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Android in der Küche: Nützliche Geräte & Gadgets

04.04.2015 | 09:09 Uhr |

Mit der smarten Küche haben auch ungeübte Köche eine Chance am Herd: Denn der Bocuse von gestern heißt heute – Android!

Ein Kühlschrank, der Lebensmittel online bestellt, ein Backofen, der ein Gericht mit mehreren Garmethoden eigenständig zubereitet, ein Geschirrspüler, der sein Waschprogramm automatisch an das Geschirr anpasst – all diese Szenarien kommen auf, wenn die Rede von der „smarten Küche“ ist. Doch die Beurteilung dieser Dienste lautet auf Konsumentenseite meist: „Brauch ich nicht“ oder „Will ich nicht“. Dabei kann die intelligente Küche doch sehr praktisch sein.

Der smarte Kühlschrank

Die wichtigste Voraussetzung für ein gelungenes Gericht sind die Zutaten – sie sollten qualitativ hochwertig und zudem möglichst frisch sein. Dazu werden sie normalerweise im Kühlschrank aufbewahrt – und schlimmstenfalls darin vergessen.

Abhilfe kann hier ein Gerät wie der LG LFX31995ST für etwa 2500 Euro schaffen, eine Kühl-Gefrier-Kombination mit Eiswürfelbereiter und Wasserdispenser. Dank der Smart-Thinq-Technologie zeigt Ihnen das Drei-Türen-Gerät das Ablaufdatum Ihrer Lebensmittel an. Dazu müssen Sie lediglich die Infos über das WLAN-fähige 8-Zoll-Display eingeben. Eine Rezeptdatenbank schlägt Ihnen Gerichte anhand des Kühlschrankinhalts vor. Die Einkaufslisten erstellen Sie direkt über das Display, und Sie können sie anschließend über die kostenlose App LG Smart Refrigerator mit dem Smartphone oder Tablet synchronisieren. Sogar eine Anbindung an Ihren Google Kalender ist möglich.

Und sollte der LG LFX31995ST mal kaputtgehen, löst die LG Smart-Diagnosis-Funktion in der App eine Tonfolge aus, anhand derer ein Servicemitarbeiter das Problem über das Telefon identifizieren kann. Zu guter Letzt unterstützt das Gerät die Stromspartechnik Smart Grid.

Die besten Smart-Home-Systeme im Vergleich

Der smarte Backofen

Neben den optimalen Zutaten entscheidet natürlich auch die Zubereitung beziehungsweise das Rezept darüber, ob ein Gericht gelingt. Früher zog man dazu diverse Kochbücher zurate, heute dienen Websites wie Chefkoch.de als Inspirationsquelle. Eine weitere Alternative bieten nun die Küchenprofis von Bosch und Siemens: Backöfen mit integrierter Rezeptdatenbank, die sich vom Smartphone und Tablet aus bedienen lassen.

Über die Home-Connect-App lassen sich die intelligenten Backöfen von Bosch und Siemens bequem bedienen. Sie gibt den Geräten Anweisungen zur Zubereitung der gewählten Speisen.
Vergrößern Über die Home-Connect-App lassen sich die intelligenten Backöfen von Bosch und Siemens bequem bedienen. Sie gibt den Geräten Anweisungen zur Zubereitung der gewählten Speisen.

Unter der Bezeichnung Bosch Home Connect will das Traditionsunternehmen ab 2015 vernetzte Hausgeräte mit App-Anbindung für Android vorstellen. Die Geräte sollen per WLAN miteinander kommunizieren, die App Home Connect ist TÜV-geprüft. Ein erstes Modell dieser smarten Bosch-Geräte ist der Backofen der Serie 8, zu der noch keine Preise bekannt sind.

Die App Home Connect gliedert sich in drei Hauptbereiche: „Geräte“ listet alle vernetzten Hausgeräte auf und zeigt an, welches Programm gerade ausgeführt wird. Wählen Sie etwa den Backofen aus, gelangen Sie direkt in die entsprechende Detailansicht, von der aus Sie Arbeitsaufträge erteilen können, aber auch Start- und Endzeit, Gardauer, Heizart und Temperatur bestimmen. Auch auf die Geräteeinstellungen – von Bediensprache bis Kindersicherung – haben Sie über diesen Menüpunkt Zugriff.

Die Rubrik „Rezepte“ bietet eine große Auswahl an speziell für den Backofen entwickelten Rezepten – Einkaufslisten, Schritt-für-Schritt-Anleitungen und Videos inklusive. Sind alle nötigen Vorbereitungen getroffen, können Sie das gewünschte Rezept direkt an den Backofen schicken, der das Gericht selbstständig zubereitet. Ist das Resultat zufriedenstellend, lässt sich das Rezept auch per Mail teilen.

