1977342

Antergos 2014.08.07 - Der Erbe von Cinnarch

12.08.2014 | 12:03 Uhr |

Antergos ist eine weitere Distribution, die den sanften Zugang zu Arch Linux mit einem Installer eröffnen will. Antergos gelingt dieses Vorhaben aber nur teilweise, da die Installation immer noch viel Handarbeit verlangt.

Antergos ist eine Variante von Arch Linux und eine attraktive Option für ambitionierte Anwender, welche die vollständig manuelle Installation des Vorbilds scheuen. Die junge Distribution tritt das Erbe von Cinnarch an, das letztes Jahr eingestellt wurde. Grund dafür waren Verzögerungen in der Entwicklung von Cinnamon, das bei Cinnarch als Desktop diente. Die spanische Distribution wechselte deshalb von Cinnamon zu Gnome 3 und nutzt ein eigenes Installationsprogramm. Der Name Antergos bedeutet in Galizisch „Vorfahren“.

Dieser Artikel stammt aus der LinuxWelt 5/2014

Zehn Top-Systeme für den USB-Stick - der Linux-Multiboot-Stick für jeden Einsatzzweck, die besten Power-Tricks für Mint 17 - das und mehr finden Sie in der neuen LinuxWelt 5/2014 .

Gnome 3 und andere Desktops

Mit seinem eigenen Vorfahren Cinnarch hat Antergos äußerlich nicht viel gemein. Im Live-System begrüßt den Anwender Gnome 3, das hier erstaunlich flott läuft. Viel Software ist neben Browser und Gparted nicht vorinstalliert, und es dreht sich alles um den selbst entwickelten Installer in zwei Varianten: als Programm im Terminal oder als grafisches Werkzeug. Wer sich für die grafische Variante entscheidet, sieht gleich eine der großen Neuerungen in Antergos: Es stehen zur Installation mehrere Desktops zur Auswahl: Gnome, KDE, Cinnamon, Mate, Openbox und XFCE.

Alternative: Manjaro - Arch Linux mit Komfort

Antergos bleibt Arch Linux treu

Der Unterschied zu Arch-Varianten wie Manjaro ist, dass Antergos die originalen Repositories von Arch nutzt. Es ist damit näher am Vorbild, und auch der Installer zieht stets die aktuellen Pakete aus den Arch-Repositories. Über eigene Paketquellen, genannt AURs, wird das System um grafische Werkzeuge ergänzt und weicht vom Minimalismus des originalen Arch ab.

Zum Paketmanagement steht auf dem Desktop Pacman XG zur Verfügung und auf der Kommandozeile das Arch-Tool pacman. Wie auch in Arch sind alle Programmversionen recht aktuell; Antergos ist ein „Rolling Release”, das im Idealfall nur einmal installiert werden muss und dann jahrelang aktuell bleibt.

Nach der Installation sind außer dem Desktop und dessen Programmen kaum mehr als der Browser Chromium und der Audioplayer Xnoise vorhanden. Antergos überlässt es den Anwendern, die benötigte Software nachzurüsten. Das ist ein Vorteil für fortgeschrittene Anwender, die genau wissen, was sie brauchen, für alle anderen bedeutet es zusätzlichen Aufwand.

Fazit: Die Installation ist heikel

Der Installer „Cnchi“ ist optisch gelungen, aber noch Betaware und nicht unproblematisch. So gelingt beispielsweise die automatische Partitionierung oft nicht, und der Installer verlangt eine manuelle Zuweisung der gewünschten Partitionen, um auf die Sprünge zu kommen. Die textbasierte Variante hat wiederum ihre eigenen Probleme und bleibt am Ende der Einrichtung gern in einer Aktualisierungsschleife hängen. Hier wird überdeutlich, dass an Antergos nur eine Handvoll Entwickler arbeitet – exakt fünf an der Zahl. Auf der Festplatte benötigt Antergos mindestens drei GB Speicherplatz. Zur Installation ist immer eine schnelle Internetverbindung Voraussetzung, da die Einrichtung sonst sehr lange dauert.

Website: http://antergos.com
Dokumentation: http://wiki.antergos.com

0 Kommentare zu diesem Artikel
1977342