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VMware will Microsoft mit ThinApp ausstechen

08.12.2008 | 10:01 Uhr |

Applikationsvirtualisierung soll die Software-Bereitstellung revolutionieren. Die Vorteile dieser Technik, die zum Beispiel Microsoft anbietet, erkaufen sich Unternehmen aber mit komplizierterer Infrastuktur. VMware will dem mit ThinApp entgegen steuern.

Virtuelle Applikationen sind in einem Anwendungspaket gekapselt und werden gegenüber dem Betriebssystem abgeschottet.
Vergrößern Virtuelle Applikationen sind in einem Anwendungspaket gekapselt und werden gegenüber dem Betriebssystem abgeschottet.

VMware hat sich mit der Übernahme des Softwarehauses Thinstall die passende Technik für die Anwendungsvirtualisierung ins Haus geholt. Mit Applikationsvirtualisierung können IT-Abteilungen Software sehr leicht auf die PCs der Anwender verteilen. Der aufwändige Installationsprozess entfällt dabei. Damit eignet sich die Technologie besonders für größere Netzwerke, in denen der Verwaltungsaufwand für die Anwendungen normalerweise sehr hoch ist. Außerdem löst die Virtualisierung der Software Kompatibilitätsprobleme mit dem Betriebssystem, was sich beispielsweise bei Upgrades positiv bemerkbar macht. Die Übernahme von Thinstall ist eine direkte Reaktion auf die Bestrebungen Microsofts in diesem Bereich. Die Redmonder hatten den Applikationsvirtualisierer Softricity gekauft, dessen Produkt mittlerweile in " Microsoft Application Virtualization " (App-V) umbenannt wurde. VMware geht nun mit einem Konkurrenzprodukt namens ThinApp an den Start, das aktuell in Version 4 vorliegt.

Virtualisierung mit ThinApp

ThinApp funktioniert nach dem gleichen Prinzip wie andere Systeme für die Applikationsvirtualisierung. Die Umgebung verfrachtet die Anwendungen in einen Container auf dem Rechner des Users, in dem sie vom Betriebssystem abgekapselt sind. In dieser Sandbox-Umgebung existiert ein eigener Dateibaum, es gibt individuelle Umgebungsvariablen und eine separate Registrierdatenbank . Die persönlichen Einstellungen des Anwenders werden in Profilen gespeichert. Spielt der Administrator Updates ein, dann haben diese nur innerhalb der geschützten Umgebung des Containers Auswirkungen. Die Basis für diese Technologie bildet ein Virtual Operating System (VOS), das in Form einer EXE-Datei inklusive des komprimierten virtuellen Dateisystems und der Registry läuft.

Die eigentlichen Anwendungen kommen per Softwareverteilung auf die Workstation. Sie können über ein Netzlaufwerk, über einen Web-Server oder per USB-Stick bereitgestellt werden. ThinApp benötigt im Grunde keinen Client oder Server. Damit gibt es auch keinen Single-Point-of-Failure in diesem Konzept. Mit der virtualisierten Softwareverteilung können IT-Abteilungen eine hohe Betriebssicherheit garantieren.

Praktisch ist, dass die vorhandenen Lösungen für das Desktop-Management, die Softwareverteilung (ESD) sowie das Lizenzmanagement in Verbindung mit ThinApp weiter genutzt werden können. Hier weicht VMware vom Konzept des Konkurrenzprodukts App-V ab. Microsofts Applikationsvirtualisierungs-Software bringt eine ganze Reihe eigener Tools für diese Aufgaben mit. VMware konzentriert sich dagegen ganz auf die Anwendungsvirtualisierung und ist offen für die Integration externer Verwaltungsprogramme.

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