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Alte PCs und Laptops mit Puppy Linux fit machen

21.06.2013 | 12:09 Uhr |

Anforderungen an PCs steigen immer weiter. Doch gehören ausgemusterte Geräte nicht gleich zum Elektronikschrott: Puppy Linux greift schwächerer Hardware unter die Arme.

Eine der ressourcenschonendsten Distributionen ist Puppy Linux . Die Entwickler um Barry Kauler bieten dabei mehrere Geschmacksrichtungen an und unterstützen durchaus moderne Rechner, aber eben auch Hardware aus der digitalen Steinzeit. Der Vorteil von Puppy Linux ist, dass es weiterhin eine gewartete Variante mit einem Nicht- PAE-Kernel gibt. Somit können Sie Puppy Linux auch auf alten Pentiumoder Celeron-Prozessoren gut einsetzen, die noch ohne Physical Address Extension arbeiten.
Puppy Linux im Überblick

Von Puppy Linux gibt es eine Reihe Untervarianten. Haben Sie einen noch halbwegs modernen Computer, sollten Sie sich an Slacko Puppy, Precise Puppy oder Lupu halten. Ersteres basiert auf Slackware 14 und ist auch zu dieser Distribution bezüglich der Pakete kompatibel. Bei Precise Puppy können Sie alle Pakete von Ubuntu 12.04 LTS „Precise Pangolin“ einspielen. Gleiches gilt für Lupu, das zu Ubuntu 10.04 LTS „Lucid Lynx“ binärkompatibel ist. Wer aktuelle Software und PPAs unter Puppy Linux installieren möchte, fährt wohl mit Precise Puppy am besten. Für ganz alte PCs gibt es ein Wary Puppy mit LTS-Kernel 2.6.32.59. Racy Puppy ist ein Wary-Abkömmling mit neuerem Kernel 3.0.25 und Xorg 7.6.

Mit Puppy Linux können Sie auch aus älteren Laptops noch einige Jahre Betriebstauglichkeit herausholen.
Vergrößern Mit Puppy Linux können Sie auch aus älteren Laptops noch einige Jahre Betriebstauglichkeit herausholen.

Minimalanforderungen: Es gibt auf der Puppy-Webseite Aussagen, dass die Distribution auf einer CPU mit 333 MHz und 64 MB Arbeitsspeicher lauffähig sei. Die Entwickler empfehlen mindestens 256 MB und zusätzlich eine Swap-Datei von 512 MB. Diese bescheidenen Anforderungen erfüllen auch noch Geräte aus dem letzten Jahrtausend.

Die Abbilder aller genannten Varianten umfassen jeweils lediglich zwischen 110 und 170 MB. Sind Sie sich nicht sicher, für welche Puppy-Variante Sie sich entscheiden sollen, empfehlen wir Precise Puppy.

Precise Puppy im Einsatz

Precise Puppy können Sie wie jedes Puppy Linux auf Festplatte installieren, aber es lässt sich auch flott vom USB-Stick oder einer CD bedienen. Das Besondere an Puppy ist, dass Sie beim Herunterfahren die Sitzung in einer Datei oder auf einer wiederbeschreibbaren CD/DVD ablegen können (Permanenz), obwohl es sich eigentlich um ein Live-System ohne Änderungsmöglichkeiten handelt. Am einfachsten ist eine Installation, indem Sie das Abbild auf eine CD brennen, das System von CD starten und danach den Puppy Universal Installer für die eigentliche Installation verwenden. Wir beschreiben hier die alternative Methode mit einem USB-Stick.

Einrichtungs-Assistent: Nach dem ersten Start meldet sich dieses Helferlein, mit dem Sie Puppy Linux auf Ihre Bedürfnisse anpassen können, insbesondere die deutsche Tastatur.
Vergrößern Einrichtungs-Assistent: Nach dem ersten Start meldet sich dieses Helferlein, mit dem Sie Puppy Linux auf Ihre Bedürfnisse anpassen können, insbesondere die deutsche Tastatur.

System auf USB-Stick einrichten

Schließen Sie zuerst einen mit dem Dateisystem FAT32 formatierten USB-Stick an, und starten Sie dann Unetbootin (Linux, Mac-OS X und Windows). Tragen Sie hier im unteren Bereich neben „Abbild“ die heruntergeladene ISO-Datei von Precise Puppy ein, und wählen Sie ganz unten den USB-Stick aus.

