2068896

Arbeitsspeicher upgraden: So geht's Schritt für Schritt

07.06.2015 | 15:45 Uhr |

Das Aufrüsten des Arbeitsspeichers ist vom Einbau gesehen schnell erledigt. Im Vorfeld sollten Sie jedoch genau prüfen, welchen Speicher Sie haben und welchen Sie benötigen.

Die Kosten für Arbeitsspeicher sind in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken. Bei den aktuellen Speichermodulen für einen PC zahlen Sie weniger als 10 Euro pro Gigabyte. Die Preise für ein Notebook sind rund 20 Prozent teurer. Bevor Sie sich an den Austausch oder die Erweiterung Ihres aktuellen Speichers machen, gibt es eine Reihe von Themen, die Sie im Vorfeld klären sollten.

Anforderungen ermitteln

Die Größe des Arbeitsspeichers ist stark von den Anwendungen abhängig, die Sie damit betreiben wollen. Microsoft empfiehlt für die aktuellen Betriebssysteme Windows 7 und Windows 8 jeweils eine Speichergröße von mindestens 1 GB für die 32-Bit-Version und 2 GB für die 64-Bit-Version.

Die höchsten Anforderungen an die Hardware stellen aktuell grafikintensive Anwendungen. Dazu gehören zum einen aktuelle Spiele und zum anderen Programme, mit denen Sie Bilder und Videos bearbeiten. Bei aktuellen Spielen liegen die Anforderungen meist bei 8 GB RAM, wobei die Tendenz in Richtung 16 GB geht.

Damit stellt sich auch nicht mehr die Frage nach dem passenden Betriebssystem. Windows in der 32-Bit-Variante erlaubt aufgrund des zur Verfügung stehenden Adressraumes lediglich die Verwaltung von bis zu 4 GB RAM. Effektiv stehen am Ende abhängig vom Mainboard und von der eingesetzten Hardware gut 3 GB an RAM zur Verfügung.

Tipp: So klappt das Grafikkarten-Upgrade

32- oder 64-Bit-Version

Welche Windows-Version Sie aktuell einsetzen, sehen Sie direkt in den Systemeinstellungen Ihres Betriebssystems. In der Ansicht „System“ finden Sie in der Rubrik „System“ den „Systemtyp“. An dieser Stelle steht entweder 32- oder 64-Bit-Betriebssystem.

Verwenden Sie noch ein 32-Bit-Betriebssystem, sind Sie dadurch in Ihren Aktivitäten eingeschränkt oder Sie verknüpfen diese alternativ mit einem Wechsel des Systemtyps und nutzen künftig die 64-Bit-Version. Dies erfordert allerdings eine komplette Neuinstallation des Betriebssystems.

Nähere Informationen hierzu liefert Microsoft auf einer speziellen Informationsseite .

CPU-Z zeigt Ihnen auf der Registerkarte Memory an, welche Art von Speicher Sie besitzen.
Vergrößern CPU-Z zeigt Ihnen auf der Registerkarte Memory an, welche Art von Speicher Sie besitzen.

Vorhandene Hardware ermitteln

Weitere Faktoren für die Aufrüstung Ihres Arbeitsspeichers sind der vorhandene Arbeitsspeicher sowie die Erweiterungsmöglichkeiten Ihres PCs. Den aktuellen Speicher ermitteln Sie entweder, indem Sie Ihres Rechner oder Ihr Notebook aufschrauben und nachsehen. Alternativ können Sie eine Hardware-Analyse-Software wie etwa die Freeware CPU-Z hierfür einsetzen. Diese führt eine komplette Systemdiagnose durch und zeigt Ihnen dann die eingesetzte Hardware. Auf der Registerkarte „Memory“ finden Sie alle erforderlichen Daten zu dem vorhandenen Speicher inklusive der Frequenzen und Taktraten. Dabei sind die Informationen in zwei Rubriken unterteilt:

Innerhalb von „General“ sind neben der aktuellen Speichergröße vor allem die Art des Speichers und die Anzahl der Kanäle wichtig.

Bei den Timings spielt insbesondere die Frequenz der DRAMs eine wichtige Rolle. Der von uns untersuchte Speicher ist vom Typ DDR3 (1) und verfügt über eine Frequenz von 798,7 MHz (2), wie die Abbildung zu CPU-Z zeigt.

Zu den Leistungsdaten Ihres Speichers gibt es mit „SPD“ (Serial Presence Detect) noch eine zweite Registerkarte. Auf dieser ist zum einen vermerkt, wie viele Speichermodule aktuell bereits verbaut sind. Dies sehen Sie, wenn Sie aus dem Feld „Memory Slot Selection“ die jeweilige Speicherbank auswählen.

PC clever aufrüsten - so machen Sie es richtig

Für ein späteres Miteinander mit anderen Modulen ist vor allem der Wert „Max. Bandwidth“ entscheidend. Dies ist die maximale Frequenz, die der Hersteller für den Betrieb Ihres Speichers vorgibt. Auf dem vorherigen Bild haben Sie bereits die aktuelle Betriebsfrequenz von 798,7 MHz gesehen. Dies korrespondiert entsprechend mit den Angaben des Herstellers. In der Tabelle unten sehen Sie darüber hinaus für die späteren Bios-Einstellungen, welche Timings möglich sind.