Im dritten Bereich, „Service“, finden Bosch-Kunden Informationen rund um ihre Haushaltsgeräte sowie die Serviceangebote von Bosch in Form von digitalen Bedienanleitungen, Links zum Ersatzteilshop sowie zum Kundendienst.

Die Beurer-Küchenwaage KS800 für 70 Euro kommt mit Rezept-App – leider nur fürs iPhone.
Vergrößern Die Beurer-Küchenwaage KS800 für 70 Euro kommt mit Rezept-App – leider nur fürs iPhone.

Auch der Siemens-Backofen iQ700 für um die 1000 Euro lässt sich per Home-Connect-App vom Mobilgerät aus steuern – hier hat der Mutterkonzern Bosch-Siemens Hausgeräte (BSH) die Siemens-Version der App im Vergleich zur Bosch-Version optisch nur leicht verändert. Der Funktionsumfang ist jedoch der gleiche: Die App ist in die drei Bereiche „Geräte“, „Rezepte“ und „Service“ gegliedert, und Sie können den Backofen darüber steuern sowie sich Infos wie die verbleibende Gardauer anzeigen lassen.

Der LG LRE3027ST für etwa 1100 Euro ist ein Herd mit Infrarot-Grillfunktion, der ebenfalls von der Smart-Thinq-Technologie profitiert. Über die Gratis-App LG Smart Range können Sie einzelne Einstellungen am Herd vornehmen, einen Alarm einrichten, aber auch komplette Rezepte an das Gerät schicken. Haben Sie zudem einen Smart-Thinq-Kühlschrank wie den LG LFX31995ST, lässt sich die Anleitung auch direkt von ihm zum Herd schicken. Die App stellt eine Smart-Diagnosis-Funktion zur Verfügung, und Sie können den Reinigungsmodus des Herds darüber starten.

Der smarte Geschirrspüler

Ist das Essen zubereitet und verzehrt, geht’s danach an den leidigen Abwasch. Aber auch hier kann Ihnen Android die Arbeit erleichtern. Ein- und Ausräumen müssen Sie den Geschirrspüler allerdings immer noch selbst …

Dafür bekommen Sie beim Siemens-Geschirrspüler iQ700 immerhin die Nachricht aufs Smartphone, dass das Spülprogramm beendet ist. Voraussetzung ist, wie schon beim Backofen iQ700 (siehe oben), die Home Connect App, über die Sie das Zeolith-Gerät der Energieeffizienzklasse A+++ per WLAN vom Mobilgerät aus ansprechen können. Die App zeigt sämtliche Funktionen des Geräts an sowie den Energie- und Wasserverbrauch. Tipps in Wort, Bild und Video sollen die Bedienung erleichtern. Auch das Spülprogramm können Sie aus der App heraus starten: Sie geben den Inhalt der Maschine ein, und der iQ700 bietet Ihnen dazu passende Optionen und Zusatzfunktionen an. Ein Preis für die iQ700-Spülmaschine ist noch nicht bekannt.

Die smarte Kaffeemaschine

Nach dem Essen einen Espresso zur Verdauung oder lieber einen Cappuccino zum Dessert? Neueste Technik sorgt dafür, dass Sie auf Ihre Kaffeespezialität nicht mehr lange warten müssen: Der Brühauftrag per App macht’s möglich!

Auf den ersten Blick sieht der Scanomat Top-Brewer wie ein Wasserhahn mit Abtropfgitter aus. Es handelt sich dabei jedoch um einen Einbau-Kaffeevollautomaten mit Bluetooth-Anbindung, der komplett unter Ihrer Arbeitsplatte verschwindet. Das Gerät besitzt einen patentierten Milchaufschäumer – laut Hersteller den kleinsten Milchaufschäumer der Welt –, der an der Spitze des „Kaffeehahns“ sitzt. Nach jedem Gebrauch spült ein Reinigungssystem sämtliche Leitungen mit Wasser durch, um Rückstände zu entfernen und die optimale Hygiene zu gewährleisten.

Mit dem Designstück Scanomat Top Brewer lassen sich alle Arten von Kaffee, aber auch Tee und heiße Schokolade, zubereiten. Natürlich alles auch per App.
Vergrößern Mit dem Designstück Scanomat Top Brewer lassen sich alle Arten von Kaffee, aber auch Tee und heiße Schokolade, zubereiten. Natürlich alles auch per App.

Zum Start des Brühvorgangs tippen Sie in der Android-App Top-Brewer auf Ihre favorisierte Kaffeespezialität, und die Maschine bereitet sie aus frisch gemahlenen Bohnen zu.

