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Android-Frühjahrsputz: Schnell wie am ersten Tag

21.03.2016 | 10:05 Uhr |

Android wird mit der Zeit immer träger. Das liegt unter anderem an ungenutzten Applikationen, die das Smartphone zumüllen. So putzen Sie Ihren Android-Speicher wieder blank.

Sie kennen das: Anfangs war Ihr neues Smartphone superschnell und hatte immer genug Speicherplatz für Ihre Apps, Fotos und andere persönliche Dateien. Doch schon wenige Monate später erkennen Sie Ihr Mobilgerät kaum wieder! App-Aktualisierungen lassen ständig Meldungen mit „Zu wenig Speicherplatz“ aufpoppen, sodass sie sich nur durchführen lassen, wenn Sie zuvor andere Apps vom Gerät löschen. Die Fotoauflösung ist bereits auf ein Minimum heruntergesetzt, und überhaupt starten Apps nur noch sehr langsam.

Wenn Sie sich nicht länger mit diesem Zustand zufriedengeben wollen, heißt das Zauberwort für Sie „Frühjahrsputz“. Denn wie jeder Keller, jeder Speicher und jede Garage braucht auch Ihr Smartphone ab und zu mal eine ordentliche Aufräumaktion, um wieder in neuem Glanz zu erstrahlen. Wir helfen Ihnen dabei, Tempobremsen zu lösen, Apps zu entrümpeln und Speicherplatz freizumachen.

Siehe auch: Die besten Werkzeuge für Ihr Android-Smartphone

Erster Schritt: Diagnose von Tempoproblemen

Braucht Ihr Androide auffällig lange, um zu starten, dann liegt das meist an einem vollgestopften Autostart. In ihm nisten sich bestimmte Apps ungefragt ein und starten automatisch bei jedem Anschalten des Smartphones. In einigen Fällen mag das zwar sinnvoll sein, durch viele Autostart-Einträge wird das System jedoch stark ausgebremst. So braucht das Gerät teilweise länger zum Hochfahren als üblich. Über die „normalen“ Einstellungen haben Sie leider keine Möglichkeit, den Autostart anzupassen. Dafür sind spezielle Apps notwendig, die Sie im Google Play Store finden (siehe „Problembehandlung: Autostart entrümpeln“).

Darüber hinaus wird Android durch Programme langsamer, die oftmals ohne Ihr Wissen im Hintergrund aktiv sind, obwohl Sie diese überhaupt nicht benötigen. Im Hintergrund – und damit auch dauerhaft aktiv – sind natürlich die Systemapplikationen wie etwa der Launcher oder die Benutzeroberfläche. Löschen Sie die aktiven Prozesse der System-Apps, könnte dies zum Absturz führen. In den meisten aktuellen Apps, die sich mit dem Löschen von Prozessen beschäftigen, ist ein Schutz vor dem versehentlichen Beenden solcher Anwendungen eingebaut. Daneben sind Programme mit Internetanbindung aktiv, da sie dauerhaft Daten aus dem Netz einholen und Sie so mit Neuigkeiten versorgen. Hierzu gehören beispielsweise bekannte und beliebte Apps wie Whatsapp , Facebook und Wetter-Apps. Hintergrundprozesse wirken sich unter Umständen negativ auf die Systemleistung aus, weil diese die CPU und den RAM-Speicher belasten.

Der Arbeitsspeicher füllt sich ziemlich schnell, je mehr Apps installiert sind und gleichzeitig laufen. Weil bei Einsteiger- und Mittelklasse-Smartphones der RAM-Speicher meist nur etwa 512 MB groß ist, ist er besonders schnell voll – das Gerät wird lahm. Bei High-End-Smartphones mit einem RAM-Speicher zwischen zwei und drei GB trifft das eher selten zu.

Viele Autostart-Einträge sind überflüssig und bremsen das System, daher helfen Autostart-Manager.
Vergrößern Viele Autostart-Einträge sind überflüssig und bremsen das System, daher helfen Autostart-Manager.

