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Alles unter Kontrolle im Heimnetz

29.09.2014 | 10:03 Uhr |

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist….Den Spruch kennen Sie. Im Heimnetz sollten Sie ihn aber beherzigen. Und Ihren Router passend einrichten.

Alles zu erlauben, ist selten die beste Strategie – egal, ob es um Kinder geht oder ums Heimnetz. Besonders wenn die beiden aufeinander treffen, kann es entscheidend darauf ankommen, dass Sie bestimmen, wer was wann im Heimnetz treibt. Aktuelle Router bieten zahlreiche Funktionen, um für einzelne Teilnehmern im Heimnetz festzulegen, was sie dort wie lange dürfen. Wir erläutern die wichtigsten anhand der beliebten Fritzbox-Router von AVM und zeigen, wie Sie sie am sinnvollsten einsetzen.

Alle Geräte im Heimnetz sehen Sie im Router-Menü auf einen Blick: Die Fritzbox unterscheidet zwischen Teilnehmern, die gerade angemeldet sind und solchen, die schon mal im Heimnetz aktiv waren
Vergrößern Alle Geräte im Heimnetz sehen Sie im Router-Menü auf einen Blick: Die Fritzbox unterscheidet zwischen Teilnehmern, die gerade angemeldet sind und solchen, die schon mal im Heimnetz aktiv waren

Das ganze Heimnetz im Blick

Der Router ist der Torwächter fürs Netzwerk: Alle Geräte, die aus dem Heimnetz nach draußen funken wollen, müssen an ihm vorbei. Verschaffen Sie sich deshalb erst im Router-Menü Router einen Überblick, welche Geräte im Netzwerk aktiv sind. Anschließend können Sie für bestimmte Geräte den Online-Zugang einschränken.

Im Menü der Fritzbox sehen Sie die aktiven Netzwerk-Teilnehmer unter Heimnetz -> Netzwerk -> Geräte und Benutzer. Die Geräte tragen dort den Namen, der in ihren Netzwerkeinstellungen vergeben ist: Ein Windows-Rechner wird beispielsweise mit dem Computernamen bezeichnet, ein Android-Smartphone steht dort mit einer Ziffernkette, die auf „Android“ folgt, etwa „android – 1234x245687e“.

Im Router sollten Sie aussagekräftigere Namen vergeben, damit Sie wissen, mit wem Sie es im Netzwerk zu tun haben. In der Fritzbox klicken Sie dazu beim Gerät, dessen Name Sie ändern wollen, auf das Icon „Bearbeiten“. Damit gelangen Sie auf die Detailseite des Netzwerkgerätes und passen dort in der ersten Zeile den Namen an. Den neuen Namen merkt sich nur die Fritzbox – auch nach einem Neustart -, aber Sie verändern damit nicht die Bezeichnung im Gerät selbst.

Neben dem Gerät führt die Fritzbox auf, mit welcher Netzwerktechnik und welcher maximalen Geschwindigkeit die Geräte Kontakt zum Router haben. Hängt beispielsweise ein Rechner per LAN-Kabel an der Fritzbox, sehen Sie in der Liste auch die Nummer des entsprechenden LAN-Ports.

Unter „Ungenutzte Verbindungen“ finden Sie alle Geräte, die schon einmal Kontakt zum Router hatten, derzeit aber nicht verbunden sind. Wird Ihnen die Liste mit der Zeit zu unübersichtlich, können Sie Geräte mit einem Klick auf das rote X entfernen.

Mehr Übersicht im Heimnetz

Um bestimmten Netzwerkgeräten Rechte im Heimnetz einzuräumen oder zu verweigern, müssen Sie sie eindeutig identifizieren können – sonst klemmen Sie beispielsweise versehentlich den Arbeits-PC vom Internet ab, obwohl Sie eigentlich die Spielekonsole im Kinderzimmer einschränken wollten. Eindeutig lässt sich jedes Netzwerkgerät über seine MAC-Adresse erkennen. Übersichtlicher geht es anhand der IP-Adresse, die der Router normalerweise jedem Heimnetz-Teilnehmer zuweist. Die kann sich aber immer ändern, wenn sich das Gerät mit dem Router verbindet. Damit Sie trotzdem die Übersicht behalten, weisen Sie den Router an, einem Gerät immer eine bestimmte IP-Adresse zuzuteilen. Diese Funktion finden Sie in der Fritzbox in der Detailansicht der angeschlossenen Geräte. Markieren Sie dazu „Diesem Netzwerkgerät immer die gleiche IP-Adresse zuteilen“. Der Router erkennt das Gerät an seiner MAC-Adresse und kann ihm deshalb immer eine feste IP-Adresse zuteilen.