Neben der Kaffeezubereitung versorgt Sie der Scanomat Top-Brewer auch mit gekühltem Leitungswasser, kalter Milch, heißem Wasser für Tee und Wasserdampf zum Dämpfen von Lebensmitteln. Außerdem lässt sich das Gerät um einen gekühlten Saftbehälter und einen Bereiter für heiße Schokolade erweitern.

Der Scanomat Top-Brewer ist in zwei Ausführungen erhältlich: Der Top-Brewer Pro verfügt über ein Mahlwerk und kann auch Filterkaffee zubereiten. Der Top-Brewer Compact Office besitzt zwei Mahlwerke, ein anderes Pumpsystem und einen Auffangbehälter mit Sensor. Auf Wunsch ist das Gerät auch als Stand-alone-Version erhältlich. Preis: ab 13.930 Euro.

Philips Saeco Gran Baristo Avanti
Vergrößern Philips Saeco Gran Baristo Avanti

Auch Philips hat mit der Saeco Gran Baristo Avanti (1599,99 Euro UVP) einen Bluetooth-fähigen Kaffeevollautomaten im Sortiment, den Sie per Android-App steuern können – allerdings gibt’s die App nur für Tablets. Mit der App ist es möglich, nicht nur das Getränk zu brauen, sondern auch die Stärke, die Temperatur sowie die Wasser- und Milchschaummenge an die eigenen Geschmacksvorlieben anzupassen. Eine Tasse sollten Sie jedoch selbst unter die Ausgabe stellen. Haben Sie ihren Favoriten kreiert, können Sie die Einstellungen speichern und mit Freunden teilen.

Die Philips Saeco Gran Baristo Avanti ist der erste Kaffeevollautomat, bei dem Sie alle Einstellungen für Ihr Getränk per App vornehmen können.
Vergrößern Die Philips Saeco Gran Baristo Avanti ist der erste Kaffeevollautomat, bei dem Sie alle Einstellungen für Ihr Getränk per App vornehmen können.

Über die App erhalten Sie jedoch auch Infos zum Zustand Ihrer Maschine und erfahren, wann Sie bestimmte Vorgänge wie Reinigungen oder Entkalkung durchführen müssen. Schritt-für-Schritt-Anleitungen helfen hier dem Kaffeeliebhaber bei der Wartung. Hobby-Baristas erhalten darüber hinaus Rezepte und Tutorials.

Nützliche und verspielte Gadgets für den Alltag

Smart zum modularen Nachrüsten

Unter der Bezeichnung Miele@home bietet der Hausgeräteprofi eine besonders flexible Lösung zum Vernetzen seiner Geräte: Mittels eines Gateways und verschiedener Kommunikationsmodule lassen sich Dunstabzugshauben, Kühlschränke, Backöfen, Herde, Kombi-Dampfgarer, Spülmaschinen, Einbau-Kaffeevollautomaten, Waschmaschinen, Trockner und sogar Weintemperierschränke miteinander vernetzen. Dabei können Sie je nach Gerät zwischen dem Funkübertragungsstandard Zigbee und der kabelgebundenen Lösung per LAN wählen. Neu auf den Markt kommen die Geräte der Generation 6000. Sie haben ein entsprechendes Zigbee-Kommunikationsmodul bereits integriert. Preise rangieren zwischen 4000 und 9400 Euro.

Smarte Küchenhelfer

Alle bisher vorgestellten smarten Lösungen sind mehr oder weniger kostspielig und lohnen sich nur, wenn eine Neuanschaffung ansteht. Wer aber trotz kleinen Geldbeutels nicht auf die smarte Küche verzichten möchte, der findet Elektrogeräte, die sich per App bedienen lassen.

Der iGrill Mini macht das permanente Überwachen des Grillguts überflüssig. Stattdessen schickt er einen Alarm aufs Smartphone, sobald die einstellte Kerntemperatur erreicht ist.
Vergrößern Der iGrill Mini macht das permanente Überwachen des Grillguts überflüssig. Stattdessen schickt er einen Alarm aufs Smartphone, sobald die einstellte Kerntemperatur erreicht ist.

Der WMF Vitalis ist ein Dampfgarer mit Bluetooth-Sensor im Glasdeckel, der die vorherrschende Temperatur im Gerät an Ihr Smartphone sendet. Haben Sie die Zutaten im Dampfgarer über die App angegeben, behalten Sie dank des Cook Assist genannten Sensors den Garvorgang immer im Blick und können die Temperatur bei Bedarf anpassen. Der WMF Vitalis kostet je nach Fassungsvermögen zwischen 269 und 369 Euro.