Problembehandlung: Autostart entrümpeln

Um dem Ausbremsen des Systems aufgrund überflüssiger Autostart-Einträge entgegenzuwirken, sollten Sie regelmäßig die Autostart-Liste kontrollieren und Einträge entfernen. Dabei hilft Ihnen die App Startup Manager . Unter dem Reiter „User“ sehen Sie alle von Ihnen installierten Apps, die automatisch gestartet werden – Sie werden sehen, dass darunter viele Programme sind, die dort nichts verloren haben. Tippen Sie auf das Minussymbol neben einem Eintrag, um das Programm aus dem Autostart zu nehmen. Auf der Registerkarte „System“ sind die vorinstallierten Autostart-Einträge gelistet, die automatisch mit dem Betriebssystem gestartet werden. Diese sollten Sie allerdings nur deaktivieren, wenn Sie genau wissen, zu welcher Anwendung sie gehören und was sie bewirken. Sonst könnte es zu Funktionsstörungen kommen. Im Übrigen haben Sie mit der Anwendung auch die Möglichkeit, gewünschte Programme über die Registerkarte „Customize“ zum Autostart hinzuzufügen.

Ein Taskmanager kann schnell und einfach bei Tempoproblemen Abhilfe schaffen.
Vergrößern Ein Taskmanager kann schnell und einfach bei Tempoproblemen Abhilfe schaffen.

Schnell und einfach: Taskmanager aufräumen

Zur schnellen und simplen Behebung von Tempoproblemen kann auch schon ein Taskmanager wie Advanced Task Killer genügen. Nach dem Öffnen der App haben Sie sofort einen Überblick über alle derzeit aktiven Anwendungen. Entfernen Sie das Häkchen rechts neben den Programmen, werden diese vom Beenden verschont. In den Einstellungen können Sie das Bereinigungsintervall einstellen: Sie können wählen, ob die App alle paar Stunden die aktiven Apps beendet oder sogar bei jedem ausgeschalteten Bildschirm.

Android Assistant überwacht Ihren Androiden und löscht darüber hinaus unnötige Prozesse.
Vergrößern Android Assistant überwacht Ihren Androiden und löscht darüber hinaus unnötige Prozesse.

Hintergrund: Prozesse überwachen und löschen

Ein Smartphone reagiert niemals gleichmäßig schnell. Der Grund dafür sind die Prozesse, die im Hintergrund laufen und das Gerät teilweise blockieren. Mithilfe von bestimmten Applikationen überwachen Sie Ihr Handy und schalten überflüssige Prozesse einfach ab. Eine dieser Apps ist Android Assistant . Über den Reiter „Übersicht“ erhalten Sie Echtzeitinformationen zu CPU-Auslastung, Arbeitsspeicher, Akku und Speicherkapazität. Sehr interessant: Auch wenn Sie keine Programme aktiv geöffnet haben, ist die CPU möglicherweise stark ausgelastet. Denn mehrere Prozesse arbeiten auch nach Beendigung im Hintergrund weiter. Der RAM-Speicher ist davon ebenfalls betroffen. Tippen Sie auf „System beschleunigen“, beendet die App alle aktiven Prozesse, und zugleich arbeitet die CPU weniger. Auf der nächsten Registerkarte „Prozesse“ bekommen Sie dann detaillierte Informationen über die aktuell laufenden Apps, die Sie auswählen und im Anschluss daran beenden können.

Synchronisation: Einstellungen überprüfen

Besonders Social-Media-Clients wie Facebook und Twitter erlauben sich standardmäßig großzügige Freiheiten in Bezug auf Hintergrundaktualisierungen. Öffnen Sie die Einstellungen der Apps und passen Sie die Aktualisierungsintervalle für Nachrichten und dergleichen an. Dadurch reduzieren Sie neben dem Speicherbedarf der Apps auch die Akkubelastung. Wenn Sie schon einmal dabei sind, sollten Sie auch einen Blick in die Systemeinstellungen von Android werfen. In dem Menüpunkt „Konten & Synchronisation“ oder unter „Konten“ ab Android 4.1 können Sie die Synchronisationspunkte der einzelnen Konten wie der Google- und Cloud-Dienste oder der Social-Media-Apps genau ansehen und eventuell die eine oder andere Sync-Funktion abschalten.

Passen Sie das Benachrichtigungsintervall von Apps mit Netzanbindung an, um den Speicherbedarf und die Akkubelastung zu reduzieren.
Vergrößern Passen Sie das Benachrichtigungsintervall von Apps mit Netzanbindung an, um den Speicherbedarf und die Akkubelastung zu reduzieren.

