In der Wissenschaft ist diese Sichtweise stark umstritten. Die Medizinische Hochschule Hannover führt zum Thema derzeit eine langfristige Studie durch. Darin soll auch die Frage geklärt werden, ob das Töten von virtuellen Figuren zur Herabsetzung der Tötungshemmschwelle bei realen Menschen führt. Einer der beteiligten Ärzte, Dr. Wolfgang Dillo, relativiert die Befürchtungen: "Wir wollen Computerspiele nicht von vorneherein verurteilen. Denn wer schon einen Schuldigen gefunden hat, der hört auf zu suchen.
Die Forschung, zu verstehen, wie Spiele unsere Einstellungen verändern, steht noch ganz am Anfang." Dass Menschen kognitive Fähigkeiten und die Reaktionsgeschwindigkeit mit Spielen trainieren können, hält der Arzt für plausibel. Die Frage sei nur, ob das auch für instinktive Verhaltensweisen gelte, für Impulse und Emotionen. Normalerweise lernt ein Mensch von anderen Menschen; wenn zum Beispiel Eltern etwas häufig vormachen, dann wird ein Kind dieses Verhalten imitieren. Nur sei bisher unklar, ob Spieler virtuelle Figuren tatsächlich als Menschen wahrnehmen, erklärt Dillo.
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