Mit dem Egg Minder Smart Egg Tray haben Sie die Anzahl und die Haltbarkeit der Eier in Ihrem Kühlschrank immer im Blick – nicht zuletzt dank der Android-App.
Vergrößern Mit dem Egg Minder Smart Egg Tray haben Sie die Anzahl und die Haltbarkeit der Eier in Ihrem Kühlschrank immer im Blick – nicht zuletzt dank der Android-App.

Wer sein Essen auch im Freien zubereitet, für den hat iDevices verschiedenes smartes Zubehör in petto: Der iGrill Mini für etwa 40 Euro ist ein Bluetooth-Fleischthermometer. Über die iDevices Connected App wählen Sie den Gargrad, und sobald dieser erreicht ist, erhalten Sie einen Alarm aufs Smartphone. Möchten Sie sich zwischendurch über den aktuellen Zustand Ihres Steaks informieren, können Sie eine Temperaturkurve aufrufen. Passend zum iGrill bietet iDevices außerdem das Kitchen Thermometer (etwa 75 Euro) mit zwei Temperaturfühlern sowie das besonders kompakte Kitchen Thermometer Mini für etwa 40 Euro. Beide Geräte lassen sich ebenfalls über die Connected App ansprechen.

Pearl bringt mit dem NC3763 einen Wasserkocher mit App-Steuerung für 70 Euro. Er bietet vier Temperaturen an.
Vergrößern Pearl bringt mit dem NC3763 einen Wasserkocher mit App-Steuerung für 70 Euro. Er bietet vier Temperaturen an.

Das Egg Minder Smart Egg Tray für 37 Euro gibt Auskunft über die Anzahl und die Frische der Eier in Ihrem Kühlschrank. Dazu besitzt es einen WLAN-Chip, über den es mit Ihrem Android-Smartphone kommuniziert. Außerdem benötigen Sie die kostenlose Wink-App von Quirky.

Fazit: Nur ein einheitliches System macht richtig Sinn

Smarte Kochgeräte gibt es bereits jede Menge. Um die Vorteile der vernetzten Küche jedoch voll und ganz zu nutzen, sollten Sie derzeit noch auf ein einheitliches System von einem einzigen Hersteller setzen. Und das kommt meist nur in Frage, wenn Sie Ihre Küche eh neu einrichten.

Dann macht Smart Cooking aber so richtig Spaß: Ihr Kühlschrank sagt Ihnen, welche Lebensmittel vorrätig sind, und schlägt ein passendes Rezept vor. Außerdem bekommen Sie eine Einkaufsliste aufs Smartphone. Zu Hause bereiten Sie das Essen nach den Vorgaben des Kühlschranks vor – die Anleitungen zeigt Ihnen das Mobilgerät. Der Kühlschrank weist währenddessen den Herd an, welche Programme für das Rezept nötig sind, worauf dieser die Vorbereitungen trifft (Einschalten, Vorheizen).

Ist das Gericht im Ofen, sagt dieser der Dunstabzugshaube, dass sie benötigt wird, und sie springt an. Über Ihr Mobilgerät können Sie Temperatur und Gardauer einsehen und anpassen. Nicht mehr benötigtes Geschirr wandert in den Geschirrspüler, der über Sensoren selbst herausfindet, welches Programm er wählen muss. Wie lange der Waschvorgang dauert, können Sie wieder über Ihr Smartphone oder Tablet einsehen. Ist das Essen fertig, schaltet sich der Herd automatisch aus und schickt ein Signal aufs Mobilgerät. Jetzt müssen Sie nur noch Ihre Mahlzeit genießen – am besten mit ausgeschaltetem Handy.

Erste zaghafte Ansätze

Auch andere Hersteller aus dem Segment der „Weißen Ware“ (also Küchen- und andere Haushaltsgeräte) tasten sich vorsichtig an die Erweiterung ihrer Produkte per App heran. Zwar können Sie die Kaffeemaschinen von Melitta noch nicht per App bedienen; mithilfe des Melitta B2B Smart Calculator lässt sich aber immerhin bestimmen, welche Melitta-Maschine die richtige für Sie beziehungsweise Ihre Firma ist.

De’Longhi Heißluft-Fritteusen Multifry
Vergrößern De’Longhi Heißluft-Fritteusen Multifry

De’Longhi stellt seinen Heißluft-Fritteusen Multifry FH1163 und FU1363 das De'Longhi Recipe Book zur Seite. In dieser App finden Sie Rezepte, die speziell auf die Geräte zugeschnitten sind, aber auch Zubereitungstipps für Tiefkühlkost. Die Kenwood Kitchen Recipe App beinhaltet ebenfalls Rezepte. Hier finden Sie jedoch auch Infos zum Produktsortiment von Kenwood, technische Daten und Produktvideos.

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