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Android-Einstellungen für Fortgeschrittene

15.06.2014 | 09:17 Uhr |

Bei den vielfältigen Optionen in der Android-Konfiguration übersieht man schnell mal den ein oder anderen Punkt. Daher stellen wir Ihnen hier einige nützliche Android-Einstellungen für fortgeschrittene Benutzer vor.

Im Beitrag " Android-Einstellungen für Einsteiger " sind wir bereits auf viele Konfigurations-Optionen des Smartphone- und Tablet-Betriebssystems eingegangen. In diesem Artikel wenden wir uns nun den Einstellungen und Funktionen zu, die etwas komplexer sind.

Verbindungs-Einstellungen

Erweiterte WLAN-Einstellungen von Android
Vergrößern Erweiterte WLAN-Einstellungen von Android

WLAN nachträglich konfigurieren: Um die Konfiguration eines WLAN-Netzes anzupassen, halten Sie den Finger auf einem Funknetz-Eintrag gedrückt und wählen Sie die entsprechende Option aus dem Kontextmenü. In dem Dialogfeld, das daraufhin erscheint, gibt es eine Auswahlbox mit der Bezeichnung „Erweiterte Optionen einblenden“. Falls nicht, tippen Sie ins Feld „Passwort“ und wischen Sie mit dem Finger nach oben. In der erweiterten Konfiguration können Sie pro WLAN-Verbindung einen Proxy-Server eintragen und die automatische IP-Konfiguration (DHCP) abschalten, um interne IP-Adresse, Router-Adresse („Gateway“) und DNS-Server manuell zu konfigurieren.

Erweiterte WLAN-Einstellungen: Ein weiterer Eintrag im WLAN-Kontextmenü heißt „Erweitert“. Hier können Sie zum Beispiel festlegen, dass sich das WLAN-Modul im Standby-Modus des Android-Geräts abschalten soll. Und zwar entweder immer, oder nur dann, wenn gerade keine Verbindung besteht. Das schont den Akku. Bedenken Sie aber, dass bei ausgeschaltetem WLAN der Datentransfer, den Android im Standby-Modus durchführt, über die Mobilfunkverbindung läuft, sofern vorhanden. Manche Geräte bieten in diesem Menü auch einen WLAN-Timer, über den Sie Uhrzeit-gesteuert festlegen, wann das Gerät das Funk-Modul ein- und ausschalten soll. Wenn es sowohl das 2,4- als auch das 5-GHz-Funkband unterstützt, finden Sie zudem eine Option, mit dem Sie statt der automatischen Auswahl einen Frequenzbereich manuell auswählen können. In der Regel findet sich auch eine Einstellung, um die WLAN-Sendeleistung und damit den Energieverbrauch zu verringern. Diese heißt zum Beispiel „WLAN-Optimierung“ oder „Beste WLAN-Leistung“.

Erweiterte Verbindungs-Einstellungen

Die folgenden Optionen finden Sie unter „Drahtlos und Netzwerke -> mehr“ beziehungsweise „Drahtlos und Netzwerke -> Weitere Einstellungen“.

Hier wählen Sie den Mobilfunkstandard manuell aus
Vergrößern Hier wählen Sie den Mobilfunkstandard manuell aus

Mobilfunkstandard manuell auswählen: Standardmäßig wählt Android automatisch aus, ob sich das Smartphone ins langsame GSM-Netz (2G, bis zu 0,2 MBit/s), ins schnelle UMTS/HSDPA-Netz (3G/WCDMA, bis zu 42 MBit/s) oder (sofern unterstützt) ins noch schnellere LTE-Netz (4G, bis zu 100 MBit/s) einbucht. Dabei wird die jeweils schnellste verfügbare Verbindung bevorzugt. In bestimmten Situationen kann es aber auch Sinn machen, die Einstellung manuell zu setzen. Falls Sie zum Beispiel im Urlaub gar nicht mobil surfen möchten, können Sie den energiesparenden GSM-Modus aktivieren. Umgekehrt möchten Sie vielleicht in einer Situation, in der Ihnen eine möglichst schnelle Verbindung wichtig ist, unbedingt UMTS/HSDPA oder LTE nutzen. Und zwar auch dann, wenn die Funkverbindung so schlecht (aber trotzdem gerade noch nutzbar) ist, dass Android normalerweise auf GSM zurückschalten würde.