Speicherfresser: Tuning-App identifiziert Schuldige

Ein absoluter Liebling der Android-Nutzer ist die kostenlose App Clean Master . Die Anwendung ist aufgrund des einfachen Aufbaus leicht verständlich. Auf der Startseite sehen Sie in Prozentpunkten, inwieweit der interne Speicher sowie der RAM-Speicher ausgelastet sind. Sie können hier „Mülldateien“ einsehen und über „Müll bereinigen“ den Arbeitsspeicher deutlich entlasten. Nach dem Scannen zeigt Clean Master Ihnen die zu löschende Datengröße an.

Über die Schaltfläche „Erweitert“ oben rechts lassen Sie auch den Cache-Speicher von Apps scannen, die dort nützliche Daten ablegen. Google Maps speichert im Cache etwa Offline-Kartenbereiche – also ist hier Vorsicht geboten! Eine weitere Funktion auf der Startseite ist der „App-Manager“. Er listet Ihnen alle installierten Apps, die Sie löschen könnten, samt deren Speichergröße auf. Außerdem können Sie hier sogar App-Backups anlegen. Ob Sie das Angebot, Ihre Daten zur Sicherung in die Clean-Master-Cloud zu laden, annehmen wollen, sollten Sie sich allerdings gut überlegen. Im Anwendungs-Manager ist es ferner möglich, Apps zu deinstallieren und Datenrückstände sowie alte APKs löschen zu lassen.

Tipp: Android-Privatssphäre in fünf Schritten schützen

Tippen Sie auf der Startseite auf „Beschleunigen“, führt die App die Aktion aus – 600 MB und mehr können drin sein. Ein cooles Feature ist auch „Spiel Boost“, das störende Ruckler durch Ressourcensteigerung reduzieren kann: Tippen Sie dazu auf der Startseite oben rechts auf den kleinen Spiele-Controller, so zeigt Ihnen der Cleaner die zu beschleunigenden Spiele an. Boosten Sie ein Spiel, dann werden bei seinem nächsten Start andere Prozesse im RAM-Speicher verhindert, sodass Ihnen ausreichend viele Ressourcen für ein ruckelfreies Game zur Verfügung stehen.

Die letzte Funktion auf der Startseite nennt sich „Antivirus“. Hier können Sie den Browserverlauf löschen und sich Apps anzeigen lassen, die ein potenzielles Sicherheitsrisiko darstellen. Das Gute an Clean Master: Sie können nahezu allen Vorschlägen der App bedenkenlos folgen. Nur bei der „Erweiterten Bereinigung“ sollten Sie zögern. Hier bietet Clean Master auch Nutzerdateien wie große, selbstgedrehte Videos oder doppelte Fotos zum Löschen an. Immerhin weist die App Sie darauf hin, dass sich die Daten nicht wiederherstellen lassen. Lesen Sie sich die Infos zu den Löschkandidaten also aufmerksam durch und verzichten Sie im Zweifelsfall auf die Bereinigung.

Die App Clean Master ist einfach zu bedienen und leicht verständlich – trotzdem ist sie sehr wirkungsvoll.
Vergrößern Die App Clean Master ist einfach zu bedienen und leicht verständlich – trotzdem ist sie sehr wirkungsvoll.

Großputz: Systemreinigung inklusive Cache-Leerung

Eine mächtige Alternative zu Clean Master ist die App SD Maid . Das Programm wird passend zum App-Icon als „Dienstmädchen für Android“ bezeichnet. Um aber die volle Funktionalität des Programms ausnutzen zu können, müssen Sie auf Ihrem Smartphone über Root-Rechte verfügen.

Die App bietet insgesamt sieben Funktionen (Appkontrolle, Leichenfinder, Systemreiniger, Appreiniger, Duplikate, Speicherbelegung, Datenbanken), die sich allesamt auf unterschiedliche Art mit dem Thema „Reinigung“ befassen. Wenn Sie mit dem Finger von links nach rechts wischen oder auf die Optionstaste oben links tippen, sehen Sie sämtliche verfügbare Dienstleistungen der App.

