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Lesertestbericht zum Samsung SyncMaster S27B970D LED Serie 9 von Claudius Zellmer

Der Grafiker und Mediengestalter Claudius Zellmer arbeitet als Art DIrector in einer klassischen Agentur. Ihn beschäftigt besonders die Farbdarstellung ein- und derselben Vorlage auf unterschiedlichen Monitoren.

Stellt eure Schreibtische wieder mitten in den Raum! Das war mein Gedanke als ich das Testgerät vor mir auf dem Tisch stehen hatte. Unmittelbar nach dem Öffnen der großen Verpackung stand der S27B970D an seinem Platz. Dazu gibt es eine Vielzahl an Kabeln, einen Quick Setup Guide, ein Putztuch und eine Treiber-CD. Dieser Monitor ist eine Augenweide und hebt sich wohltuend vom grauen Einerlei der Standardmonitore ab. Die Glasfront, welche sich komplett über die gesamte Frontfläche zieht, verleiht schon allein einen sehr wertigen Eindruck. In Verbindung mit dem dezenten Alurahmen, dem Metallfuß und der strukturierten Plastikabdeckung bildet sie eine hübsche Karosse für diesen Profimonitor. Aber was steckt unter der Haube?
 
Aufstellen und anschließen
Der Monitor wird komplett montiert geliefert. Somit entfällt das oftmals umständliche Anbringen des Monitorfußes und die damit einhergehende Überlegung, wie man den Monitor dazu am besten lagert, um ihn nicht schon vor der Inbetriebnahme zu beschädigen. Neben der Stromversorgung liegen für alle vorhandenen Videoeingänge (Displayport, HDMI und DVI) die entsprechenden Anschlusskabel bei. Dazu gesellt sich noch das USB-Kabel, welches den im Fuß integrierten USB-HUB mit dem PC verbindet. Bis auf dem DVI-Anschluss sind die Anschlüsse gut zu erreichen. Die Kabel rasten spürbar ein und sitzen fest. Der USB-Hub sitzt auf der rechten Seite des Fußes, was Rechtshändern zugutekommt. Fertig.

Die Rückseite des Samsung SyncMaster S27B970D LED Serie 9 wertet jedes Büro auf.
Vergrößern Die Rückseite des Samsung SyncMaster S27B970D LED Serie 9 wertet jedes Büro auf.
© Samsung

 
Bedienung
Bei der Anpassung des Neigungswinkels wackelt das Display stark und die hintere Plastikverkleidung knarzt ein wenig, was den hochwertigen Eindruck leider ein wenig mindert. Der Fuß gefällt mir weniger, da er mich optisch nicht anspricht. Er verjüngt sich nach unten und das wirkt subjektiv weniger stabil. Das ist aber Jammern auf hohem Niveau, denn er ist in jedem Fall ein Blickfang. Die Höhenverstellung tut einer ergonomischen Betrachtung gut und lässt sich mit einem Finger durchführen. Die Blickwinkelstabilität lässt sich aufgrund der Glasoberfläche (reflektiert je nach Platzierung des Monitors sehr stark) nur im abgedunkelten Räumen bewerten und entspricht den Herstellerangaben. Die Bildschirminhalte sind aus den vollen 178-Grad-Winkel ohne Verlust zu erkennen. Hierfür sorgt die sogenannte PLS-Technologie, welche Farbverschiebungen minimiert.

Einstellungen
Ich habe den Monitor erst einmal ohne Eingabequelle in Betrieb genommen. Das Optionsmenü stellt in diesem Fall nur eine Quellenauswahl zur Verfügung. Leider liegt dem Accessory Kit kein Mini Display Port-Adapter bei, so dass ich den Monitor vorerst nicht als sekundären Monitor mit dem iMac betreiben kann. Also habe ich erst einmal ein MacBook (DVI) angeschlossen. Hier wird der Monitor automatisch erkannt und ein entsprechendes Profil „S27B970“ eingerichtet. Das ist auch gut, denn auf der Treiber-CD befinden sich nur Programme für Windows.

Das Onscreen-Menü des Monitors
Vergrößern Das Onscreen-Menü des Monitors
© Claudius Zellmer

Das multilinguale Optionsmenü offeriert jetzt ungleich mehr Einstellungsmöglichkeiten. Die Bedienung der vier Befehlstasten ist leider nicht komplett intuitiv, erfordert somit ein wenig Einarbeitung, ist dabei aber übersichtlich, verständlich und dann doch weitestgehend selbsterklärend.
 
