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Die Industrie wartet auf .NET-Entwickler

29.04.2008 | 10:57 Uhr |

Schon seit einiger Zeit warnen Verbände vor einem Mangel an IT-Fachkräften, nun scheint er eingetreten zu sein. Programmierer für Microsofts .NET-Plattform werden Mangelware.

Von Wolfgang Miedl*

Als vor einigen Jahren die Entwicklungsplattform .NET vorgestellt, mutete Microsoft seinen Entwicklern einiges zu: Das altbewährte Client-Server-Konzept hatte nach Ansicht des Softwaregiganten langsam ausgedient, die Entwicklergemeinde sollte sich mit einem neuen Ansatz vertraut machen. Nach einem (Microsoft-typischen) langsamen Start rollt die .NET-Lawine jedoch inzwischen gewaltig. Programmierer, die sich früh auf die neue Plattform eingelassen hatten, sind momentan mehr als nur gut gebucht.

Allein schon die momentan starke Konjunktur verursacht Engpässe, man spricht gar von einen Fachkräftemangel. "Wir haben in unserer Entwicklungsabteilung neun offene Stellen", stellt Sebastian Ullmann, Senior Softwareentwickler und -Architekt bei Autoscout 24, fest. Der Markt für .NET-Entwickler sei aber leer gefegt, so dass man kaum noch externe Dienstleister, geschweige denn Kandidaten für Festanstellungen bekomme.

Autoscout24, 1998 als Online-Marktplatz für Autos und Zubehör gegründet, zählt zu den wenigen New-Economy-Stars, die den Dotcom-Crash unbeschadet überstanden haben. Heute arbeiten rund 330 Mitarbeiter europaweit für das inzwischen zur Deutschen Telekom gehörende Portal, auf dem pro Monat 300 Millionen virtuelle Fahrzeugbesichtigungen stattfinden und über 300 000 Autos den Besitzer wechseln.

Wie alle großen E-Commerce-Plattformen lebt auch Autoscout24 von permanenter Verbesserung und Erweiterung. Derzeit stehen im Münchner Rechenzentrum bereits 120 Windows-Web- und Firewall-Server sowie knapp 30 Oracle-Datenbankmaschinen. Vieles davon läuft noch auf klassischer Microsoft-Technik, doch ist die Umstellung auf neue .NET-Techniken in vollem Gange, wie Ullmann erklärt. Als Gründe für die Modernisierung nennt er zum einen die gestiegene Leistungsfähigkeit der neuen Infrastruktur, zum anderen bilde .NET die Basis für den Umstieg auf eine Service-orientierte Architektur (SOA ). Nachdem der öffentliche Portalteil bereits auf die neue Technik umgestellt wurde, folgen nun sukzessive weitere Segmente wie der hauseigene Werbe-Server sowie der KFZ-Datenabgleich mit dem externen Marktforschungsdienstleister Eurotax-Schwacke.

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