Über „Appkontrolle“ ist es möglich, Apps über „Beenden erzwingen“ radikal zu schließen, wenn Sie diese auswählen. Dies kommt etwa dem „Task beenden“ bei Windows im Taskmanager gleich und ist hilfreich, falls sich eine Anwendung partout nicht beenden lassen will. Darüber hinaus können Sie die App sofort mitsamt ihrer Daten aus dem Speicher entfernen. Nützliche Funktion: Mit nur einem Klick ist es des Weiteren möglich, die APK-Datei einer App zu exportieren, um diese danach etwa über Bluetooth auf ein anderes Smartphone zu senden, das beispielsweise über keine Internetverbindung für den Download aus dem Play Store verfügt.

Der „Leichenfinder“ befasst sich mit dem Löschen von Datenmüll bereits deinstallierter Apps. Außerdem zeigt die App auf einen Blick die größten Datensammlungen im Speicher an, die Sie, falls nicht mehr benötigt, gleich entfernen können.

SD Maid Pro: Benötigen Sie weitere Features wie „Appreiniger“ und „Duplikate“, mit denen Sie zum einen den Cache-Speicher der Anwendungen löschen und zum anderen doppelt installierte Filme, Musiktitel oder Bilder auffinden können, müssen Sie knapp 2 Euro in die Pro-Version des Dienstmädchens investieren.

Das Dienstmädchen räumt schon in der Gratis-Variante gründlich auf. Die Pro-Version findet noch etwas mehr.
Vergrößern Das Dienstmädchen räumt schon in der Gratis-Variante gründlich auf. Die Pro-Version findet noch etwas mehr.

Auslagern: Speicherfresser finden und auf SD-Karte schieben

Falls der Clean Master und das SD Dienstmädchen nicht genug Platz freischaufeln konnten, müssen Sie selbst nach Speicherfressern Ausschau halten. Haben Sie die speicherintensiven Apps gefunden, lassen sich diese oft auf eine eingelegte Micro-SD-Karte verschieben, wenn Ihr Smartphone damit ausgerüstet ist. Sollte Ihr Handy keinen Kartenslot bieten, bleibt nur das Löschen von Daten oder ganzen Apps.

So geht’s: Starten Sie zuerst die „Einstellungen“- App von Android und tippen Sie anschließend auf „Speicher“ (bei Samsung unter „Optionen“ zu finden). Hier listet Android die Speicherbelegung geordnet nach verschiedenen Gruppen wie Apps, Fotos/Videos, Downloads. Eine verdächtig große Gruppe sollten Sie antippen. Android zeigt dann weitere Details an. Wollen Sie eine App auf die SD-Karte verschieben, um den internen Speicher zu entlasten, so geht das über „Einstellungen > Apps“ (bei Samsung: „Einstellungen > Optionen > Anwendungsmanager“). Sollte die Option „Auf SD-Karte verschieben“ bei einer App ausgegraut sein, verbietet die App das Verschieben oder sie befindet sich schon auf der SD-Karte.

Speicherbelastung durch Provider-Apps

Sofern Sie einen Mobilfunkvertrag inklusive neuem Handy abgeschlossen haben, ist letzteres sehr wahrscheinlich mit einem Branding des Mobilfunkanbieters versehen. Denn die Provider installieren nicht selten noch eigene Software auf dem Smartphone vor. Der Haken dabei ist jedoch, dass sich die Anwendungen nicht ohne Weiteres entfernen lassen und den Speicher belasten. Viele Nutzer beklagen sich über die Apps, da diese kaum einen Mehrwert bieten und somit überflüssig sind.

Um solche Applikationen loszuwerden, benötigen Sie Root-Rechte. Anleitungen zum Rooten finden Sie im Internet zu den einzelnen Geräten. Hierdurch erlischt dann zwar Ihr Garantieanspruch, allerdings können Sie den Root in der Regel wieder rückgängig machen.

Provider-Apps belasten unnötig den Speicher günstiger Smartphones – also Handy rooten und Apps entfernen.
Vergrößern Provider-Apps belasten unnötig den Speicher günstiger Smartphones – also Handy rooten und Apps entfernen.