Um den gewünschten Mobilfunkstandard manuell einzustellen, tippen Sie auf den Punkt „Mobilfunknetze“ oder (bei manchen Geräten) auf „Drahtlos und Netzwerke -> Mobile Daten“. Dort findet sich dann der betreffende Punkt „Netzwerkmodus“. Sollte stattdessen nur die Option „Nur 2G-Netze“ vorhanden sein, können Sie auf normalem Weg nur auf GSM herunterschalten. Die Möglichkeit, UMTS oder LTE fest einzustellen, erhalten Sie dann nur über ein verstecktes Menü. Dazu tippen Sie den Code *#*#4636#*#* über die Telefon-Tastatur ein. Sie gelangen so zu einer Auswahl von vier Optionen. Wählen Sie hier „Telefoninformationen“. Wischen Sie mit dem Finger nach oben, bis Sie zum Ausklappmenü „Bevorzugten Netzwerktyp festlegen“ gelangen. Alle anderen Optionen auf dieser Menü-Seite sollten Sie ignorieren, sie sind nur für Entwickler gedacht.

VPN unter Android einrichten
Vergrößern VPN unter Android einrichten

VPN-Server nutzen: Ein VPN ist ein verschlüsseltes virtuelles Netzwerk innerhalb des Internets. Man kann es sich wie einen Tunnel vorstellen: An einem Ende sitzen Sie, beziehungsweise Ihr Smartphone, Tablet oder PC, am anderen Ende ein VPN-Server. Dieser kann zum Beispiel in einem Unternehmen stehen und Mitarbeitern von unterwegs aus sicheren Zugriff aufs Firmennetz bieten. Oder er steht bei einem Provider, der sich darauf spezialisiert hat, Kunden einen geschützten und/oder anonymen Internet-Zugang anzubieten, zum Beispiel Cyberghost . Genauso gut kann er aber auch bei Ihnen zuhause arbeiten. Die Fritzbox bietet zum Beispiel einen integrierten VPN-Server, der Ihnen nach vorheriger Konfiguration Zugriff auf Ihr Heimnetz verschafft (siehe Beitrag " Fritzbox: VPN-Zugang einrichten und sicher ins eigene LAN kommen ").
VPN-Zugänge machen insbesondere dann Sinn, wenn Sie über einen öffentlichen WLAN-Hotspot surfen, bei dem andere Nutzer Ihren unverschlüsselten Datenverkehr belauschen könnten.

Um mit Android eine VPN-Verbindung aufzubauen, wechseln Sie in den Bereich „VPN“. Dann tippen Sie auf das „+“-Zeichen rechts oben oder auf „VPN-Netzwerk hinzufügen“. Vergeben Sie einen Namen für die Verbindung und tragen Sie die Adresse des VPN-Servers und gegebenenfalls weitere Parameter ein. Wichtig ist, dass Sie unter „Typ“ das zum Server passende VPN-Protokoll auswählen. Möglich sind unter anderem „PPTP“, „L2TP/IPSec PSK“ und „L2TP/IPSec RSA“. Nachdem Sie über „Speichern“ bestätigt haben, erscheint Ihr Eintrag in der VPN-Zugangsliste. Per Fingertipp bauen Sie die Verbindung auf und werden dabei noch nach Benutzernamen und Passwort für den Zugang gefragt.

Benutzer-Einstellungen

Der folgende Tipp bezieht sich auf den Abschnitt „Persönlich“ beziehungsweise „Nutzer“.

Geräte-Daten verschlüsseln: Sie wollen unter allen Umständen vermeiden, dass jemand, der Ihr Smartphone findet, auf Ihre Daten zugreifen kann? Dann verschlüsseln Sie den Telefonspeicher und den Inhalt der SD-Karte. Die entsprechenden Optionen finden Sie unter „Sicherheit“. Das Passwort wird jeweils beim Einschalten abgefragt. Eine sichere Display-Entsperrmethode sollten Sie zusätzlich einrichten, da die Daten im laufenden Betrieb naturgemäß entschlüsselt im Arbeitsspeicher liegen.

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