Da ein solches System nicht nur virtuell, sondern auch physikalisch ein einziger Rechner ist, benötigt es anders als Standby- oder Cluster-Server auch nur jeweils eine Software-Lizenz, was beispielsweise bei Datenbanken einen wichtigen Kostenfaktor darstellt. Die auf den ersten Blick höheren Anschaffungskosten der fehlertoleranten Systeme gegenüber den Cluster-Servern gleichen sich so bei Einbeziehung sämtlicher Kostenfaktoren wieder aus. Dazu kommt, dass bei Cluster-Systemen Administration, Service und Support deutlich aufwendiger sind, so dass hier mit hohen laufenden Kosten zu rechnen ist. Unterm Strich sind die gesamten Anschaffungs- und Betriebskosten für Standby-Systeme am günstigsten. Hier gibt es ja auch keine technisch abgesicherte Verfügbarkeit, durch das bloße Bereithalten eines zweiten Servers wird ein System nicht hochverfügbar. Fehlertolerante Server erweisen sich bei Berücksichtigung aller Kostenfaktoren erstaunlicherweise schon in der Anschaffung als teurer. Klammert man die besonders kostentreibende Datenbank aus, so liegen diese beiden Alternativen gleichauf, durch die günstigeren laufenden Kosten haben die fehlertoleranten Server, sobald es in den Betrieb geht, die Nase wieder vorn.
Ob eine solche Investition und Kosten unterm Strich sinnvoll sind, zeigt der Vergleich mit den Kosten eines möglichen Systemausfalls. Pauschalisierte Downtime-Kosten, die für einen direkten Vergleich nötig wären, lassen sich allerdings nur schwer schätzen, weil sie, wie erwähnt, sehr stark von der Branche und vom jeweiligen Unternehmen abhängen. Verwendet man als Hilfsgröße die Kosten einer Industriestunde pro Mitarbeiter (43,50 Euro) und multipliziuert diesen Wert mit der Ausfallwahrscheinlichkeit, so ergeben sich für die drei alternativen Lösungen bei 500 Mitarbeitern und einem 7-mal-24-Stunden-Betrieb die im Kasten aufgezeigten hypothetischen Szenarien.
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