaktungsstufe aus, und testen Sie diese Einstellungen einige Stunden, indem Sie den PC regulär nutzen. Beim Übertakten sollten Sie aber stets darauf achten, dass für ausreichend Kühlung gesorgt ist, da die Wärmeentwicklung dabei deutlich ansteigt. Berücksichtigen Sie auch, dass durch die höhere Rechenleistung der Stromverbrauch steigt.

Noch detailliertere Einstellungen sind nur den Oberklasse-Mainboards für Gamer und Overclocker vorbehalten. Diese Modelle kosten bis zu 500 Euro und sind mit speziellen Komponenten ausgestattet, die höhere Temperaturen, eine stabilere Stromversorgung sowie eine längere Haltbarkeit ermöglichen sollen.

Einige Mainboard-Modelle bieten weitere Betriebsprofile an: Sogenannte Eco-Modi sorgen zum Beispiel dafür, dass der Prozessor es mit den Turbo-Taktraten nicht übertreibt. Weiterhin sorgen solche Profile dafür, dass der PC sich bei Nichtnutzung noch schneller in den energiesparenden Standby begibt. Einige Hersteller gehen sogar so weit, dass das Mainboard in solchen Profilen je nach Auslastung auch die Spannungen so weit wie möglich absenkt.

Tipp 13: Startsicherheit: Passwortschutz für Bios und Uefi aktivieren

Für zusätzliche Sicherheit und um die Bios-Einstellungen gegen Manipulation zu schützen, können Sie auch ein Passwort für den Bios-Zugang vergeben.
Vergrößern Für zusätzliche Sicherheit und um die Bios-Einstellungen gegen Manipulation zu schützen, können Sie auch ein Passwort für den Bios-Zugang vergeben.

Mit Hilfe einer Passworteingabe lassen sich die Firmware und der PC selbst vor unbefugten Zugriffen schützen. Damit niemand Ihre Bios-/Uefi-Einstellungen ändern kann, legen Sie unter „Security“ ein Administrator-oder Supervisor-Passwort fest – je nach Mainboard-Hersteller variiert diese Bezeichnung. Möchten Sie noch eine Stufe weitergehen und den gesamten PC mit einer Kennworteingabe schützen, die direkt nach dem Einschalten auftaucht, dann können Sie ein „User-“, „System-“ oder „Start-“Passwort vergeben. Doch wiegen Sie sich damit nicht in absoluter Sicherheit: Durch einen Bios-Reset stellt das Mainboard wieder alle Standardeinstellungen wieder her und löscht somit auch das Passwort.

Tipp 14: Den Computer schneller booten lassen

„Fast Boot“ überspringt einige Funktionstests, um den PC schneller zu starten – bis zu 70 Prozent Zeitersparnis sind möglich!
Vergrößern „Fast Boot“ überspringt einige Funktionstests, um den PC schneller zu starten – bis zu 70 Prozent Zeitersparnis sind möglich!

Die Firmware führt in der Regel einige kurze Tests durch, um die Funktionstüchtigkeit der Hardware sicherzustellen. Diese Tests lassen sich auch überspringen, um wertvolle Sekunden zu sparen und den PC um bis zu 70 Prozent schneller starten zu lassen: Aktivieren Sie hierfür die Option „Fast Boot“ oder „Quick Boot“, die sich in den „Advanced Bios Features“ oder auch unter „Boot“ finden lässt. Noch weiter beschleunigen lässt sich der Startvorgang, wenn Sie die Bootreihenfolge optimieren, indem Sie die Systemfestplatte an erste Stelle setzen. Somit prüft die Firmware gar nicht erst, ob es eventuell von einem USB-Stick oder einer CD booten soll. Allerdings ist diese Option wieder zurückzustellen, falls Sie beispielsweise von einem dieser Medien starten möchten.

Tipp 15: Bios und Uefi auf Werkseinstellungen zurücksetzen

Alle Einstellungen, die Sie im Bios oder Uefi vornehmen, speichert die Firmware im sogenannten CMOS (Complementary metal-oxide-semiconductor), genauer gesagt innerhalb eines SRAM-Speicherbausteins, der sich direkt auf der Hauptplatine befindet. Genau dieser Speicher lässt sich löschen, falls es aufgrund von falschen Einstellungen zu Fehlern im Bootvorgang kommt. Nach dem Löschen arbeitet das Bios respektive Uefi wieder mit Werkseinstellungen. Doch auch beim Einsetzen von neuer Hardware wie etwa Arbeitsspeicher kann es sogar Voraussetzung sein, die Firmware zurückzusetzen.

Über einen einfachen Tastendruck setzen Sie das CMOS zurück. Im rechten Bild müssen Sie hierfür den Jumper setzen.
Vergrößern Über einen einfachen Tastendruck setzen Sie das CMOS zurück. Im rechten Bild müssen Sie hierfür den Jumper setzen.

In der Praxis existieren zwei Wege, das CMOS zurückzusetzen: Durch das Drücken eines Knopfes oder durch das Versetzen eines Jumpers. Im Handbuch Ihres Mainboards finden Sie die Herangehensweise für Ihr System. Vor dem Löschen des CMOS trennen Sie Ihren Rechner komplett vom Stromnetz und drücken einige Male auf den Einschaltknopf Ihres PCs – auf diese Weise entladen sich alle noch eventuell aufgeladenen Kondensatoren. Verfügt Ihr Motherboard über eine Taste für das Zurücksetzen des CMOS, dann drücken Sie darauf. Meist befindet sich der Knopf direkt auf der Platine oder an der I/O-Blende. Erfolgt die Löschung über einen Jumper, dann gehen Sie Schritt für Schritt nach der Anleitung Ihres Handbuches vor. In der Regel müssen Sie hierfür lediglich den Jumper von der Pin-Steckleiste versetzen und dann wieder in die Ausgangsposition stecken.

Wenn hingegen ohne Ihr Zutun ständig die Einstellungen Ihres Bios oder Uefi verloren gehen, dann könnte sich die Energie der Mainboard-Knopfbatterie dem Ende zuneigen. Denn diese Stützbatterie sorgt dafür, dass der PC auch im ausgeschalteten Zustand die vorgenommenen Einstellungen behält. Ein Wechsel der Batterie sorgt hier für Abhilfe – in der Regel handelt es sich um den Typ CR2032, der nur wenige Euro kostet.

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