Kontrollieren Sie in jedem Fall noch einmal unter Windows im Explorer oder unter Linux in der Laufwerksverwaltung, dass die gewählte Laufwerksbezeichnung auch stimmt. Danach können Sie mit „OK“ den USB-Stick beschreiben lassen.

Ersteinstellungen: Starten Sie nun den PC vom eben erstellten USB-Stick. Puppy Linux stellt Ihnen einen Assistenten zur Verfügung, der allerdings in Englisch ist. Setzen Sie hier die „Country Settings“ auf „de_DE“, darunter die Zeitzone auf „Europe/Berlin“ und die Tastatur auf „de (Germany)“. Sollte eine Anpassung des Bildschirms notwendig sein, können Sie das auch hier erledigen. Das System startet nun die grafische Oberfläche neu und weist vorher darauf hin, dass Sie die entsprechende Sprachdatei installieren müssen.

Optionaler Zwischenschritt: Sollten Sie keine Verbindung zum Netzwerk erhalten, klicken Sie auf das Desktop- Symbol „connect“ (das nach der Sprachumstellung „Netz“ heißt). Hier lassen sich unter anderem Netzwerkund WLAN-Karten konfigurieren. Dies funktioniert sehr zuverlässig – in unserem konkreten Fall hat Puppy Precise sogar die WLAN-Karte eines relativ neuen Acer Aspire V3-571G erkannt und über den Netzwerk-Assistenten konfiguriert.

Persönlicher Speicher: An sich ist Puppy ein Live-System, das Änderungen verwirft. Mit dem permanenten Speicherplatz erhalten Sie Daten und Einstellungen dauerhaft.
Vergrößern Persönlicher Speicher: An sich ist Puppy ein Live-System, das Änderungen verwirft. Mit dem permanenten Speicherplatz erhalten Sie Daten und Einstellungen dauerhaft.

Sprachdatei: Sie finden auf dem Desktop ein Symbol mit dem Namen „Install“. Ein Klick hierauf öffnet ein Fenster, bei dem Sie die Schaltfläche neben „Click button to run the Puppy Package Manager“ drücken. Legen Sie als „Repo“ in der obersten Zeile „puppy- noarch“ fest. Unten links im Suchfeld geben Sie nun lang ein. Es öffnet sich ein Fenster, das Sie einfach mit Search beantworten.

Als Ergebnis finden sich mehrere Sprachpakete, unter denen Sie „langpack_ de“ auswählen. Folgen Sie hier einfach den Anweisungen. Ist die Installation abgeschlossen, ist zwar das Menü auf Deutsch, der Desktop allerdings noch nicht. Klicken Sie nun auf „Menü > Herunterfahren > X-Server neustarten“.

Permanenz: Fahren Sie das System nun herunter, fragt das Betriebssystem, ob die persönlichen Daten und Einstellungen gespeichert werden sollen. Dies erfordert das Anlegen eines privaten Speicherplatzes auf dem USB-Stick. Folgen Sie dazu einfach den Anweisungen: Das System möchte wissen, welches Dateisystem es für den permanenten Speicher verwenden und wie groß dieser ausfallen soll. Wenn Sie beim Dateisystem ext2 wählen, können Sie die persönlichen Daten auch verschlüsseln.

Bei nächsten Neustart erkennt Puppy diesen permanenten Speicher automatisch und liest ihn ein. Eingerichtete Permanenz erkennen Sie auch am neuen Desktop-Symbol „save“. Damit können Sie Ihre Sitzung jederzeit zwischendurch speichern und müssen dazu nicht erst neu booten.

Doppelt sinnvoll: Sind Sie unseren Anweisungen gefolgt, haben Sie zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Sie haben alter Hardware neues Leben eingehaucht und ein mobiles Puppy- System auf Ubuntu-Basis installiert, das Ihre Daten in einem verschlüsselten Tresor schützt.

Mehr Informationen finden Sie unter:

Homepage Puppy Linux: http://puppylinux.org

Precise Puppy: http://puppylinux.org/wikka/PuppyPrecise

Precise Puppy (Download): http://distro.ibiblio.org/quirky/precise-5.5/precise-5.5.iso

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