21.03.2012, 10:44

Thorsten Eggeling

Ratgeber

Smart TVs und ihre Apps

Beim Blick in den Appstore wird nicht jeder fündig.

Die TV-Generation der Smart-TVs (Net-TV, Hybrid-TV) will PC und Notebook überflüssig machen. Netz- und Web-taugliche Smart TVs sollen mit zusätzlichen Apps deren Aufgaben übernehmen. Doch der Kunde spielt nicht so recht mit. Warum eigentlich?

Wer hat welche und die besten TV-Apps?
Alle Smart-TV-Hersteller wie LG, Loewe, Panasonic, Philips, Samsung, Sharp liefern ihre Produkte mit einigen vorinstallierten Apps aus und bieten weitere in ihrem Appstore an. Der ist bequem über den Fernseher zu erreichen, und die Auswahl und das Nachinstallieren zusätzlicher Apps gelingen kinderleicht. Für den deutschen Markt typische TV-Apps sind etwa die Nachrichten der „Tagesschau“ oder von Bild.de, ferner Kino.de, das Filmportal Maxdome und Musikvideos auf Muzu.tv, Putpat.tv oder QTom.de. Hinzu kommen speziellere Angebote wie Börsennachrichten, Sport, Lifestyle, Auto, daneben auch jede Menge sehr Spezielles bis Exotisches - etwa Allergienachrichten, Malaria-Warnungen, Joga-Kurse oder Bibel-TV. Das alles sind Web-Inhalte, die Sie natürlich ebenso am PC oder Tablet abrufen können. Gleiches gilt auch für Routenplaner wie Google Maps, TomTom oder Falk.
Eine Youtube-App dürfen Sie bei jedem TV-Hersteller voraussetzen, ebenso die sozialen Netzwerke Facebook und Twitter. Googles Picasa ist ebenfalls verbreitet, und mit einer zusätzlichen Kamera am USB-Port und der notwendigen App werden die meisten Smart-TVs auch Skype-tauglich. Wer am Smart TV einen vollwertigen Web-Browser bedienen will, sollte sich vorab sehr genau erkundigen: Selbst in der Produktpalette desselben Herstellers unterscheidet sich dieses Ausstattungsmerkmal.
Den umfangreichsten Appstore für seine Smart TVs pflegt derzeit Samsung. In den mehr als 300 Apps für den deutschen Markt, die Samsung aber - zum Glück - nur dosiert vorinstalliert, tummeln sich allerdings zahlreiche Nutzlosigkeiten und Spielereien, die der TV-Besitzer ebenso schnell wieder deinstallieren wird, wie er sie vorher installiert hat. Und wer sich das Periodensystem aus der Wikipedia unbedingt am Fernseher ansehen will, sollte dann wenigstens die deutsche Wikipedia antreffen statt der englischen. Mangelnde deutsche Lokalisierung ist bei den TV-Apps kein Einzelfall, sondern relativ häufig anzutreffen.