Hardware-Kalibrierung
Nun aber zum Highlight des S27B970D. Der Farbmodus bietet in seinen Optionen unter anderem auch den Modus „Kalibriert„ welcher nach Anwahl alle anderen Farbeinstellungsmöglichkeiten deaktiviert. Hier liegt auch die Besonderheit des Gerätes, da diese Monitore nach der Herstellung durch Fachleute manuell vorkalibriert werden. Die individuellen Ergebnisse liegen jedem Monitor in Form des Natural Color Expert Data Sheets als A4-Ausdruck bei. In diesem Farbmodus kalibriert sich der Monitor nach jedem Start und Ruhezustand automatisch. Neugierig auf alle Möglichkeiten installierte ich das Programm Natural Color Expert v2, nur um dann festzustellen, dass mit diesem Programm und einem nicht beiliegenden Messgerät manuelle Kalibrierungen durchgeführt werden können. Hier muss entweder ein Sensor mit ins Paket oder die Software raus. Die Einstellungen in den anderen Farbmodi sind vielfältig, aber gängig und bekannt.

Bildeindruck
Die Farben wirken natürlich und neutral. Die Kontraste reißen an den Enden (schwarz und weiß) etwas aus, dabei gehen in den Lichtern und den Tiefen etwas Informationen verloren. Ein 100%-Weiß wirkt im direkten Vergleich mit dem integrierten Display eines 27-Zoll iMac (2009) eher wie ein leichtes Grau. Da ich täglich mit dem iMac arbeite, wirken dessen Farben (beziehungsweise Farbwärme) vertrauter. Ich werde mich also erst an die „neuen Farben” gewöhnen müssen und eine finales Urteil fällen zu können. Die Farben werden auf dem Samsung aufgrund der Differenz von 90cd/qm etwas weniger satt und leuchtend abgebildet, besitzen dafür aber deutlich mehr Zeichnung in den Details und wirken in der Summe weniger künstlich.

Farben wirken natürlich und neutral.
Vergrößern Farben wirken natürlich und neutral.
© Claudius Zellmer

Die Ausleuchtung ist sehr homogen. Betrachtet man selbst erstellte Fotos auf dem Samsung, so kommt man nicht umher ihm die bessere, natürlichere Farbdarstellung zu bescheinigen. Mehrere Testpersonen bestätigen diese Feststellung. Gerade bei Hauttönen spielt der Monitor seine Stärken aus, da hier sehr nuancierte Abstufungen ausgegeben werden, welche selbst minimale Differenzierungen von Tonwerten erlauben. Die besten Ergebnisse bildet der Monitor im Farbmodus „Kalibriert“ ab. Dieser Modus ist ab Werk nicht voreingestellt. Hier sollte Samsung ruhig selbstbewusst sein und diesen als Standard definieren.
 
Privater Einsatz
Auch im privaten Bereich muss sich dieser Monitor nicht verstecken. Die 4-fache HD-Auflösung (2560x1440 Pixel) setzt natürlich eine entsprechend potente Grafikkarte voraus. Filme in FullHD von BluRay werden ohne sichtbare Verzögerungen ausgegeben. Hier empfiehlt sich die Farbeinstellung „Kino“, welche den typischen Kinolook zusätzlich unterstreicht. Die Fläche ist homogen ausgeleuchtet. Spiele (Battlefield3 und Diablo3) sehen in dieser hohen Auflösung noch besser aus und durch die hohe Pixeldichte ist der Treppeneffekt fast nicht mehr zu erkennen. Latenzen sind mir nicht aufgefallen, aber das liegt auch immer am System. Die 5 ms (Gray-to-Gray) Reaktionszeit sind mir nicht negativ aufgefallen. Kantenschatten und eventuelle Kantenunschärfe sind bei mir nicht aufgetreten.
 
Die MHL-Unterstützung konnte ich leider nicht testen, da das Galaxy Nexus, auch wenn ihm eine MHL-Unterstützung zugesagt wird, nicht ordnungsgemäß erkannt wird.
 
Den Sound kann ich leider ebenfalls nicht bewerten, da dieser nur über MHL, DisplayPort und HDMI übertragen werden kann. Die Lautsprecher des Monitors sind also nicht in Verbindung mit DVI nutzbar, da kein zusätzlicher, separater Audioeingang vorhanden ist.
 
Fazit
Der Samsung Syncmaster S27B970D ist ein absoluter Profimonitor, der seine Muskeln im Bereich der Bild- und Videobearbeitung spielen lässt, aber auch sonst eine sehr gute Figur macht.
 
Für „Laien“ ist es schwer die eigentliche Qualität des Gerätes zu erkennen und zu schätzen. Somit ist die Anschaffung dieses Gerätes für den normalen PC-Gebrauch der berühmte Kanonenschuss auf Spatzen.
 
Alle Grafiker, die auf der Suche nach einem ordentlichen Monitor für ihr Windowssystem sind, können hier beruhigt zugreifen.

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