So Business-tauglich sind Android, iOS und Windows Phone 7
Android und iOS boomen, Windows Phone 7 fristet ein Nischen-Dasein. Doch welches Smartphone-Betriebssystem eignet sich am besten für Unternehmen?
Längst haben sich Smartphones wie das
iPhone oder Android-Geräte einen festen Platz in vielen Unternehmen gesichert. Sie lösen oftmals die bisherigen Firmen-Handys ab. Für Nutzer bietet das einige Vorteile: Sie können ein aktuelles Gerät verwenden, tragen nur noch ein Smartphone mit sich herum und haben von überall Zugriff auf Firmendaten. IT-Abteilungen dagegen sehen die neuen Geräte mit Argwohn - schließlich sind sie vor allem für einfache Bedienung und nicht für zentrales Management konzipiert. PC-Welt nimmt die Firmenfunktionen der aktuellen Versionen Android, iOS und Windows Phone 7 unter die Lupe.
Apples iOS 5 im Unternehmenseinsatz
Wie der Name andeutet hat Apple mit iOS 5 die fünfte Generation seines mobilen Betriebssystems eingeläutet. Seit der ersten Version im Juni 2007 hat das mobile Betriebssystem zahlreiche Erweiterungen erhalten, die auch Unternehmen zu Gute kommen. Die grundlegende Verwaltung können Unternehmen per Exchange erledigen, verknüpfte iOS-Geräte lassen sich über die Microsoft-Groupware beispielsweise sperren oder löschen. Zudem kann man ein Passwort für das Gerät erzwingen. Nutzer können in der neuesten Version Geräte kostenlos über die iCloud orten, sperren oder löschen. Dazu kommt eine im Vergleich sehr gute VPN-Unterstützung. Egal ob PPTP, IPSec oder SSL-VPN - iOS bringt die passende Funktion entweder mit oder kann sie mit Hilfe passender Apps aus dem App-Store nachrüsten.
Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal von iOS ist das
Mobile Device Management von Apple. Dabei handelt es sich um ein Zusatzprogramm, über das Administratoren verschiedene Richtlinien erstellen und Funktionen abschalten oder erlauben können. Auch Zugangsinformationen für VPN und Co lassen sich darüber vorbereiten. Die Richtlinen lassen sich anschließend über
iTunes oder mit Hilfe einer
speziell präparieren Website einspielen. Apples Betriebssystem bietet eine Hardware-seitige Verschlüsselung der Inhalte. Diese wurde allerdings in
der jüngeren Vergangenheit immer wieder geknackt. Die Verschlüsselung lässt sich auf Wunsch auch für iTunes-Backups des Gerätes aktivieren.
Übersicht
Das iPhone-Konfigurationsprogramm kommt auch mit iPads klar
Übersicht
Das iPhone-Konfigurationsprogramm kommt auch mit iPads klar
Neues Profil
Der Assistent erlaubt das Anlegen verschiedener Profile.
Kennwort erzwingen
Über die Optionen kann man verschiedene Funktionen einstellen, hier erzwingen wir die Nutzung eines Kennwortes.
WLAN-Einstellungen
Auch Informationen zur WLAN-Zugangspunkten lässt sich vorbereiten.
VPN-Konfiguration
Wer einen sicheren Zugriff aufs Firmennetz erstellen möchte, kann die hier die VPN-Konfiguration ablegen.
Sonstiges
Dazu gibt es zahlreiche andere Funktionen, etwa zu Zertifikaten oder zum Zugriff per LDAP
Export
Ist das Profil fertig, lässt es sich in verschiedenen Formaten exportieren.
Das größte Problem im Unternehmenseinsatz dürften iOS-Geräte mit Jailbreak sein. Vielen Nutzern ist nicht klar, dass sie damit nicht nur Beschränkungen aufheben, sondern auch zahlreiche Sicherheitsfunktionen abschalten und unter Umständen Einfallstore öffnen. Dank einfach zu bedienender Jailbreak-Anwendungen können auch wenig IT-affine Nutzer ihre Geräte entsperren. IT-Abteilungen stehen dem relativ machtlos gegenüber und können dem nur mit Betriebsvereinbarungen entgegensteuern.
iOS verfügt als eines der wenigen mobile Betriebssystem über eine native Funktion zum Drucken von Dokumenten. Die Funktion nennt sich
AirPrint und setzt neben einem aktuellen iOS-Gerät auch einen
kompatiblen Drucker voraus. Im App Store finden sich Alternativen, etwa
Cortado Workplace .
Zwischenfazit zu iOS im Unternehmen
Apple hat bei den Firmenfunktionen kräftig nachgelegt. VPN-Zugänge werden unterstützt, nahezu jeder Business-Anbieter hat eine spezielle App parat. Die größte Gefahr geht aktuell von Nutzern aus, die ihre Produkte einem Jailbreak unterziehen.
Windows Phone 7 im Unternehmenseinsatz
Microsofts neues mobiles Betriebssystem ist der jüngste Zuwachs bei den „neuen“ Smartphones. Windows Phone 7 orientiert sich stark an Apple. Das macht sich etwa bei fehlenden Speichererweiterungen oder beim Installationsprozedere von Apps bemerkbar - ähnlich wie bei Apple gelangen Apps nur über einen Verifizierungsprozess und einen geschlossenen App-Store auf das Smartphone. Leider hat Microsoft beim Redesign seines mobilen Betriebssystems auch die Management-Fähigkeiten des Vorgängers Windows Mobile über Bord geworfen.
Geräte mit Windows Phone 7 lassen sich per Exchange immerhin insofern steuern, als dass sie der Admin löschen und sperren kann. Nutzer können die eigenen Geräte zusätzlich über ein Webinterface orten oder löschen, wenn sie einen Windows Live Account mit dem Gerät verknüpft haben.
Mit der VPN-Unterstützung sieht es dagegen schlecht aus - die Protokolle werden schlicht nicht unterstützt. Die einzige Möglichkeit einer gesicherten Verbindung ist RPC über HTTP, eine Technik, die von Exchange unterstützt wird. Zudem kann man sich mit einem SharePoint-Server verbinden - falls der Admin den Zugriff von extern erlaubt.
Ebenso sind Funktionen wie ein Remote-Zugriff oder das Ausrollen von Richtlinien auf Windows Phone 7 aktuell nicht möglich. Die Geräte verfügen über eine rudimentäre Verschlüsselung, die aber in erster Linie unlizenzierte Softwarekopien verhindern soll. Diese Verschlüsselung erstreckt sich auch auf eventuelle fest verbaute Speicherkarten, so dass sich diese nicht ohne weiteres auslesen lassen. Windows Phone 7 bringt keine eigenen Druckerfunktionen mit, allerdings bieten verschiedene Hersteller entsprechende Apps im Marketplace an.
Zwischenfazit zu Windows Phone 7 im Business-Einsatz
Windows Phone 7 ist das jüngste moderne Smartphone OS - Microsoft hätte also durchaus von den Schwachstellen der anderen Hersteller lernen können. Klar, solange man im Unternehmen jede Software in Redmond einkauft, klappt es einigermaßen, wer aber eine andere Groupware nutzt oder partout nicht SharePoint verwenden will, der schaut in die die Röhre.
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