Anschließend laden Sie sich die App Titanium Backup . Bevor Sie die App benutzen, empfiehlt es sich, in den „Entwickler-Optionen“ noch den Modus „USB-Debugging“ zu aktivieren, damit keine Performance-Probleme auftreten. Das eigentlich als „Backup-Tool“ gedachte Programm eignet sich hervorragend zum Löschen vorinstallierter Apps, die vom Hersteller selbst sowie eventuell vom Provider vorinstalliert werden. Hierzu gehen Sie in der Anwendung auf den Punkt „Sichern/Wiederherstellen“, wählen die zu löschende App aus und tippen daraufhin auf „Deinstallieren“. Wir raten Ihnen, zuvor von sämtlichen Applikationen wie auch den dazugehörigen Daten eine Sicherungskopie zu erstellen. In der Pro-Version, die knapp 5 Euro kostet, können Sie das Backup sogar gleich in Ihre Dropbox hochladen, um den Telefonspeicher nicht zu belasten.

Außerdem ist es empfehlenswert, nicht übereifrig Apps zu löschen, ohne deren Aufgaben zu kennen. Um zu testen, ob bei einer Entfernung eine Systemstörung droht, können Sie ein Programm auch einfach einfrieren – das klappt allerdings lediglich in der Pro-Version. Das Einfrieren kommt einer Deaktivierung gleich, den Speicherplatz beansprucht die App aber weiterhin. Für den Fall, dass keine Fehler auftreten und Sie die Anwendung nicht verwenden, können Sie sie im Bedarfsfall löschen.

Bessere Datenübersicht: Datencheck über USB-Anschluss

Sind Sie nun immer noch auf der Suche nach Speicherfressern, können Sie Ihr Smartphone auch mal per USB-Kabel an den PC anschließen und sich den Inhalt im Windows-Explorer ansehen. Zwar verhindert Android den Zugriff auf wichtige Teile des Speichers komplett, doch gerade bei Smartphones mit Micro-SD-Karte erhalten Sie zumindest über diesen Speicherbereich einen sehr guten Überblick.

Tipp: Zehn coole Smartphone-Apps, die kaum einer kennt

Letzter Ausweg: Neuinstallation des Betriebssystems

Ist Ihr Android-Smartphone bereits so weit, dass Funktionsstörungen auftreten, das System unerträglich lahmt und Apps sich nur noch mühselig öffnen, dann hilft oft nur noch ein Zurücksetzen des Betriebssystems. Bevor Sie nun jedoch einen Reset durchführen, sollten Sie Ihre Daten sichern und bestenfalls ein Backup erstellen. Die meisten Verwaltungsprogramme der Smartphone-Hersteller – wie zum Beispiel Kies von Samsung – bieten diese Funktion. Auch mit dem kostenlosen Programm My Phone Explorer erstellen Sie eine Sicherung Ihres Systems.

Nachdem sich Ihre Handydaten jetzt sicher auf Ihrem Rechner befinden, starten Sie den Reset über „Datenschutz > Auf Werkszustand zurücksetzen“ beziehungsweise über „Sicher und Zurücksetzen > Auf Werkszustand zurücksetzen“ ab Android 4.0 in den Systemeinstellungen. Im Anschluss daran werden Ihre Daten entfernt und nach einem automatischen Neustart konfigurieren Sie Ihr Smartphone wieder und spielen Ihre Sicherung auf.

Stellen Sie den Prozessortakt ein, um die bestmögliche Performance herauszukitzeln.
Vergrößern Stellen Sie den Prozessortakt ein, um die bestmögliche Performance herauszukitzeln.

Tuning: Taktfrequenz der CPU einstellen

Für eine hohe Performance Ihres Android-Smartphones ist aber nicht nur ein sauberes System wichtig, auch die Hardwarepower des Prozessors, der mit dem Arbeitsspeicher und der Grafikeinheit zusammenarbeitet, muss vorhanden sein. Mit den Apps Set CPU   für etwa 1,50 Euro und Antutu CPU Master Pro für knapp 3 Euro können Sie sogar auf die Taktfrequenz Ihrer CPU Einfluss nehmen. Für diese Anwendungen ist allerdings ein Root-Zugriff erforderlich – das geht aber ganz einfach .

Stellen Sie den maximalen Takt ein, um von der gesamten Kraft des Smartphones zu profitieren. Mit den Programmen können Sie außerdem die Performance noch weiter steigern, indem Sie die CPU übertakten. Obwohl das möglich ist, raten wir Ihnen von diesem Schritt ab, da der Vorgang im schlimmsten Fall das Smartphone lahmlegen kann. Verringern Sie die Leistung, lässt sich sogar Strom sparen, da die CPU dann weniger Saft benötigt.

