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So geht’s: Samsung SyncMaster S27B970D LED kalibrieren

Samsungs 27-zölliges Monitor-Flaggschiff SyncMaster S27B970D LED bringt ab Werk eine Hardware-Kalibrierung namens Natural Color Expert (NCE) mit. Wie das Kalibrieren des mit 2560 x 1440 Pixel auflösenden Widescreen-Displays in der Praxis funktioniert, erläutern wir in diesem Artikel.

Was nutzt eine Monitorkalibrierung überhaupt? Ganz einfach: Nur ein korrekt kalibriertes Display zeigt Farben stimmig an – und das ist extrem wichtig für Anwender, die beispielsweise Fotos professionell bearbeiten oder Filme so genießen wollen, wie sie vom Regisseur in Szene gesetzt wurden. Ist der Monitor falsch oder gar nicht kalibriert, dann sind die Farben verfälscht; ein sattes Rot wird dann beispielsweise heller oder dunkler, gedämpft  oder in extremen Fällen vielleicht sogar als Orange dargestellt.
 
Professionelle Anwender wie Fotografen, Grafiker, Architekten oder Werbetreibende brauchen zwingend einen korrekt kalibrierten Monitor. Aber auch für anspruchsvolle private Nutzer, die  ihre Urlaubsfotos oder -videos bearbeiten oder eben auch nur einen Film vorlagengetreu genießen wollen und generell viel Zeit vor dem Monitor verbringen, ist ein richtig kalibrierter Monitor wichtig.
 
Im Gegensatz zu teuren Profi-Bildschirmen bringen erschwingliche, für Privatanwender konzipierte Monitore aber nur selten eine Kalibrierungs-Engine mit. Zwar kann der Nutzer fast immer die Farbtemperatur aus meist drei Voreinstellungen wählen und mittels des Gerätemenüs mit den Farben und anderen Einstellungen herumspielen, aber eine professionelle Kalibrierung ist das nicht. Samsungs SyncMaster S27B970D LED hat dagegen eine echte Hardware-Kalibrierung an Bord.
 
Der 27-Zoll-Monitor wird bereits werksseitig mit Farbmessgeräten kalibriert und bietet demzufolge schon im Auslieferungszustand eine sehr hohe Farbtreue. Da sich diese aber mit der Zeit verstellen kann oder der Besitzer seinen Monitor vielleicht auch an individuelle Vorgaben oder Räumlichkeiten anpassen will, ist eine Monitor-eigene Funktion zum Kalibrieren ein echter Gewinn.
 
Falsch machen kann man bei einer Kalibrierung nichts, die NCE-Software stellt die werksseitig kalibrierten Standardeinstellungen jederzeit wieder her. Kalibrierungen sind zudem keine Einbahnstraßen: Man kann diverse Monitorkalibrierungen durchspielen und mit allen dazugehörigen Einstellungen in Profilen abspeichern, zwischen denen man dann mit einem Mausklick in der NCE-Software wechseln kann. So könnte beispielsweise ein Profil für Fotobearbeitung, eines für Office-Software und eines für die Film-Wiedergabe angelegt werden.

Das Hauptfenster der NCE-Software von Samsung.
Vergrößern Das Hauptfenster der NCE-Software von Samsung.
© Samsung

So geht die Kalibrierung
Zum Kalibrieren des Displays ist neben der von Samsung mitgelieferten NCE-Software noch ein separat zu erwerbendes Kalibrierungsgerät notwendig. Laut Samsung ist die folgende Kalibrierungshardware mit dem SyncMaster S27B970D LED kompatibel: Die xrite-Modelle i1Photo Pro, i1Publish Pro, i1Basic Pro, i1DisplayPro, ColorMunki Design und ColorMunki Photo sowie von Konica-Minolta die Modelle CA-210 und CA-310. Alle Geräte werden unter Windows XP, Windows Vista und Windows 7 unterstützt.

