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Alte Laptop-Akkus sinnvoll recyceln - so geht's

18.09.2016 | 09:33 Uhr |

Irgendwann ist es soweit: Bevor Die CPU veraltet oder die Festplatte voll ist, macht der Notebook-Akku schlapp. Kein Problem, es gibt ja Ersatz. Aber was tun mit dem alten Stromspender? Einfach weiternutzen.

Ein defekter Notebook-Akku kann weiterverwendet werden. Nun gut, vielleicht nicht in seiner ursprünglichen Funktion aber mit ähnlichem Zweck. Zum Beispiel als mobile Stromversorgung für einen Raspberry oder als selbstgemachte Powerbank. Um zu verstehen, warum das funktioniert, muss man sich einmal kurz vor Augen führen, wie ein Notebook-Akku aufgebaut ist. Zunächst besteht jeder Akku aus mehreren Rundzellen, in der Regel mit einer Spannung von 3,2, 3,6 bzw. 3,7 oder 4,2 Volt. Hat ein Notebook-Akku nun 9,6 Volt, kann man davon ausgehen, dass hier drei 3,2-Volt-Zellen in Serie geschaltet sind. Um nun die Kapazität und damit die Ausdauer zu erhöhen, werden nicht selten mehrere Reihen parallel geschaltet. Besteht also ein 9,6-Volt-Akku aus sechs 800 mAh-Zellen, kann man von einer nominellen Kapazität von 1.600 mAh ausgehen, also 2 x 3 Akkus parallel. Verliert nun ein Akku deutlich an Leistung, sprich Standvermögen, dann bedeutet das oft, dass lediglich eine Zelle langsam schlapp macht. Anders ausgedrückt: Große Teile des Akkus sind also noch brauchbar. Man muss sie nur richtig nutzen.

Mythos und Wahrheit: Was dem Akku wirklich hilft

1. Akkupack-Gehäuse aufschneiden

1. Akkupack-Gehäuse aufschneiden
Vergrößern 1. Akkupack-Gehäuse aufschneiden

Zuerst muss der Akku geöffnet werden. Das geht am besten entlang der Klebenähte mit einem Cutter. Aber vorsichtig, sonst besteht das Risiko, die Ummantelung der Zellen zu beschädigen.

2. Akkupack-Gehäuse öffnen

2. Akkupack-Gehäuse öffnen
Vergrößern 2. Akkupack-Gehäuse öffnen

Hat man den Deckel entfernt, sollten die Akku-Zellen offen sichtbar vor einem liegen.

3. Zellen freilegen

3. Zellen freilegen
Vergrößern 3. Zellen freilegen

Nun entfernt man den unteren Teil des Akku-Gehäuses, sodass nur noch die Zellen und Elektronik übrig bleiben. Aber Vorsicht: Kurzschlussgefahr!

4. Zellen voneinander trennen

4. Zellen trennen
Vergrößern 4. Zellen trennen

Jetzt trennt man alle Zellen voneinander und entfernt die Platine mit der Elektronik ebenfalls.

5. Kaputte Zellen ermitteln

5. Kaputte Zellen ermitteln
Vergrößern 5. Kaputte Zellen ermitteln

Mit einem Messgerät bewaffnet, sortiert man nun die schwachen Zelle aus.

6. Lötfahnen entfernen

6 Lötfahnen entfernen
Vergrößern 6 Lötfahnen entfernen

Dann entfernt man von den verbliebenen intakten Zellen die Lötfahnen endgültig, falls das noch nicht geschehen ist.

7. Akkuzellen neu verbauen

7. Akkuzellen neu verbauen
Vergrößern 7. Akkuzellen neu verbauen

Nun hat man mehrere Optionen. Entweder beschafft man sich via Ebay oder Amazon ein Powerbank-Leergehäuse und bestückt das mit einer der Zellen. Oder aber man baut sich selber ein neues Akkupack. Dazu verbindet man im simpelsten Fall alle benötigen Zellen mit Klebeband. Wir haben hier zwei Zellen so gepackt, dass jeweils ein Plus-und ein Minuspol zusammenliegen. Auf der einen Seite lötet man dann eine Brücke über die beiden Pole, beispielsweise aus einem Stück Büroklammer oder einem Draht.

8. Neuen Anschluss anlöten

8. Gewünschten Anschluss anlöten
Vergrößern 8. Gewünschten Anschluss anlöten

Auf der anderen Seite lötet man zwei Kabel an, die in einem Steckverbinder nach Bedarf zusammenlaufen. Wir haben zwei Pfostenstecker gewählt, weil die sich sowohl dazu eignen, mittels der BEC-Kupplung eines Modellbau-Ladegerätes geladen zu werden als auch für die GPIO-Pins des Raspberry.

9. Akkupack sicher laden

9. Akkupack sicher laden
Vergrößern 9. Akkupack sicher laden

Jetzt kann das Paket ans Ladegerät. Wir sind zunächst zurückhaltend mit dem Ladestrom, langsames Laden und Entladen sorgt mittelfristig für eine leichte Verbesserung der Ausdauer. Wichtig: Die Zellen aus den Akku-Packs benötigen normalerweise eine Ladeschutzelektronik. In unserem Fall übernimmt das das Ladegerät. Die Powerbank-Gehäuse sind bereits entsprechend ausgestattet.

10. Akkupack verwenden

Ist der Ladevorgang beendet, lässt sich mit dem Akku-Paket zum Beispiel auch ein Raspberry bertreiben.

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