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Amnesty International fordert Freilassung inhaftierter chinesischer Internet-Nutzer

27.11.2002 | 15:26 Uhr |

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat die chinesischen Behörden aufgefordert, alle Personen freizulassen, die verhaftet wurden, weil sie das Internet nutzten, um auf friedliche Art und Weise ihre Ansichten auszudrücken oder Informationen auszutauschen. Nach Angaben der Organisation handelt es sich um mindestens 33 Personen.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) hat die chinesischen Behörden aufgefordert, alle Personen freizulassen, die verhaftet wurden, weil sie das Internet nutzten, um auf friedliche Art und Weise ihre Ansichten auszudrücken oder Informationen auszutauschen.

"Jeder, der einzig auf Grund der friedlichen Veröffentlichung seiner Ansichten oder anderer Informationen im Internet oder auf Grund des Besuchs bestimmter Websites verhaftet wird, ist ein politischer Gefangener"; sagt AI. "Sie sollten sofort und bedingungslos freigelassen werden."

In einem gestern veröffentlichten Report listet AI die Fälle von 33 Personen auf, die auf Grund ihrer Internet-Nutzung festgehalten oder eingesperrt wurden. Die Bandbreite reicht dabei von politischen Aktivisten und Schriftstellern bis hin zu Mitgliedern inoffizieller Organisationen wie der "Falun Gong"-Bewegung.

Zu einer der längsten Haftstrafen wurde der ehemalige Polizeibeamte Li Dawei verurteilt. Er muss für 11 Jahre ins Gefängnis, weil er Artikel einer ausländischen chinesischen Demokratie-Website heruntergeladen hatte ( wir berichteten ). Alle seine Berufungsanträge wurden abgelehnt.

Zwei der Häftlinge, die auf Grund ihrer Internet-Nutzung im Gefängnis saßen, sind mittlerweile ums Leben gekommen. "Offensichtlich", so AI, "als Folge von Folter und Misshandlung durch die Polizei." Bei beiden handelte es sich um Mitglieder der "Falun Gong"-Bewegung, die in China seit 1999 verboten ist.

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