Hinweis: Generell empfiehlt es sich mit einer Kalibrierung des Displays nach zirka 30 Minuten nach Inbetriebnahme des Monitors zu starten. Dann ist sichergestellt, dass er entsprechend „warm gelaufen“ ist und das Bild in diesem Zustand auch dem tatsächlichen entspricht.
 
So kalibrieren Sie den Samsung SyncMaster S27B970D LED

  1. Installieren und starten Sie die 'Natural Color Expert'-Software. Einmal installiert, können Sie unter Punkt 1 benutzerdefinierte Einstellungen für die Software verändern und aktuelle Monitoreinstellungen messen. Unter Punkt 2 lässt sich die Anzeigeeinheitlichkeit (Uniformität) optimieren, unter Punkt 3 ein neues Profil erstellen, unter Punkt 4 ein gespeichertes Profil bearbeiten, unter Punkt 5 der Monitor mit den Einstellungen eines gespeicherten Profils kalibrieren und unter Punkt 6 das Programm beenden. Die Markierung 7 schließlich umfasst die Liste aller gespeicherten Profile.

  2. Verbinden Sie den Monitor mit einem USB-Anschluss am Computer und schließen Sie das separat erworbene Kalibrierungsgerät dann per USB direkt am Monitor an. Das angeschlossene Farbmessgerät wird übrigens automatisch im Menü-Fenster "Wählen Sie einen Kalibrator aus." (siehe Punkt 9) angezeigt. Sind mehrere Geräte angeschlossen, wählen Sie hier bitte aus, welches Gerät Sie nutzen möchten.

  3. Wird der Monitor zum ersten Mal kalibriert, legen Sie mit einem Klick auf "Neu" ein neues Profil an.

  4. Als nächstes wird die Farbskala festgelegt, hier kann man zwischen sRGB und Benutzereinstellungen auswählen.

  5. Im nächsten Schritt wird die Helligkeit festgelegt, die nach der Kalibrierung von der Farbtemperatur abhängig ist.

  6. Anschließend wird der Schwarzpegel konfiguriert. Nutzt man den Schieberegler nicht, wird automatisch die geringste Helligkeitsstufe verwendet.

  7. Als nächstes wird die Farbtemperatur für den Weißpunkt in einem Bereich von 4000 bis 10000 Kelvin festgelegt. Mit einem Klick auf die Schaltfläche "Standard" wird eine Standardhelligkeit ausgewählt.

  8. Als letztes werden nun noch die Gamma-Einstellungen konfiguriert. Achtung: Wenn Sie LUT verwenden, wird automatisch die Gamma-Kurve von sRGB verwendet.

  9. Starten Sie die eigentliche Kalibrierung.

  10. Klicken sie nach der Auswahl des angeschlossenen Kalibrierungsgeräts auf "Weiter".

  11. Nach Anzeige des Initialisierungsbildschirms des Farbmessgeräts wird die Messung über das Gerät gestartet.

  12. Befestigen Sie das Messgerät an der angezeigten Stelle auf dem Bildschirm und klicken sie auf "Weiter". Tipp: Stellen Sie den Aktivierungszeitraum Ihres Bildschirmschoners bitte auf mindestens 30 Minuten ein, damit die Messung nicht unterbrochen wird. Wollen Sie die im Vollbild durchgeführte Messung vorzeitig abbrechen, müssen Sie lediglich die ESC-Taste drücken.

  13. Nach dem Durchlauf verschiedener Messungen können die Einstellungen für Color Gamut, Schwarzpegel, Weißpunkt und RGB-Gamma feinjustiert werden.

  14. Nach Abschluss des Vorgangs können die Unterschiede vor und nach der Kalibrierung mit einer Vorher-Nachher-Funktion direkt verglichen und danach als Profil abgespeichert werden.

Die folgende Screenshotgalerie zeigt noch einmal Details aus dem Kalibrierungsvorgang:

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