Alternativen zu Desktop-Programmen
Online-Tools statt Word & Co
Die Aufregung um das Web 2.0 flaut allmählich ab, was sich auch an der Zahl der neu gegründeten Unternehmen bemerkbar macht. Vorbei sind die Zeiten, als fast wöchentlich ein weiterer Dienst an den Start ging, der ein vollständiges Web-Büropaket anbieten wollte. Die bereits etablierten Anbieter machen sich nun daran, dem Konzept der "kontinuierlichen Beta" folgend, ihre Dienste nach und nach zu erweitern und zu verbessern. Neue Services suchen gezielt funktionale Nischen, etwa das Mind-Mapping als Kreativitätstechnik.
Eines der am weitesten ausgereiften Tools für die gemeinsame Bearbeitung von Mindmaps ist "Mindmeister". Die von der deutschen Firma Codemart betriebene Plattform kommt ohne zusätzliche Plug-ins aus, importiert bereits vorhandene Maps aus den bekanntesten Desktop-Programmen und kann Arbeitsergebnisse auch in deren Formaten speichern.
Im Gegensatz zu vielen anderen Angeboten verfügt Mindmeister über ein einfaches Geschäftsmodell. Besonders hervorzuheben ist die Möglichkeit, die Daten auch offline zu bearbeiten, sowie das angebotene Widget, mit dem sich Ideen schnell direkt vom eigenen Desktop an die Plattform senden lassen.
Ähnlich ausgereift präsentiert sich "Comapping", das eindrucksvoll zeigt, wie weit sich Flash bereits heute als Werkzeug zur Entwicklung komplexer Anwendungen eignet. Comapping selbst orientiert sich in Benutzerführung und Optik stark an Microsoft Office 2007 und organisiert seine Funktionen in Form so genannter Ribbons.
Zahlreich sind Angebote, die bei der Verwaltung von Terminen und Aufgaben helfen. Auch in diesem Segment hat Google mit seinem einfach zu bedienenden Kalender ein Wort mitzureden. Im Internet lassen sich zahlreiche Erweiterungen und Tools für diese Anwendung nachweisen. Für den einfachen Datenaustausch nutzt die Terminverwaltung das iCalendar-Format, das sich in die meisten Client-Anwendungen unter Windows, Linux und MacOS importieren lässt. Funktionen für die Verwaltung von Aufgaben hat der Dienst allerdings nicht zu bieten. Anders dagegen "Rememberthemilk", das kontinuierlich weiterentwickelt wird. Es ist inzwischen mehrsprachig, lässt sich in Googles Kalender integrieren und bietet dank Google Gears auch Offline-Fähigkeiten.
Das vor einem Jahr mit viel Tamtam angekündigte Scrybe erweist sich als einfacher Kalender mit Aufgabenverwaltung. Die ist zwar an manchen Stellen intuitiver zu bedienen als Rememberthemilk, einen ihrer wesentlichen Vorteile, den Offline-Modus, hat sie dank Google Gears aber eingebüßt.