Internet- und Browserspeed

Neben der einwandfreien Performance des Systems ist auch die Surfgeschwindigkeit entscheidend. Denn wer ein Smartphone besitzt, der beschäftigt sich auch umgehend mit dem Internet unterwegs. Der in Android 4.3 und 4.4 integrierte Browser arbeitet deutlich schneller als die Vorgängerversionen. Das wird auch in unseren Benchmark-Tests deutlich, dazu mehr unter „Speed messen“.

Die Internetgeschwindigkeit hängt neben der Software von zusätzlichen Faktoren ab: Hinzu kommen nämlich die Leistung der verbauten CPU im Smartphone und der Verbindungsstandard wie LTE, HSPA+ oder HSDPA. Wobei Sie mit LTE derzeit die höchsten Download-Raten von bis zu 300 MBit/s erreichen. Über HSPA+ surfen Sie mit rund 42 MBit/s im Download.

Gegen Datenklau: WLAN-Verbindungen aufräumen

Doch nicht nur Apps und Dateien benötigen ab und zu eine Entrümpelung, die WLAN-Verbindungen profitieren ebenfalls davon. Denn Android sendet laufend die Daten zu gespeicherten WLAN-Verbindungen aus. Diese Funktion dient eigentlich dazu, dass sich das Smartphone möglichst schnell mit einem bekannten WLAN verbinden kann. Sie führt jedoch ebenfalls dazu, dass jeder in der Nähe Ihres Smartphones die ausgesendeten Daten empfangen kann. Mit ein wenig technischem Know-how und Zugriff auf die Geodaten von WLAN-Routern lassen sich Ihre Aufenthaltsorte dann ganz leicht ausfindig machen.

Löschen Sie aus diesem Grund nicht mehr benötigte WLAN-Hotspots aus der Liste Ihres Smartphones. Starten Sie dafür die „Einstellungen“- App von Android und wählen Sie „Verbindungen > WLAN“. Dort findet sich die Liste mit allen jemals verbundenen WLANs (bei Sony etwa unter „Gespeicherte Netzwerke“ im Kontextmenü). Tippen Sie länger auf einen Eintrag, um ihn zu löschen. Bei manchen Smartphone-Modellen müssen Sie den Eintrag auch nur kurz antippen und dann „Vergessen“ wählen.

Für besseren Datenschutz bei Android sollten Sie nicht alle Ihre Daten in die Cloud schicken lassen. In der Einstellungs- App können Sie das kontrollieren und einstellen.
Vergrößern Für besseren Datenschutz bei Android sollten Sie nicht alle Ihre Daten in die Cloud schicken lassen. In der Einstellungs- App können Sie das kontrollieren und einstellen.

Sicherheit: Persönliche Daten nicht in die Cloud speichern

Android selbst und etliche andere Apps speichern Ihre Daten in der Cloud. Häufig ist das bequem, da sich so eine App bedenkenlos löschen und neu installieren lässt, ohne dass es zu einem Datenverlust kommt. Doch natürlich wandern so zum Teil auch sehr persönliche Daten ins Internet.

Um herauszufinden, welche App Ihre Daten ins Internet sendet, navigieren Sie zu „Einstellungen > Konten“ (oder ähnlich lautend). Dort sind die Apps aufgeführt, die persönliche Daten synchronisieren, was Sie an dieser Stelle jedoch auch unterbinden können.

Fazit: Wie kann man Datenmüll vermeiden?

Die Antwort auf diese Frage lautet: gar nicht. Sie können höchstens dafür sorgen, dass der Datenmüll nicht überhandnimmt. Daher unser Tipp: Führen Sie regelmäßig Apps wie Clean Master und SD Maid aus, um überflüssige Dateien und App-Rückstände zu entfernen. Darüber hinaus sollten Sie die Micro-SD-Karte Ihres Smartphones, sofern vorhanden, immer mal wieder über den Rechner auslesen und auf diesem Weg Fotos und andere Dokumente, die Sie nicht immer bei sich haben müssen, sichern. Zu guter Letzt: Trennen Sie sich von Apps, die Sie nicht brauchen! Auf diese Weise schaufeln Sie wertvollen Speicherplatz leer, den Sie dann anderweitig nutzen können.

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