Der Stellenwert der TV-Apps

Die Mehrzahl der TV-Apps sind nicht mehr als Web-Sites, die vom jeweiligen Hersteller in meist ansprechender Weise für die Darstellung und die Benutzung am TV optimiert wurden. Darüber hinaus gibt es aber durchaus auch exklusive Apps, so etwa bei Samsung einige Spiele, die im Internet nicht allgemein verfügbar sind.
Dennoch werden TV-Apps in einem Haushalt, der mindestens ein klassisches Web-Device besitzt (PC, Notebook, Tablet oder Netbook), beim Kauf eines Smart TV an letzter Stelle der Kaufentscheidung stehen. Mit vollem Recht: Entscheidend sind Bild, Bildschirmgröße, Auflösung, Frequenz und Tonqualität. An zweiter und dritter Stelle stehen die Anschlussmöglichkeiten (WLAN, LAN, USB, HDMI, DVI...) und Ausstattungsmerkmale (Unterstützung für DLNA-Server im Heimnetz, PIP-Funktion, Time Shift, Recorder...).
Erst wenn ein Gerät alles erfüllt, was Sie in diesem Punkten erwarten, können Sie sich zusätzlich über das aktuelle Angebot an Apps erkundigen. Eine genaue Auflistung der verfügbaren Apps gibt allerdings weder die Produktverpackung preis, noch die Web-Seite des Herstellers, weil sich das App-Angebot ständig ändert. Einen Überblick über einige App-Highlights bieten aber immerhin folgende Hersteller:
Derzeit sind die Apps fast alle kostenlos. Allerdings sehen die Hersteller den Appstore als künftige Einnahmequelle. Das wird bei einem Anbieter in entlarvender Weise deutlich, wenn dort vom „Kauf kostenloser Anwendungen“ die Rede ist. TV-Hersteller werden auch mitverdienen, wenn Sie über die TV-App zum Maxdome-Abonnenten werden. Auch das Anpreisen von Marketing-Kanälen im Appstore als empfohlene Apps, so etwa bei audi.tv oder bmw.tv, wird kommerziell motiviert sein.

Die Bedienung der TV-Apps

Eine App wie Google Maps für die Routensuche zu nutzen oder mit der Youtube-App ein bestimmtes Videos zu suchen, ist mit der mitgelieferten Fernsteuerung zwar möglich, aber  auf Dauer unzumutbar. Allenfalls Apps, die nur die Navigation zum gewünschten Element erfordern (etwa die „Tagesschau“), machen auch mit der Infrarot-Bedienung Spaß. Sobald Texteingaben notwendig werden, sehnt man sich nach Maus und Tastatur.
Die Unzulänglichkeit der normalen Fernbedienung für die Benutzung der Apps wird natürlich bei allen Hersteller gesehen. Die Antworten fallen unterschiedlich aus: Philips und Sharp bieten die Option, eine virtuelle Tastatur direkt am TV einzublenden. Einige Panasonic-TVs haben ab Werk Fernbedienungen mit Touchpad-Fläche.
Wirklich komfortabel wird es aber erst mit einem intelligenteren Eingabegerät: Da gibt zunächst für jeden Smart TV eine passende Remote App für das Apple iPhone und für Android Smartphones. Samsung Smartphones harmonieren naturgemäß am besten mit Samsung Smart TVs. Zweitens kann man in eine zusätzliche und deutlich komfortablere Fernsteuerung investieren - so etwa für das LG Magic Motion (ab 30 €) oder das Samsung RMC30D (mit Display circa 120 €).
Neben diesen offiziellen und mit weiteren Kosten verbundenen Möglichkeiten lohnt sich auf jeden Fall die Suche im Web nach einer Windows- oder Linux-Software. Ein Smart TV ist ja prinzipiell über das Netzwerk erreichbar; es muss also sich nur ein Bastler finden, der die TV-API gut kennt und mit Windows- oder Linux-Mitteln anspricht. So gibt es etwa für Samsung Smart TVs eine tadellos funktionierende Remote-Steuerung , mit der Sie den Fernseher dann etwa über ein Windows-Netbook steuern können.

Die „Apps“ der Sendeanstalten: HBBTV

Die Mediatheken der öffentlich rechtlichen Sender ARD, ZDF und Arte, ferner von SAT1 und Pro Sieben benötigen keine explizite App. Der „Red Button“, also der rote Knopf der Fernbedienung, führt über den HBBTV-Standard (Hybrid Broadcast Broadband TV) direkt zu allen verfügbaren Zusatzinformationen des aktuell laufenden Senders. HBBTV löst nicht nur herkömmlichen Videotext durch ansprechenden HTML-Text mit Bild ab, sondern bietet Zugriff auf die Mediatheken und auf die elektronische Programmvorschau (EPG). Dieses gegenüber den TV-Apps weitaus ergiebigere Zusatzangebot setzt bei einigen Smart TVs voraus, dass über das TV-Menü im Unterpunkt „System“ der sogenannte „Datendienst“ aktiviert wird.
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