Einige Gründe sprechen generell gegen den Einsatz von Spiele-Blockern - nicht nur, weil die technische Bevormundung den Benutzer am Arbeitsplatz vielleicht frustriert (oder gar seine Cracker-Qualitäten herausfordert) und ein Spielchen zwischendurch vielleicht auch die Laune im sonst düsteren Büro-Alltag wieder heben kann.
Schon von der technischen Seite wiegt schwer, dass die Blocker eine Menge Hauptspeicher verbrauchen - die Testkandidaten wollten mindestens 1,7 MB haben, ein Programm verbrauchte sogar 3,3 MB, was Rechner mit wenig Speicher erheblich verlangsamt. Der Grund für den Speicherhunger liegt vor allem darin, dass die Programme ausnahmslos in Hochsprachen wie Borland C oder Delphi programmiert wurden, die sehr umfangreiche Programmbibliotheken mitbringen, auch wenn die Blocker diese gar nicht benötigen.
Problematisch ist auch, dass man mit Hilfe der Blocker-Programme mit seinen Angestellten zunehmend "Hase und Igel" spielt: Kaum setzt der Administrator ein Programm auf die schwarze Liste, erobert der nächste Spielehit die Büros. Das Problem ist von Viren bekannt, nur gibt es dort bereits eine funktionierende Infrastruktur für regelmäßige Updates, die mittlerweile von den meisten Herstellern schon täglich oder gar stündlich angeboten werden.
Wirksamer wäre da der umgekehrte Ansatz, bei dem Blocker-Software entscheidet, welche Programme benutzt werden dürfen ("Whitelisting") statt zu überwachen, ob verbotene gestartet werden ("Blacklisting").
Dies beugt auch Programmen vor, bei denen derzeitige Blocker nicht wirken können, etwa bei DOS-Spielen oder Spielen, die einen DOS-Extender wie DOS4GW benötigen, da hier die entsprechenden Informationen über den Task bzw. in der Titelleiste des Fensters nicht verfügbar sind. Zum anderen können damit auch andere unerwünschte Programme, wie etwa Trojanische Pferde, Backdoors oder Viren ferngehalten werden - Aufgaben, die Desktop-Firewalls wie eSafe von Aladdin heute bereits übernehmen.
Auch gegenüber Online-Spielen erweisen sich Spieleblocker derzeit als hilflos. Dafür wären spezielle Filter nötig um den Internet-Verkehr einzuschränken - Techniken, wie sie von "Kindersicherungsprogrammen" oder von Desktop-Firewalls wie eSafe eingesetzt werden.
Angesichts dieser Tatsache erscheinen die Blocker-Programme derzeit nicht gerade billig.
Vorherige Seite
Seite 8 von 8
Nächste Seite