Der passende Speicher

Damit haben Sie die passende Information, welcher Speicher in Ihrem PC vorhanden ist. Es gibt im nächsten Schritt noch einige Faktoren, die für die Aufrüstung Ihres Rechners oder Notebooks entscheidend sind. An dieser Stelle kommen Sie darüber hinaus ohne ein Öffnen des Gehäuses nicht weiter.

Wie viele freie Steckplätze sind noch auf Ihrem Mainboard vorhanden? Gerade bei Notebooks gibt es oft nur zwei Speicherplätze, von denen mindestens einer verbaut ist.

Sind alle Speicherbänke frei zugänglich oder werden manche durch andere Bauteile, wie beispielsweise lange Grafikkarten oder Prozessorkühler, überdeckt?

Bestehen von Seiten des Herstellers Beschränkungen in Bezug auf die maximale Speichergröße je Bank oder insgesamt? An dieser Stelle hilft Ihnen ein Blick ins Handbuch weiter.

Hersteller liefern immer wieder neue Bios-Versionen aus. Teilweise wird dabei auch die Kompatibilitätsliste für Speichermodule erweitert. An dieser Stelle lohnt es sich aus diesem Grund zu überprüfen, ob Sie die aktuellste Bios-Version verwenden. Neuere Versionen sind auf der Website des Herstellers verfügbar. Dort finden Sie in der Regel auch die aktuellste Ausgabe des Handbuchs.

Erlaubt Ihr Mainboard einen Zweikanalbetrieb, dann sind die zusammengehörigen Bänke meist farblich markiert.
Vergrößern Erlaubt Ihr Mainboard einen Zweikanalbetrieb, dann sind die zusammengehörigen Bänke meist farblich markiert.

Hinweise zum Kauf

Für die Aufrüstung des Speichers ergeben sich zwei Szenarien: Nutzen Sie bereits Speichermodule mit den maximal zulässigen Parametern, können Sie diese einfach mit baugleichen erweitern. Gibt es diese nicht mehr, weil das Mainboard bereits ein bis zwei Jahre alt ist, suchen Sie am besten nach möglichst baugleichen Modulen mit ähnlichen Leistungswerten für Taktrate/Frequenz, Kapazität, Spannung (Voltage) und Timings. Gibt es keine weiteren Speicherbänke mehr oder ist der vorhandene Speicher weit unter den Leistungsgrenzen Ihres Mainboards, sollten Sie einen Komplettaustausch erwägen. Kaufen Sie Ihren Speicher am besten immer in vom Hersteller verpackten Paaren. Damit sind Sie nahezu sicher, zwei Module mit den exakt gleichen Leistungswerten zu erhalten.

Ein Blick in die Regale der Online-Händler zeigt die notwendigen Informationen, die Sie zum Kauf benötigen: den Typ, die Taktrate inklusive CAS-Latenz und die Spannung.

Sollten Sie sich trotz allem nicht ganz sicher sein, bietet Corsair auch noch eine interessante Hilfe an. Der Hersteller von Speichermodulen betreibt eine umfangreiche Datenbank mit Rechnermodellen und listet dazu die passenden Speichermodule auf . Damit verfügen Sie anschließend über das erforderliche Wissen für Ihre herstellerunabhängige Suche.

Aus- und Einbau des Speichers

Vor den Umbauaktionen sollten Sie Ihren Computer oder Ihr Notebook komplett vom Strom trennen. Bei Ihrem Notebook entfernen Sie am besten auch den Akku. Öffnen Sie daraufhin das Gehäuse. Haben Sie einen Tausch der Speichermodule geplant, dann entfernen Sie diese im ersten Schritt. Drücken Sie hierzu die Halteklammern an den beiden Enden der Speicherbank nach unten. Das Speichermodul wird dabei automatisch nach oben gedrückt und kann entnommen werden.

Für den Einbau setzen Sie das Speichermodul in die Speicherbank ein – die Kerbung muss dabei an der richtigen Stelle sein. Drücken Sie es nachfolgend vorsichtig nach unten, bis es einrastet. Sollte dies nicht gelingen, überprüfen Sie bitte noch einmal, ob Sie das Speichermodul richtig eingesetzt haben.

So machen Sie Ihren PC schneller

Besitzen Sie ein aktuelleres Mainboard, unterstützt dieses in der Regel einen Zweikanalbetrieb, mit dem Sie rechnerisch die Bandbreite beim Datendurchsatz verdoppeln können. Um dies zu erreichen, müssen die Speichermodule in den richtigen Bänken platziert werden. Damit das gelingt, haben die Hersteller die zugehörigen Speicherbänke normalerweise mit der gleichen Farbe versehen.

Der finale Test

Schließen Sie Ihren Computer nun wieder an den Strom an und starten Sie ihn. Das Bios sollte den Speicher korrekt erkennen und den neuen Gesamtspeicher anzeigen. Für den Fall, dass es an dieser Stelle Probleme geben sollte, starten Sie Ihren Rechner erneut, wechseln ins Bios und speichern die neuen Werte einmal ab. Wenn auch dies nicht den gewünschten Erfolg bringen sollte, kontrollieren Sie bitte noch einmal, ob der Speicher auch korrekt in den Speicherbänken sitzt.

Video: PC-Spiele-Highlights im April 2015
0 Kommentare zu diesem Artikel
2068896