Abzocke im Web
Auto-Schnäppchen: Trickserei mit Treuhandkonto
Am Anfang steht die Annonce: Die Anzeige ist gut, aber nicht übertrieben professionell gestaltet. Die Fotos zeigen das beschriebene Auto in einem makellosen Zustand. Am wichtigsten ist jedoch der Preis: Er liegt unter dem Marktwert – zwar deutlich, aber nicht zu extrem. Andernfalls werden die Interessenten misstrauisch. Beim ersten Kontakt zählt der Verkäufer noch einmal alle Vorteile des Wagens auf. Fragt der Interessent wegen des günstigen Preises nach, so erhält er eine Antwort wie „Ich benötige das Geld dringend und verkaufe den Wagen daher lieber etwas günstiger. Sie haben übrigens Glück. Ich habe die Anzeige gerade erst eingestellt, und Sie sind der erste Anrufer.“ So mancher Anrufer gibt sich mit dieser Begründung zufrieden. Er sieht sich zudem unter Zugzwang und willigt in das Geschäft ein – ohne das Auto je gesehen zu haben.
Vermeintliche Sicherheit: Im weiteren Gespräch erzählt der Verkäufer beiläufig, dass sich der Wagen gerade im Ausland bei einem Freund befindet. Aber das sei überhaupt kein Problem. Er kenne da einen zuverlässigen Treuhänderservice, der sich um die Abwicklung kümmert. Nach Überweisung des Kaufbetrags auf das Treuhänderkonto würde der Wagen überführt werden. Erst nachdem der Empfänger die Lieferung quittiert habe, würde der Treuhänder dem Verkäufer das Geld aushändigen, ansonsten erhalte der Käufer es zurück. „Sie haben also gar kein Risiko.“ Wenn der Käufer nun überzeugt ist, tauschen die beiden Adressen aus.
Wenige Tage später erhält der Käufer per Mail eine Zahlungsaufforderung des Treuhänders. Wer sich von der Seriosität des Dienstleisters überzeugen will, findet eine professionell gestaltete Website vor. Sobald ein Kunde das Geld dorthin überweist, ist er endgültig auf die Masche der Betrüger hereingefallen. Das Auto wird er nie bekommen, und seine Beschwerden beim Treuhänder werden ins Leere laufen, wenn die Site dann überhaupt noch erreichbar ist. Denn genauso wie der Wagen ist auch der Treuhänder eine Luftnummer, hinter der der Betrüger selbst oder aber ein Komplize steckt.