Wenn Sie einen MAC-Filter einsetzen, dürfen sich nur bereits bekannte Geräte im WLAN anmelden
Vergrößern Wenn Sie einen MAC-Filter einsetzen, dürfen sich nur bereits bekannte Geräte im WLAN anmelden

Wie Sie Geräte ausschließen

Bevor Sie für einzelne Geräte im Heimnetz Regeln aufstellen, sollten Sie sicherstellen, dass sich keine fremden ins Heimnetz einschleichen. Sie können beispielsweise den Zugang zum WLAN durch den MAC-Filter erschweren. Dann lässt der Router nur noch Geräte ins Funknetz, deren MAC-Adresse er kennt.

Dazu schalten Sie in der Fritzbox auf die erweiterte Ansicht und gehen zu WLAN -> Funknetz. Die Fritzbox zeigt Ihnen alle Geräte, die derzeit per WLAN verbunden sind oder früher mit der Fritzbox verbunden waren. Löschen Sie zunächst alle aufgeführten Geräte, die keinen WLAN-Zugang bekommen sollen. Anschließend markieren Sie „WLAN-Zugriff auf die bekannten Geräte beschränken“. Nun haben Sie immerhin eine kleine Hürde für unbekannte Geräte aufgestellt, um ins WLAN zu gelangen.

Allerdings müssen Sie nun jedes Gerät manuell hinzufügen, das Sie neu ins WLAN aufnehmen wollen,– über das entsprechende Feld direkt unter der Liste. Dort müssen Sie die MAC-Adresse des WLAN-Neuzugangs eintragen. Soll der Neuling nicht ins Heimnetz, sondern nur ins Internet, ist deshalb ein WLAN-Gastzugang praktischer.

WLAN-Gastzugang schnell einrichten

Ebenfalls nur für kleine Netzwerke empfehlenswert: Sie können den DHCP-Server im Router abschalten und bei allen Heimnetz-Clients eine manuelle IP-Adresse eintragen – am besten, nachdem Sie den Bereich geändert haben, aus dem der Router IP-Adressen verteilt.

Mit der Smartphone-App MyFritz greifen Sie auch unterwegs auf das Router-Menü zu
Vergrößern Mit der Smartphone-App MyFritz greifen Sie auch unterwegs auf das Router-Menü zu

Alles in der Hand: Heimnetz-Kontrolle per Smartphone

Sie müssen nicht am Rechner sitzen, um den Router einzurichten oder zu beobachten, was im Heimnetz passiert. Fast jeder Router-Hersteller hat Apps für das Smartphone, mit denen Sie auf den Router zugreifen können. Das funktioniert nicht nur im Heimnetz, sondern auch über das Internet. Dafür müssen Sie sich meist beim Cloud-Service des Router-Herstellers anmelden, um Fernzugriff auf den Router zu bekommen.

MyFritz: So nutzen Sie den Cloud-Dienst von AVM

Mit der App MyFritz ( Download für Android , Download für iOS ) können Sie anschließend auf die Anruflisten, den Anrufbeantworter, den NAS-Speicher und eventuelle Smart-Home-Geräte des Routers zugreifen. Wenn Sie das Kontextmenü oben in der Ecke öffnen, gelangen Sie über den Browser des Smartphones ins Fritzbox-Menü und können Einstellungen verändern, wie im Heimnetz. Einen ähnlichen Service bietet zum Beispiel auch D-Link mit mydlink und der App mydlink lite .

Wollen Sie nur einen Überblick über die aktiven Geräte im Heimnetz erhalten, reicht bereits Fing oder Netscan . Die Android-Apps zeigen IP-, MAC-Adresse und Namen an. Sie funktionieren aber nur, wenn Sie mit Ihrem Smartphone im Heimnetz angemeldet sind.

 

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