07.12.2009, 15:49

Christian Löbering, Hermann Apfelböck, Arne Arnold

Antiviren-Schutz für XP und Vista

Schutzpaket im Eigenbau

Ein Antiviren-Programm allein ist nur die halbe Miete. Um den Schutz für Ihren PC zu vervollständigen, brauchen Sie weitere Tools. Wir zeigen Ihnen die fünf Programme und Funktionen, die Ihr PC auf jeden Fall haben sollte.
Bei einem ungeschützten Windows haben Schädlinge leichtes Spiel. Aktuelle Viren verschlüsseln Ihre Dateien und geben diese erst wieder frei, wenn Sie Lösegeld bezahlt haben. Trojaner kapern Ihren PC und attackieren damit Firmennetzwerke. Andere Schädlinge stehlen Ihre digitale Identität einschließlich der Kreditkartennummer und der Online-Log-ins. Diese Liste an bösartigem Code lässt sich fast beliebig verlängern. Das muss Sie aber nicht kümmern, wenn Sie neben einem Antiviren-Programm die richtigen zusätzlichen Utilities einsetzen.
Verhaltensbasierte Analyse
Spezial-Tools wie Threat Fire untersuchen das Verhalten eines jeden aktiven Programms auf dem PC und blocken es, wenn sich das Programm verdächtig benimmt. Unter den Spezial-Tools empfehlen wir Threat Fire, da es im Test nur wenige Fehlalarme lieferte. Zudem hilft es bei seinen Warnmeldungen über einen Farbcode (grau, gelb, rot), die Bedrohung besser einzuordnen. Denn: Das größte Problem der Spezial-Tools liegt darin, dass letztlich der Anwender entscheiden muss, ob ein Programm ausgeführt wird oder nicht. Auf der sicheren Seite sind Sie als Nutzer, wenn Sie im Zweifelsfall das gemeldete Programm blockieren lassen.
Weder das kostenlose Antiviren-Tool von Avira noch die Kaufprogramme dieses Herstellers haben eine Verhaltensanalyse integriert. Threat Fire als Zusatz-Tool ist also für Anwender von Antivir Personal Free sehr empfehlenswert. Wer sich am PC nicht auskennt oder sich nicht mit mehreren Sicherheits-Tools herumschlagen will, sollte eine Antiviren-Lösung oder Sicherheits-Suite mit integrierter Verhaltensanalyse wählen. In unserem Antiviren-Programm-Test hatten folgende Tools ein entsprechendes Modul integriert: Norton (Testsieger), G-Data (2. Platz), F-Secure (3. Platz), Bitdefender (4. Platz, Achtung: Das Modul ist standardmäßig ausgeschaltet!), Kaspersky (6. Platz), Panda (7. Platz).
Systemüberwachungs-Tool
Schädlinge versuchen fast immer, sich in einen Autostart-Schlüssel von Windows einzutragen. Tools, die diese Systembereiche überwachen, informieren den Anwender bei einem neuen Eintrag. Empfehlenswert für diese Aufgabe ist etwa die kostenlose Version von Winpatrol 2008. Das Programm zeigt per Pop-up, wenn es einen neuen Autostart-Eintrag gibt. Aber Achtung: Winpatrol prüft die Autostart-Einträge in einem Intervall von 2 Minuten. Das ist gut, da es so kaum PC-Performance abzieht. Auf der anderen Seite vergeht aber auch Zeit, bis die Meldung erfolgt. So dürfen Sie sich nicht wundern, wenn Winpatrol erst nach der Installation eines Programms eine Warnmeldung ausgibt. Auf den ersten Blick ist sie oft nicht gleich zuzuordnen. Das Intervall können Sie über die Registerkarte "Startup-Programm" und den Button "Monitor" zwischen 0 und 30 Minuten einstellen. Eine Überwachung in Echtzeit gibt es nur in der kostenpflichtigen Pro-Version. Diese Einstellung empfehlen wir aber nicht, da mit Antiviren-Tool, Verhaltensanalyse, Firewall und unter Umständen auch noch Antispyware-Programm schon genügend Wächter Ressourcen abziehen.
Antispyware-Tool
Die kostenlose Version von Antivir Personal Free findet bei weitem nicht alle Ad- und Sypware-Dateien. Anwender, die Antivir Personal Free einsetzen, benötigen hier ein Zusatz-Tool. Die kostenpflichtige Version von Antivir hat das Manko nicht. Auch andere Antiviren-Programme sind nicht oder kaum betroffen. Wir empfehlen das Microsoft Tool Windows Defender, da es in unserem letzten Test von Antispyware-Tools bei der reinen Adware sehr gut abschnitt. Übrigens: Im Test hatten wir fünf reine Antispyware-Tools und zwei klassische Antiviren-Programme. Das verblüffende Ergebnis: Die beiden Antiviren-Programme waren deutlich besser als die Spezial-Tools. Der Einsatz von reinen Antispyware-Jägern ist demnach nur für Anwender von Antivir Personal Free nötig.
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