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So geht es weiter mit Windows

01.09.2008 | 15:59 Uhr |

XP gibt es bald nicht mehr zu kaufen, Vista tut sich schwer im Markt, Windows 7 ist noch fast geheim. Eine Chance für Linux und Apple? Tatsache ist: Alle Windows-Versionen bleiben im Rennen. Wir geben einen Überblick und verraten, wie es weitergeht mit Windows XP, Vista und Windows 7.

Der XP-Lebenszyklus neigt sich langsam, aber unaufhörlich dem Ende zu. Dennoch: Laufend wird vermeldet, dass Microsoft der am meisten verbreiteten Windows-Version an dieser oder jener Ecke noch eine Gnadenfrist einräumt. Weitere Überraschungen sind nicht auszuschließen.

Das Ende des Support-Zyklus
Wie lange bleibt XP ein sicheres, durch Updates aktualisiertes System? Der XP-Support läuft am 8. April 2014 aus. Zu diesem Zeitpunkt endet der Extended Support mit monatlichen Patches und Fixes. Bis April 2009 können XP-Anwender sogar noch auf System-Erweiterungen hoffen: Dann erst wird der Mainstream-Support eingestellt, der neben den Sicherheits-Updates auch einen inhaltlichen Feinschliff vorsieht. Ein Service Pack (SP) 4 wird es nicht mehr geben. Insgesamt aber wird Microsoft das XP-System länger mit Updates versorgen als Vista Home/Ultimate. Bei diesen Versionen endet der Support im April 2012.

Restposten und SB-Versionen
Wie komme ich aktuell an ein XP oder einen Rechner mit XP?
Seit 30. Juni 2008 erhalten PC-Hersteller keine neuen XP-Lizenzen mehr von Microsoft. Nach wie vor gibt es aber Restbestände, die verkauft werden dürfen. Gleiches gilt für Retail-Versionen die ohne Hardware verkauft werden. Conrad bietet beispielweise das MS Windows XP Home für 99,95 € und das MS WINDOWS XP PRO für 149,95 € im Online-Shop an. Wer einen neuen PC mit XP erwerben will, sucht besser bei regionalen Anbietern als bei grossen Ketten wie Media Markt & Co. Noch bis zum 31. Januar 2009 verkauft Microsoft System-Builder-Versionen (SB) von XP. Diese gehen eigentlich an den PC-Einzelhandel, der Rechner mit XP ausstattet. Deutsches Recht erlaubt es allerdings dem Endanwender, SB-Versionen auch ohne Hardware zu erwerben. Ein preiswertes SB-XP (ab 65 Euro) bleibt noch mindestens ein halbes Jahr verfügbar und ist unter anderem auch auf ebaY (www.ebay.de) zu haben. Auch wenn bei diesen Ausgaben Handbuch und Installations-Support fehlen, enthalten die SB-Versionen die komplette Software.

In einem kleinen Marktbereich geht XP sogar noch länger über den Ladentisch: Bis Juni 2010 dürfen Hersteller auf den Ultra Low Cost PCs (ULCPC) XP Home installieren. Eine genaue Definition von ULCPC existiert allerdings nicht. Generell handelt es sich hierbei um Hardware-mäßig schwach ausgestattete Notebooks und PCs. Würde Microsoft bei solchen Systemen auf Vista beharren, ginge dieses Marktsegment kampflos an das schlankere Linux.

Das Recht aufs Vista-Downgrade
Wie kann ich ein vorinstalliertes Vista auf einem neu gekauftem PC durch XP ersetzen?
Wer eine Original-XP besitzt, kann dieses System natürlich jederzeit installieren. Im Alltag ist dies eher selten und bedeut et außerdem, von zwei bezahlten Systemen nur eines zu nutzen. Hier greift das Downgrade-Recht von Vista Business/Ultimate auf XP Pro. Aber Achtung – richtig gelesen: Vista Home bietet kein Downgrade-Recht! Der Anwender braucht in jedem Fall eine – notfalls geliehene – legale XP Professional CD und deren Product Key. Mit diesem Key installiert er XP Pro. Die jetzt notwendige Aktivierung wird jedoch scheitern, weil der Product Key bereits registriert ist. Der XP-Aktivierungsassistent schlägt nun einen Anruf bei der Microsoft Activation Support Hotline (0800-228 482 83) vor. Hier genügt es, dem Hotline-Mitarbeiter die Angaben zur Vista-Business/Ultimate-Lizenz mitzuteilen.
Tipp: Falls Sie sich beim Kauf eines neuen PCs sicher sind, das installierte Vista durch XP ersetzen zu wollen, können Sie das Downgraden bei Service-orientierten Geschäften dem Händler überlassen. Sie sparen sich unter Umständen manches Problem (siehe folgenden Punkt).

Hürden beim Vista-Downgrade
Ist ein Downgraden von Vista auf XP Pro technisch problemlos?
Wenn Sie neueste Hardware erwerben, können Sie nicht davon ausgehen, dass XP alle Komponenten nativ unterstützt. Schon bei SATA-Platten ist kein reibungsloses XP-Set-up zu erwarten. Die Treiber müssen beim Setup entweder über eine Diskette geladen oder vorab mit Nlite in eine spezielle XP-Setup-CD integriert werden. Je nach Ausstattung kann die XP-Installation eine Reihe weiterer Hardware-Probleme schaffen, die sich bei der aktuellen Treibersituation für XP aber lösen lassen sollten. Ein Downgrade ist also in jedem Fall technisch möglich, erfordert aber eventuell Zeit und Know-how.

Downgrade ist keine Sackgasse
Kann ich nach einem Downgrade auf XP später auf Vista zurückkehren?
Kein Problem. Ein Gesinnungswechsel ist jederzeit möglich. Die Rückkehroption auf Vista ist insofern wichtig, als Hardware kontinuierlich weiterentwickelt wird. In einigen Jahren bringen bestimmte Geräte vielleicht nur noch Vista-Treiber mit.

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